15. Figurentheatertage

In diesem Jahr tanzen in Bottrop die Puppen doppelt so lange

Szene aus der Inszenierung „Human Phantoms“, einer Koproduktion der niederländischen Duda Paiva Company und dem Figurentheater Fithe aus Belgien.

Szene aus der Inszenierung „Human Phantoms“, einer Koproduktion der niederländischen Duda Paiva Company und dem Figurentheater Fithe aus Belgien.

Foto: ThF

Bottrop.  Das Figurentheaterfestival wird im Jubiläumsjahr der Stadt um eine Woche verlängert. 30 Kompanien sind vom 14. bis 27. September in Bottrop.

Die Figurentheatertage sind im Kulturkalender so fest gesetzt wie das Festival Orgel Plus oder die Museumsausstellungen. Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Stadt Bottrop“ kann das international besetzte Festival - dank Stadt und Sponsoren - statt einer sogar über zwei Wochen hinweg stattfinden. Vom 14. bis 27. September stehen rund 30 Produktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Spielorten auf dem Programm. Die Künstler und Ensembles kommen dabei nicht nur aus Deutschland. Zu sind auch Gastspiele aus Australien, Belgien, England, den Niederlanden oder der Schweiz.

Neben vielen geschlossenen Vorstellungen für und in Kindergärten oder Schulen wurde auch der Spielplan für erwachsene Fans der großen und kleinen Puppen und Figuren erweitert. Vier Abendaufführungen, zwei Open-Air-Veranstaltungen in der Innenstadt und erstmals eine lange Figurentheaternacht für ältere Jugendliche und Erwachsene nehmen diese Altersgruppe stärker als bisher ins Visier.

Ein Motto oder Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Programm zieht gibt es nicht: „Die Vielfalt ist das Thema“, sagt Werner Bartelt-Brüggemeier, der mit Ehefrau Maja Brüggemeier (ehemals Figurentheater Sonstwo) im Auftrag des Kulturamtes die künstlerische Leitung und damit letztlich auch die Auswahl der Inszenierungen verantwortet.

Von kleinen Handpuppen bis lebensgroßen Figuren

Und diese Vielfalt reicht wieder von kleinen Handpuppen bis zu fast menschengroßen Figuren, die zum Beispiel Sebastian Kautz von der „Bühne Cipolla“ bei Michael Kohlhaas, dem Klassiker nach Kleists gleichnamiger Novelle, ins Spiel bringt (24. September). Dabei verbindet die Bremer Bühne, wie in früheren Inszenierungen wieder das Figurenspiel mit Live-Musik auf Cello oder Keyboard.

Was hiesige Figurentheater-Fans sicherlich erfreut, ist nach längerer Pause ein Wiedersehen mit Neville Tranter am 26. September. Mit seinem niederländisch-australischen „Stuffed Puppet-Theatre“.

In seinem Stück „Babylon“ bringt er nicht nur die Flüchtlingsthematik sondern versteckt auch die großen Themen wie den Kampf zwischen Gut und Böse, Tragödie und Komödie auf die Bühne des Kammerkonzertsaals.

Dass es bei den alten Nibelungen nicht zimperlich zuging, das weiß man. Und wenn man einen Blick auf die Puppen der Berliner „Schäfer Thieme Produktion“ erinnert die beinahe an Untote auf der Kinoleinwand. „Looking for Brunhild“ hißt dann auch diese ungewöhnliche Berliner Sicht auf die Protagonisten der Sage, die später alle tot sind - dann geht es eben los mit looking for Brunhild (19. September).

Erster Auftritt des Festivals bei der Nachtfrequenz

Eine ganz aktuellen Thema widmet sich am Ende die niederländisch-belgische Koproduktion „Human Phantoms“ - übrigens dem ersten Festivalauftritt in der Nacht der Jugendkultur (Nachtfrequenz, 28. September). Dabei geht es um Experimente an Androiden und deren Reaktion auf eine Puppe. Und natürlich zieht auch dann wieder ein Mensch die (gefährlichen) Strippen.

Open-Air in der Innenstadt

Zwei Open-Air-Auftritte in der City machen auch Passanten auf die Figurentheatertage aufmerksam, die nicht schon Fans sind. Am 14. September, ist die Füller-Trautmann Kompanie aus Weimar von 11 bis 13 Uhr auf dem Mensingplatz in der Fußgängerzone mit ihrem Stück „Jochen der Elefant“ zu erleben. Am Infostand gibt es dort auch Puppenbauaktionen für Kinder und Erwachsene.

Am 21. September spielt dort um 10.30 und 12 Uhr das Ensemble „PasParTout“ „RaTaTa - die Rattenfanfare“, eine irre Mischung aus Jazz und frechem Figurentheater.

Engländer machen Theater für eine Person

Fast zeitgleich ist dort dann die englische „Lempen Puppet Theatre Company“ mit „Theater für Einzelgänger“ zu erleben. Dreiminütige Theaterszenen werden dort ganz exklusiv immer nur für eine Person gespielt.

Die Engländer sind auch bei der langen Figurentheaternacht am 21. September ab 19.30 Uhr im Kammerkonzertsaal mit von der Partie. Dort gibt es außerdem „Die Bettleroper“ und „Vier Millionäre“, die von vielen ersehnte Fortsetzung der „Berliner Stadtmusikanten“ Teil III.

Das komplette Programm: www.bottrop.de/figurentheatertage. Karten im WAZ-Leserladen, Osterfelder Straße 13, 46236 Bottrop, oder im Kulturzentrum, Blumenstraße 12-14, 46236 Bottrop.

Mehr Infos gibt es auf: www.bottrop.de/figurentheatertage

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