Hochzeitswald

Hochzeitswald für Bottroper Brautpaare auf dem Wunschzettel

Einen Hochzeitswald für Brautpaare in Bottrop schlägt CDU-Vertreter Michael Pricking vor.

Einen Hochzeitswald für Brautpaare in Bottrop schlägt CDU-Vertreter Michael Pricking vor.

Foto: Kürbs Bodo / Kürbs

Bottrop.  Frisch Vermählte dürfen in einer Reihe von Städten nach der Heirat Bäume in den Wald pflanzen. Wann gibt es einen Hochzeitswald auch in Bottrop?

Einen Hochzeitswald sollen die Brautpaare pflanzen können, die in Bottrop heiraten. Diesen Vorschlag bringt der Bottroper CDU-Vertreter Michael Pricking ein. „Viele Paare heiraten hier standesamtlich und möchten dann gern einen Baum pflanzen. In anderen Städten können sie das seit langem“, meint der Bottroper. Es sei eine uralte Tradition, dass Hochzeitspaare einen Baum pflanzen, auch die Stadt sollte daher diesen Brauch aufgreifen, meinte der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU während eines WAZ-Gesprächs.

„Bäume zu pflanzen ist ja auch ein Beitrag zum Klimaschutz“, wirbt Michael Pricking für seine Idee. Den Kindern aus allen Bottroper Schulen geben die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Waldjugend ja seit vielen Jahre die Möglichkeit, kleine Bäume zu ziehen und dann im Wald auszupflanzen. „Das ist doch eine sehr gute Aktion. Die kann man doch gut auf Erwachsene übertragen“, regt er an. „Bäume pflanzen könnten Paare dann sowohl aus Anlass ihrer Hochzeit, aber auch zur Geburt eines Kindes. Dazu wären in Bottrop sicher viele Paare bereit. Freude und Familien zum Beispiel könnten den Brautpaaren den Baum ja auch zum Geschenk machen“, sagte Michael Pricking. Der eigene Baum im Hochzeitswald sei für die Brautpaare sicherlich auch später noch eine schöne Erinnerung an ihren Hochzeitstag.

Auch bei Taufen oder Jubiläen kommen Bäume in die Walderde

Taufen, Geburtstage oder Jubiläen seien weitere Ereignisse, um so einen Wald wachsen zu lassen, findet der Bottroper. Für den besten Standort des Bottroper Hochzeitswaldes könne die Stadt dem Rat sicherlich einige Empfehlungen geben. „Welche Bäume am besten gepflanzt werden sollen, können die Mitarbeiter aus dem Fachbereich für Umwelt und Grün ja bestimmt vorschlagen“, meint Michael Pricking.

Der Bottroper bringt die Idee sozusagen aus seinem Arbeitsort Hamm mit. Michael Pricking arbeitet als Geschäftsführer der CDU-Ratsfraktion in der Eisenbahnerstadt. Den Hammer Hochzeitswald hält er für ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Naturschutz und Tradition. Seit 24 Jahren wächst dort der Wald der Hochzeitspaare mit mittlerweile mehr als 1400 Bäumen heran, bei der ersten Pflanzaktion 1995 waren es noch ganze zwölf Bäume. Auch in Essen, Bochum, Dorsten oder Münster zum Beispiel gibt es Hochzeitswälder.

Im Hochzeitswald in Hamm ist auch Platz für Liebesschlösser

Brautpaare können die Bäume selbst pflanzen oder von Fachleuten pflanzen lassen. „Es kann am Hochzeitstag sein, muss aber nicht“, meint Michael Pricking. In Hamm etwa werden die Hochzeitsbäume mittlerweile nur noch einmal im Jahr im November in die Walderde gesetzt. Das Hammer Umweltamt lädt die Hochzeitspaare dazu ein. Oft kommen Baumpaten und Familienangehörige hinzu, und aus der Pflanzaktion wird bei Chormusik ein Festtag.

In der Eisenbahnerstadt haben sie mit dem Hochzeitswald auch einen angemessen Platz für die beleibten Liebesschlösser gefunden. In Bottrop hängen Liebespaare diese Schlösser gern an den Tetraeder. Der Regionalverband Ruhrgebiet lässt die Schlösser aber regelmäßig wieder von der Aussichtspyramide entfernen, damit es nicht zu viele werden und nicht zu schwere Gewichte auf dem Metallgerüst lasten. Paare klicken ihre Liebesschlösser daher auch in der Bottroper Innenstadt fest: etwa am Schutzgitter der Standuhr vor Triffterer. Im Hamm haben sie dagegen kurzerhand im Hochzeitswald Zäune für die Liebesschlösser aufgestellt - einen in Form eines Herzens.

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