im Chefsessel

Hildegard Frank-Tüllmann leitet das Tierheim in Bottrop

Hildegard Frank-Tüllmann, Leiterin des Tierheims, mit Jessica Böck und Marion Kusche (v.l.)sowie den Hunden Maja  und Mocca.

Foto: Heinrich Jung

Hildegard Frank-Tüllmann, Leiterin des Tierheims, mit Jessica Böck und Marion Kusche (v.l.)sowie den Hunden Maja und Mocca. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Seit 30 Jahren ist Hildegard Frank-Tüllmann Chefin der Tierfreunde und des Tierheims. Ebenso lange schon kämpft sie um jeden Cent für die Tiere.

Das Schicksal von Tieren hat sie immer schon berührt. „Denn Tiere können sich selbst nicht helfen, das muss der Mensch tun“, stellt Hildegard Frank-Tüllmann fest. Seit fast 30 Jahren ist sie Vorsitzende der Tierfreunde Bottrop und engagiert sich ehrenamtlich und unermüdlich für das Wohlbefinden von Hunden, Katzen und Kleintieren im Tierheim.

Ihr Faible für Tiere in einer beruflichen Laufbahn umzusetzen, war nach dem Realschulabschluss für Hildegard Frank-Tüllmann kein Thema. „Den Beruf der Tierpflegerin gab es damals noch gar nicht“, erinnert sich die 69-Jährige. So sei sie Anwalts- und Notargehilfin geworden, habe aber stets eigene Hunde gehabt.

Fundhund abgegeben

Ihren ersten Kontakt mit der damaligen Auffangstation der Stadt – ein Tierheim gab es noch nicht – hatte sie, als sie gemeinsam mit einer Freundin 1987 einen Fundhund dort abgeben wollte. „Und sofort war es um uns geschehen“, erinnert sich die Tierschützerin schmunzelnd. „Wir sahen, wieviel zu tun war und engagierten uns sofort. Wir gingen mit den Tieren raus, reinigten Ställe, kauften Näpfe, Decken und Leinen - alles aus eigener Kasse.“

Wenige Monate später wurde Hildegard Frank-Tüllmann zur Vorsitzenden der Tierfreunde vorgeschlagen – und auch gewählt. „Das war kein Plan, das ist einfach passiert, und ich lernte erst nach der Wahl, was Vorstandsarbeit eigentlich bedeutet.“ Zudem sei es jahrelang ein großer Spagat gewesen, Beruf und Engagement für den Tierschutz unter einen Hut zu bekommen.

Aus der Auffangstation wurde das Tierheim

In Abstimmung mit Stadt und Veterinäramt wurde die Auffangstation bereits ein Jahr später zum Tierheim. „So mussten wir die Tiere nicht mehr ans Tierheim in Gelsenkirchen abgeben, wenn sie sich gerade eingewöhnt hatten.“ Der Zustand der Einrichtung an der Wilhelm-Tell-Straße sei damals „nicht schön gewesen. Und das machte mich sehr unglücklich.“ Waren in der einstigen Auffangstation stets nur drei oder vier Hunde untergebracht, startete das Tierheim sogleich mit 17 Hunden.

Langsam seien Gebäude saniert und aufgebaut worden. Dabei hätten das Wohlbefinden der Tiere und die artgerechte Haltung stets im Vordergrund gestanden. „Wir haben überall gebettelt, Freunde und Bekannte haben unter unserem Zeitmangel gelitten, aber auch geholfen“, so Frank-Tüllmann. „Über 30 Jahre ist es ein ständiger Nervenkitzel, ob wir das Tierheim weiterhin tragen können. Wir leben immer von der Hand in den Mund.“

Viele Spenden werden gebraucht

500 000 Euro seien jährlich erforderlich, die nahezu gänzlich durch Spenden, Beiträgen der Vereinsmitglieder und Verkauf auf den Basaren aufgebracht würden. 22 500 Euro zahlt die Stadt für die Aufnahme von Fundtieren. „Wir sind dankbar für so viel Unterstützung und bislang passte es glücklicherweise immer, aber man weiß ja nie...“

Nach und nach seien im Laufe der Jahre Träume in Erfüllung gegangen: Erst entstand das Hundehaus mit Raum für 20 Tiere, dann in zwei Bauphasen das Katzenhaus und schließlich das Kleintierhaus. „Wir haben immer etwa 300 Tiere hier“, so Frank-Tüllmann. „Momentan sind’s 60 Hunde, 80 Katzen und 70 Kleintiere.“ Insgesamt sechs Tierpfleger/innen kümmern sich um die Tiere, Kräfte der Arbeitsagentur sowie viele Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit. „Wir sind ein tolles Team und viele Helfer und Mitarbeiter sind schon lange dabei“, so Frank-Tüllmann.

Als Vorsitzende des Vereins und Leiterin des Tierheims hat sie viel Bürokratisches zu erledigen, führt Vermittlungsgespräche und fährt mit den Tieren zu Tierarzt oder Physiotherapie. „Ich kenne hier jedes Tier. Und wir versuchen für jedes ein neues Zuhause zu finden. Natürlich fließt auch so manche Träne, wenn uns ein Tier verlässt. Aber wir versuchen stets den Kontakt zu halten und freuen uns, wenn ein Tier ein neues Zuhause gefunden hat und es ihm gut geht. Das ist das Allerschönste!“

<<< VORBEREITUNGEN FÜR DEN BASAR

Nach der Winterpause laufen im Tierheim, Wilhelm-Tell-Straße 65, jetzt schon die Vorbereitungen für den Oster- und Frühlingsbasar.

Der Basar findet statt am Wochenende, 1. und 2. April, von 11 bis 17 Uhr. Informationen gibt es im Tierheim unter Tel. 93848 und auf: www.tierheim-bottrop.de

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