Ölheizungen

Innung und Innovation City sind skeptisch bei Abwrackprämie

Die CDU-Vorsitzende hat eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen ins Gespräch gebracht.

Die CDU-Vorsitzende hat eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen ins Gespräch gebracht.

Foto: André Hirtz / André Hirtz / Funke Foto Services

Bottrop.  Vorsichtig reagiert der Bottroper Obermeister im Sanitärhandwerk auf die Idee einer Abwrackprämie. Innovation City fordert weitergehende Lösung.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schwebt eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen vor. Im Zuge der Debatte um besseren Klimaschutz schlägt sie vor, Hausbesitzer, die ihren alten Ölkessel austauschen, finanziell zu fördern. Obermeister Uwe Pischny von der Innung für Sanitär, Heizung, Klima Bottrop-Gladbeck äußert sich nur zurückhaltend zu dieser Idee und auch Innovation-City-Geschäftsführer Burkhard Drescher ist nicht überzeugt.

Er bezeichnet den Vorschlag als eine „politische Wunderkerze, aber das Klima retten wir so nicht“. Ihm geht der Vorschlag nicht weit genug. „Das ist zu kurz gehüpft“, so drückt es der Innovation-City-Geschäftsführer aus. Grundsätzlich gehe die Idee einer solchen Prämie in die richtige Richtung. In Bottrop gibt es ja spezielle Förderprogramme, die einzelne Maßnahmen der energetischen Sanierung fördern – unter anderem auch den Austausch der Heizung. Davon ab stelle sich auch die Frage, ob es dann nicht sinnvoller sei, etwa Mikro-KWK-Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, stärker zu fördern, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe weiter einzudämmen.

Drescher stellt das Bottroper Modell in Berlin vor

Drescher fordert schon seit langem, einzelne Bausteine, mit denen CO2 eingespart wird, zu fördern und so wegzukommen von dem „Komplettpaket“, was Voraussetzung für die KfW-Förderung ist, eine Sanierung dann aber sofort wahnsinnig teuer mache. In der aktuellen Debatte müsse es genau um solche Anreize gehen, nicht nur um Ölheizungen, sagt Drescher mit Blick auf den 20. September. Dann soll in Berlin das so genannte Klimakabinett zusammenkommen, um über Klimaschutzmaßnahmen zu beraten. Im Vorfeld wird auch Drescher in Berlin das Bottroper Modell vorstellen.

Das funktioniere gut, sagt auch Obermeister Uwe Pischny. Ansonsten ist er skeptisch, was eine Abwrackprämie angeht. Bei aller Förderung: „Wenn der Kunde das Geld sowieso nicht hat, was soll dann die Prämie bringen?“ Denn nach wie vor müsse der Hausbesitzer ja seinen Anteil leisten. Pischny verweist auf kleinere Anreize von Heizungsherstellern oder auch vom Fachverband der Heizungsbauer in NRW. Deren Wirkung sei nicht sehr groß gewesen.

In Ballungsräumen gibt es ein gut ausgebautes Gas- und Fernwärmenetz

Hinzu komme, dass die Zahl der Ölheizungen in einem Ballungsgebiet wie dem Ruhrgebiet sowieso nicht so hoch sei. „Wir haben hier eine gute Infrastruktur was das Gas- und Fernwärmenetz angeht“, sagt Pischny. Sein Betrieb sei noch für die Wartung von rund 1000 Ölkesseln verantwortlich, etwa 30 habe er dieses Jahr ausgetauscht – und meist verabschiedeten sich die Kunden in dem Fall direkt vom Heizöl.

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