Tierheim

Bartagame erfroren: Immer mehr Tiere in Bottrop ausgesetzt

In einem geschlossenen Karton ist eine Bartagame in Bottrop gestorben.

In einem geschlossenen Karton ist eine Bartagame in Bottrop gestorben.

Foto: Tierheim Bottrop

Bottrop.  Eine Bartagame ist im Wald in einem Karton erfroren. Immer mehr Tiere werden in Bottrop ausgesetzt, das Tierheim appelliert an die Besitzer.

Schon beim Öffnen des Papp-Kartons habe sie ein mulmiges Gefühl gehabt, sagt Hildegard Frank-Tüllmann, Leiterin des Bottroper Tierheims. Dann die traurige Gewissheit: Gebettet auf Küchenpapier liegt eine tote Bartagame.

Eine Spaziergängerin hatte die große Echse in einem verschlossenen Karton im Köllnischen Wald gefunden und am Montagmorgen zum Tierheim gebracht. „Wir sind entsetzt und traurig“, sagt Hildegard Frank-Tüllmann.

Am Dienstagmorgen gab es nächsten traurigen Fund: Eine Passantin entdeckte einen Karton im Wald und brachte ihn zum Tierheim. Darin fanden die Tierfreunde ein Meerschweinchen – zum Glück lebt es noch.

Gestiegene Kosten: Bottroper Tierheim nimmt mehr Tiere auf

Es gebe keinen Grund, sein einst geliebtes Haustier einfach herzlos zu entsorgen. „Selbst wenn es manchmal nicht möglich ist, von heute auf morgen das Tier in gute Hände abzugeben, so sollte es doch jedem Wert sein, dass das Tier, für das man die Verantwortung übernommen hat, einen sicheren Platz bekommt.“

Mit Blick auf die steigenden Lebenshaltungs-, aber auch Tierarztkosten rechnet das Tierheim mit mehr Tieren, die abgegeben werden, weil die Besitzer sich die Haltung nicht mehr leisten können. Im vergangenen Jahr seien besonders viele Tiere vom Tierheim aufgenommen worden, sagte die Leiterin kürzlich im Gespräch. Manche wurden vorher achtlos ausgesetzt.

Die Tierschützer appellieren: „Bitte setzen Sie Ihre Tiere nicht aus. Bei dieser Witterung überleben sie nicht lange im Freien und müssen eingesperrt einen qualvollen Tod erleiden!“

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