Hoch hinaus

Integrativ: Das Klettern führt Menschen zusammen

Beim Interkulturellen Klettern begegnen sich die Menschen. Veranstaltet haben das Fest in der Kletterarena 79 der Bottroper Sportbund und das Café Courage.

Beim Interkulturellen Klettern begegnen sich die Menschen. Veranstaltet haben das Fest in der Kletterarena 79 der Bottroper Sportbund und das Café Courage.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  In der Bottroper Kletterarena steigt das Fest „Interkulturell bewegt“. Frauen und Kinder sind die Zielgruppe. Und die wagen sich hoch hinaus.

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Es ist voll in der Kletterhalle. Für manche der Frauen ist die rund 13 Meter hohe Wand doch eher abschreckend, und man schaut lieber von unten zu. Andere trauen sich und erklimmen die steile Wand. Dabei verlassen sie sich auf die Sicherung durch Frauen am Boden, die sie gerade erst kennengelernt haben. Sie alle sind auf Einladung des Bottroper Sportbunds da, der gemeinsam mit den Frauen des Café Courage am Samstag das Fest „Interkulturell bewegt“ in die Kletterarena 79 am Südring gelegt hat.

Einige Frauen aus dem Café Courage hatten vor dem Event den Toprope-Schein absolviert und so innerhalb weniger Wochen alle wichtigen Dinge über das Klettern gelernt. Beim Toprope-Sichern muss die sichernde Person laufend das Seil führen, während die Kletternden sich ohne zu stürzen ins Seil fallenlassen oder sicher zu Boden gebracht werden können.

Die Mädchengruppe Flora Oriental zeigt eine Trommel- und Tanzshow

Yvonne Bauer ist beim Bottroper Sportbund Fachkraft für Integration durch Sport und war auf die Idee gekommen, das Kulturfest zu veranstalten. „Klettern ist eine gute Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen.“ Das zeigte sich einmal mehr an diesem Tag. Auch hinsichtlich verschiedener Generationen. Zum Beispiel: Die ältere Dame aus der Nachbarschaft kam das erste Mal vorbei, schaute sich alles zunächst an und entschloss sich dann, ebenfalls zu Klettern. „Die Frau will nun wiederkommen“, erzählt Yvonne Bauer.

Irmelin Sansen arbeitet ehrenamtlich im Café Courage und kennt die Frauen aus ihrer Gruppe gut. „Sie waren schon immer neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen und zeigten kaum Berührungsängste in den Kletterstunden.“ Sansen brachte auch die Mädchengruppe „Flora Oriental“ mit in die Kletterhalle, eine junge Truppe, die kleine Trommel- und Tanzshows aufführt. Als die Mädchen vor dem Publikum stehen, sind die Kletterwände leer. Auch die Kinder sitzen neben die Trommlerinnen und hören zu. Irmelin Sanzen ist begeistert von der Gruppe. „Das Event zeigt, dass Sport und Integration funktioniert.“ Entstanden ist die Formation, weil eine der Courage-Frauen einen Trainerschein erworben hatte, der ihr die Leitung einer Tanzgruppe erlaubt. Am Samstag zeigen die jungen Mädchen, was sie gelernt haben. Flora Oriental erntet nach der Show viel Applaus.

Das kunterbunte Miteinander ist ein Erfolg

„Es ist heute ein kunterbuntes Miteinander. Und das ist ein Erfolg, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten“, erklärt der 1. Vorsitzende des Bottroper Sportbunds, Peter Scheidgen. Die Veranstaltung sei durchaus ein Wagnis gewesen, denn es hätte auch sein können, dass die Kletterhalle leer bleibt. Doch sie kamen. Viele Frauen hatten sogar Familienmitglieder und Freunde mitgebracht. Auch die Mädchen von Flora Oriental waren in Begleitung erschienen. Der Bottroper Sportbund freut sich jedenfalls, dass das Klettern an diesem Tag so viele Menschen zusammengebracht hat. Und für manche der Frauen hat die 13 Meter hohe Wand ihren Schrecken verloren.

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