Sicher im Netz

Im Kinderdorf „Am Köllnischen Wald“ haben alle WLAN

Das Internet im Kinderdorf ist sicher: Prof. Josef Noll, Kinderdorfleiter Thomas Evers und Mitarbeiter Devim Huys (v.l.) stellen das Projekt vor.

Das Internet im Kinderdorf ist sicher: Prof. Josef Noll, Kinderdorfleiter Thomas Evers und Mitarbeiter Devim Huys (v.l.) stellen das Projekt vor.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Bottrop.   Caritas testet „Internet light“ im Heim am Köllnischen Wald. Professor aus Oslo mit Wurzeln in Bottrop realisiert Projekt in seiner alten Heimat.

Im Kinderdorf „Am Köllnischen Wald“ der Caritas Bottrop gibt es jetzt WLAN für alle Bewohner und Mitarbeiter. Die Idee wurde vor rund eineinhalb Jahren von Kinderdorfleiter Thomas Evers und Professor Josef Noll von der Universität Oslo ins Leben gerufen. Evers und der aus Bottrop stammende Professor sind seit vielen Jahren befreundet.

In der digitalen Welt hat sich so vieles verändert und Kinder brauchen und suchen dort ihren Platz. Auch für die schulischen Belange ist das Internet nicht mehr wegzudenken, und das Kinderdorf wollte sich der Herausforderung stellen und die Entwicklung unterstützen. Es waren aber zunächst ernsthafte Bedenken zu überwinden und Probleme zu lösen.

Glasfaser ist in Norwegen Standard

Schon bei der technischen Umsetzung wurde es schwierig. Das Konzept war schon in Norwegen ausprobiert worden, aber Professor Noll war doch bass erstaunt, dass in Bottrop kein Glasfaserkabel vorhanden ist, wo das doch in Norwegen zum Alltagsstandart gehört.

Laut Martin Notthoff, dem IT-Leiter für den Caritasverband, gab es aber auch ein Kostenproblem, das eine einfache Lösung mit wenig Folgeaufwand erforderte: „Das zeichnet nun die Lösung hier aus“, erklärte Notthoff. Im Tagesbedarf werden täglich rund 100 Geräte im Kinderdorf eingeschaltet, die 60 bis 80 Gigabyte benötigen. In Stoßzeiten kommt man bei der Kapazität manchmal an Grenzen. Die pädagogische Leitung im Kinderdorf in Bottrop hat den Zugang zum Hauptserver in Norwegen, um Seiten einzustellen oder freizuschalten.

Kontrolle ist gewährleistet

Auch pädagogisch gab es natürlich viele Bedenken bezüglich der Datensicherheit und der nicht gewollten unbegrenzten Datennutzung durch die Kinder und Jugendlichen. Information sollte gewährleistet, aber eine gewisse Kontrolle auch dabei vorhanden sein. Gewisse Seiten sollten gesperrt bleiben. Aber wie kann man Information in Text und Bild ermöglichen, ohne ständig kontrollieren zu müssen?

Nachdem der Bedarf in Gesprächen mit Bewohnern und Mitarbeitern ermittelt wurde, entstand eine Art „Internet light“, für das immer mehr Seiten freigeschaltet wurden, angefangen bei den deutschen Seiten, inzwischen gehören auch Facebook und Youtube dazu. In kleinen Schritten wurde erweitert. Es kommen immer wieder neue Seiten hinzu. Eine Medienarbeitsgruppe entscheidet über die Vorschläge der Heimbewohner. Eine Kinderdorf-Seite soll eingerichtet werden, die für alle im Dorf zugänglich sein wird.

Laut Prof. Noll ist das Pilotprojekt leicht auch auf andere Einrichtungen der Caritas übertragbar.

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