100-Stunden-Aktion

Jugend Grafenwald läuft von der Ostsee zurück nach Hause

Großer Jubel herrscht beim Zieleinlauf der Läufer am Pfarrheim Heilige Familie.

Foto: Frank Oppitz

Großer Jubel herrscht beim Zieleinlauf der Läufer am Pfarrheim Heilige Familie. Foto: Frank Oppitz

Grafenwald.   Läufer der 100-Stunden-Aktion erreichen unter großem Jubel ihr Ziel am Pfarrheim in Grafenwald. Erlös kommt Kinderhospiz zu Gute.

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Ein weiter Weg liegt hinter ihnen, jetzt ist das Ziel nicht mehr weit: Die Läufer der 100-Stunden-Aktion können schon von Weitem die lauten Jubelrufe, Pfiffe und das Klatschen der Gemeindemitglieder hören, die sich auf der Maystraße aufgestellt haben. Sie warten sehnsüchtig darauf, die jugendlichen Sportler der „Außen-AG“ in Empfang zu nehmen.

Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte stehen vor dem Pfarrheim Hl. Familie Spalier und schauen erwartungsvoll in die Richtung, aus der die Läufer kommen müssten. Andere Teilnehmer der Aktion, die in den anderen Arbeitsgruppen - wie Dienstleistungs-AG oder Bistro-Kreativ-AG - gearbeitet haben, bilden schon mal eine kleine Gasse. Sie haben Konfetti-Kanonen und Toilettenpapier in der Hand. Auf dem Boden steht eine Feuerwerks-Batterie und über den Menschen schwebt eine Drohne in luftiger Höhe, um das Geschehen zu filmen. Die Besucher zücken ihre Handys und Kameras, um im rechten Moment ein Bild von den einlaufenden Athleten zu machen und den Moment einzufangen.

Mit Fackeln und Banner

Dann ist es soweit: Unter großem Jubel erreichen die Läufer pünktlich zum Aktionsabschluss um 12 Uhr die wartende Menge. Jeder von ihnen hat in den vergangenen Tagen rund 170 Kilometer hinter sich gebracht: Sie sind von der Ostseeinsel Fehmarn in einzelnen Schichten zurück nach Grafenwald gelaufen. Bei ihrer Rückkehr tragen die Heimkehrenden brennende Fackeln und ein großes Banner in den Händen. Die Sektkorken knallen, die Toilettenpapier-Bänder reißen, das Feuerwerk zündet, Funken und Konfetti fliegen durch die Luft. Als sich die erste Aufregung legt, fallen sich die Kameraden in die Arme, andere Teilnehmer begrüßen ihre vermissten Kollegen mit einer Sektdusche.

„Wir sind heute gut und gesund angekommen. Bis auf einige Blasen und leichte Kniebeschwerden ist uns nichts passiert“, sagt Jens Kolke (25), während er seine Arme zum Himmel streckt. Der Läufer ist bereits zum zweiten Mal dabei und macht bei der Außen-AG mit. „Wir haben uns glücklicherweise nicht verlaufen. Das ist das wichtigste“, ergänzt Jan Hülskemper (26) mit einem breiten Grinsen.

Für ihn ist es schon das vierte Mal, dass er bei der „100-Stunden-Aktion“ mitwirkt. „Die zweite Nachtschicht war das Schlimmste. Ein warmes Bett und eine Dusche wären da schon schön gewesen, aber wir haben gesagt, wir ziehen das durch.“

Die beiden Fußballer berichten: Auf dem Weg hätten sie Passanten – wegen der leuchtenden Warnwesten und den technischen Laufgeräten – für Vermessungstechniker gehalten. Aufmerksamkeit hätte die Gruppe in jedem Fall erregt. „Ich bin sehr stolz auf die Leistung meines Sohnes. Seine Erzählungen sind immer sehr beeindruckend. Heute kann er auch wieder einiges berichten“, sagt Vater Klaus Hülskemper, bevor er Sohn Jan überglücklich in den Arm schließt.

Klaus Sievers vom Organisationsteam der „100-Stunden-Aktion“ resümiert: „Wir waren auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreich. Es wird immer mehr und immer größer. Die Tage waren anstrengend und manchmal stressig, jedoch haben sie sich gelohnt. Beim Neujahrsempfang in Kirchhellen werden die eingenommenen Gelder in Form eines Schecks übergeben. Bis dahin steht auch fest, wie viel wir eingenommen haben. Der Erlös kommt dem Kinderhospiz in Gladbeck zu Gute.

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