Bergbauampeln

In Bottrop zahlen Stadt und Spender pro Püttampel die Hälfte

Bergmännchen sollen in der Fußgängerampel vor der Zeche Prosper II an der Knappenstraße bald aufleuchten.

Bergmännchen sollen in der Fußgängerampel vor der Zeche Prosper II an der Knappenstraße bald aufleuchten.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Mit dem Spendern für fünf Bergbauampeln ist sich die Stadt Bottrop einig. Doch eine neue Sammlung per Sparschwein bereitet ihr Kopfzerbrechen.

An den ersten Fußgänger-Ampeln in der Stadt werden bald kleine Bergleute mit Grubenlampe in der Hand in Rot und Grün aufleuchten. Das Geld dafür hat die Stadt von Spendern bekommen. Doch die Stadt beteiligt sich auch selbst an den Kosten für die neuen Ampelfiguren. Sie macht mit den Spendern der Bergmannssymbole quasi halbe halbe. Die Hälfte des Geldes für die Kumpelampeln stammt aus dem Verfügungsfonds, mit dem die Stadt Aktionen der Bürger zur Verschönerung der Ortsteile finanziell unterstützt. „Die Bergmannsampeln dienen ja der Image-Aufwertung Bottrops. Deshalb haben wir sie gefördert“, erklärt Henrik Reiter, Mitarbeiter der Koordinierungsstelle für Stadtentwicklung.

Die Beliebtheit der Ampelfiguren mit Püttflair scheint in der Stadt ungebrochen. Vielen reichen die fünf Ampeln, die die Stadtspitze zur Verschönerung ausgewählt hat, bei weitem nicht aus. Vertreter der Bergbaugewerkschaft IG BCE wollen, dass die Grubenlampenträger auch an Ampeln im Fuhlenbrock aufleuchten. SPD-Vertreter aus dem Süden rufen nach mehr Bergbau-Ampeln. Rund um den Eigener Markt haben gerade Anwohner eine Spendensammlung ins Leben gerufen. Die Argumente ähneln sich: Fuhlenbrock sei von einer Zeche geprägt, argumentieren die Bergbaugewerkschafter. Denn die Zeche Prosper-Haniel liegt ganz in der Nähe. Auch der Eigen sei ein bergmännischer Ortsteil, meinen die Bürger und weisen auf die alte Zeche und die Rheinbaben-Siedlung hin.

Das Sammeln von Kleinspenden überrascht die Verwaltung

Das Sammeln von Spenden für die Bergmannsampeln ist neu. Denn bisher hatte es die Stadt zumeist mit einzelnen Spendern zu tun, die die Ausstattung einer Ampel komplett aus ihrer Tasche oder mit einem Zuschuss aus dem Verfügungsfonds bezahlen wollten. Auch Organisationen wie die IG BCE-Ortsgruppen oder etwa der SPD-Ortsverein in Grafenwald sagten Spenden zu. Auf dem Eigen aber wollen die Initiatoren das Geld für die Kumpelsymbole mit Hilfe vieler Kleinspender zusammenbekommen und stellen dafür in Geschäften Sparschweine auf. Die Bergmannsfiguren sollen dann an den Ampeln am Eigener Markt leuchten.

Speziell diese Aktion stößt allerdings auch auf Skepsis, zum Beispiel bei Bezirksbürgermeister Helmut Kucharski. „Man sollte das Pferd jetzt nicht von hinten aufzäumen“, mahnt er. Denn es sei ja gar nicht klar, ob die Verkehrslage aus Sicht der Behörden sicher genug sei, um die Ampeln am Eigener Markt mit den neuen Symbolen auszustatten. Ungeklärt sei bisher auch, ob das technisch möglich ist. „Nicht, dass sich die Bürger veralbert fühlen, wenn sie Geld für eine bestimmte Ampel in die Sparschweine werfen, und hinterher nichts daraus wird“, meint Kucharski.

Vorschläge für Bergbau-Ampeln quer durch Bottrop

Der Bezirksbürgermeister hat ähnliche Erfahrungen bereits hinter sich. So hatten Bezirksvertreter quer durch die Stadt etliche Vorschläge für Bergbau-Ampeln gemacht. Doch die Verkehrsbehörden verwarfen die meisten Ideen aus Sicherheitsbedenken oder weil die Ampeln aus technischen Gründen nicht umgebaut werden können. „Was wird aus dem gesammelten Geld, wenn es nicht klappen sollte?“, fragt Kucharski mit Blick auf die Spendenaktion am Eigener Markt. Er rät den Sammlern daher, besser vorher zu klären, welche Ampeln geeignet seien.

Auch im Rathaus wissen sie noch nicht so recht, wie mit der Spendensammlung auf dem Eigen umzugehen ist. „Man sieht ja gar nicht, wieviel Geld in den Sparschweinen ist“, meint Henrik Reiter. Die Initiatoren um den Eigener Roland Peukert und den Ratsherrn Michael Gerber sind zuversichtlich, dass genug Geld für die vier Ampeln am Eigener Markt zusammenkommt. Und wenn es am Ende sogar mehr sein sollte, fragt Reiter: „Was wird dann aus dem Geld, das übrig ist?“

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