Wieder entdeckt

Initiative belebt die alte Galerie 7 in Bottrop neu

Zwar kein Scherbenhaufen, aber auch noch nicht wirklich wohnlich: Bettina Döblitz.

Zwar kein Scherbenhaufen, aber auch noch nicht wirklich wohnlich: Bettina Döblitz.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Bettina Döblitz und Mitglieder der Autorengruppe „Arial 10“ renovieren gerade die Räume an der Böckenhoffstraße.

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Wenn Bettina Döblitz die knarrende Tür zur neuen alten „Galerie 7“ aufzieht, schlägt den Besuchern beim Eintreten zunächst der leicht moderige, dumpfe Geruch alter Häuser ohne Keller entgegen. Kein Wunder, denn die Räume im Erdgeschoss des alten Fachwerkbaus an der Böckenhoffstraße 7 ist seit dem Tod von Artur K. Führer vor fünf Monaten kaum betreten worden.

Jetzt hat seine langjährige Mitstreiterin in Sachen Literatur in Bottrop, Bettina Döblitz, die Räume übernommen. Sie möchte die „Galerie 7“ - in der Artur K. Führer seit 1968 residierte - erhalten und im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Fachwerkhauses die Idee einer Galerie als Treffpunkt weiterführen.

Tatkräftige Hilfe

„Ich denke dabei an eine Art Literatur- und Kunstanlaufstelle mit Lesungen, kleinen Konzerten aber auch Ausstellungen noch nicht so bekannter Botteroper Künstlerinnen und Künstler“, sagt Bettina Döblitz. Sie selbst gehört zur Literaturgruppe „Arial 10“, deren Mitglieder ihr auch bei der Renovierung der Räume tatkräftig unter die Arme greifen. „Einer hat schon die Farbe für den Innenanstrich besorgt, andere fassten mit an bei der Entrümpelung, der Entfernung des alten Teppichbodens und beim Entsorgen nicht mehr benötigter Möbel.“

Illustere Gäste

Dabei kam sogar eine alte Ausgabe der Zeitschrift „Impressum“ zum Vorschein. Die hatte der Bottroper „Kulturrocker“ Josef „Biby“ Wintjes bis in die 90er Jahre herausgegeben. Und der hatte lange ebenfalls sein Domizil an der Böckenhoffstraße 7 - im Obergeschoss der früheren Schreinerei, wo heute ein Maler sein Atelier hat.

„Die Nummer 7 war lange Kult in Bottrop“, erinnert sich Bettina Döblitz. Auf dem legendären „Poetenhocker“ in den zusammen vielleicht 40 Quadratmeter großen Räumen saß einst sogar Günter Grass und Erich von Däniken stellte dort seine Theorien von den Außerirdischen vor. Aber auch die Brecht-Tochter Hanne Hiob fand neben vielen anderen einst den Weg in das Literatur-Labor von AKF, wie viele in Bottrop Artur K. Führer kurz nannten.

Seit 2007 unter Denkmalschutz

Der Gebäudekomplex steht zwar seit 2007 unter Denkmalschutz, scheint aber in keinem sehr guten Zustand zu sein. Bettina Döblitz und ihre Helfer dürfen laut Eigentümer zwar die Innenräume renovieren, aber außen habe immer der Denkmalschutz das letzte Wort, was das verwendete Material aber auch die Gestaltung betrifft.

Pluspunkt: Die Miete ist absolut günstig - und derzeit zahlt Bettina Döblitz sie aus eigener Tasche. Anfragen von Kulturschaffenden gebe es schon zahlreich. Noch feilen Döblitz und ihre Mitstreiter am Programm, das im Januar stehen soll.

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