Mein Job

„Immer weniger Kinder musizieren“

Heribert Matschey

Heribert Matschey

Foto: WAZ FotoPool

Bottrop.   Das Musikforum bietet nicht nur klassische Instrumente wie Klaviere, Gitarren und Schlagzeuge an, sondern auch Cajóns, Ukulelen und jede Menge Zubehör. Heribert Matschey ist seit acht Jahren Geschäftsführer.

Bereits mit sechs Jahren fing Heribert Matschey an Musik zu machen, spielte Trompete und später Akkordeon. Mit 14 Jahren nahm er Kirchenorgel-Unterricht, weil eine Bigband nach einem Orgelspieler suchte. Anschließend wurde ihm sogar ein Stipendium angeboten, und er spielte regelmäßig beim Sonntagsgottesdienst.

„Doch dann gingen mein Schulabschluss und meine Lehre erst einmal vor“, sagt Matschey. Da es damals nur möglich war, klassische Musik zu studieren, wurde er Industriekaufmann: „Nur auf Klassik hatte ich keine Lust.“ Ab 1991 stieg er als Verkäufer in ein Musikgeschäft in Gelsenkirchen ein. Dort arbeitete er zehn Jahre lang, bis er im Bottroper Musikforum landete. Inhaber war damals noch Bernd Wischermann. „Schnell war klar, dass ich den Laden irgendwann mal übernehmen soll“, erzählt Matschey. Im April 2006 war es dann soweit.

Beratung vom Fachmann

„In Gelsenkirchen und die ersten Jahre hier in Bottrop habe ich selbst Musikunterricht gegeben“, erzählt er. Momentan beschäftigt er vier Musiklehrer, die in der Musikschule über seinem Laden Unterricht für Klavier, Keyboard, Gitarre und Schlagzeug anbieten. Er selbst berät die Kunden beim Kauf und Einstellen der verschiedenen Instrumente und Zubehör.

„Wenn die Leute mit Instru­menten zu mir kommen, die sie im Internet gekauft haben, ist das oft frustrierend. Nicht nur für mich, sondern auch für diejenigen, die darauf spielen sollen“, erzählt ­Matschey. Auch wenn es online günstige Angebote gebe, sei es meistens klüger, sich von einem Fachhändler beraten zu lassen. Vor allem an minderwertigen Gitarren habe er häufig keine Möglichkeit etwas einzustellen: „Vor allem Kinder verlieren dann schnell die Lust am Spielen.“

Das angesagteste Musikinstrument ist laut Matschey seit Jahren die Gitarre, ein Trend seien Cajóns, auch Trommelkisten genannt. „Aber auch das Klavier ist nach wie vor gefragt“, sagt er. Die Nachfrage an Orff-Instrumenten, also Xylophonen oder Glockenspielen, sei hingegen stark zurückgegangen. Er vermutet: „Vielleicht ist das so, weil das Budget der Schulen nicht mehr ausreicht.“ Überhaupt würden immer weniger Kinder heute noch lernen, ein Musikinstrument zu spielen: „Sie sind ja auch bis zum Nachmittag in der Schule. Wenn sie dann vom Unterricht nach Hause kommen, fehlt vielen wahrscheinlich Zeit und Lust.“

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