Engagement

Helfer für neues Repair-Café in Bottrop-Grafenwald gesucht

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Ein Reparaturcafé könnte schon bald in Bottrop-Grafenwald etabliert werden. Dafür werden jetzt Helfer gesucht.

Ein Reparaturcafé könnte schon bald in Bottrop-Grafenwald etabliert werden. Dafür werden jetzt Helfer gesucht.

Foto: Frank Oppitz

Bottrop-Kirchhellen.  Sich selbst und anderen etwas Gutes tun: Das können Freiwillige im neuen Repair-Café Grafenwald. Vorschläge für weitere Projekte sind willkommen.

„Tue (Dir) was Gutes“ schlägt die Kirchhellener Gemeinde St. Johannes zusammen mit der ehrenamtlichen Caritas/Sozialausschuss Grafenwald vor – und hat auch schon gleich eine Idee, was das sein könnte: der Aufbau eines Repair-Cafés, in dem Kaputtes wieder flott gemacht wird. Menschen mit unterschiedlichsten Talenten können sich hier einbringen. Und nach mehr als zwei harten Pandemie-Jahren eine Gemeinschaft aufbauen, die der eigenen Seele gut tut sowie anderen und der Umwelt nützt.

„Wir haben mit der ehrenamtlichen Caritas in Grafenwald überlegt: Was ist jetzt dran – im Kontext mit Corona, aber auch im gesellschaftlichen Kontext“, erläutert Pastoralreferent Werner Koschinski. Soziales und ökologisches Handeln ist die Antwort darauf; zusammen mit anderen etwas unternehmen, Gemeinschaft ermöglichen, für andere und die Umwelt etwas bewegen, Nachhaltigkeit tatsächlich leben. Eben in einem Repair-Café.

Aufbau eines Repair-Cafés in Grafenwald: Viele Talente sind gefragt

Für das sind viele Talente gefragt, so dass sich die unterschiedlichsten Typen einbringen können: Fachleute für elektrische Geräte natürlich, Hobby-Schneider- und Schneiderinnen, Experten für Fahrräder oder Möbel. „Aber aus Gastgeberqualitäten (Begrüßung, Kaffee/Tee) und der Umgang mit den Medien (Facebook/Instagram) sind wichtig!“, heißt es in der Einladung zum ersten Schnuppertreffen am 21. Juli.

Bislang gibt es in Bottrop ein Reparaturcafé auf dem Eigen, das nach langer Coronapause jetzt gerade wieder geöffnet hat. Für Koschinski ist wichtig, dass ein solches Angebot nicht als Konkurrenz zu Handwerksbetrieben zu verstehen ist. Doch wo könne man heute schon noch so etwas wie einen kaputten Toaster reparieren lassen? Zudem ist das Repair-Café als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht: „Es wird immer zusammen mit demjenigen, der etwas Defektes mitbringt, repariert“, so Koschinski.

Weitere Ideen für gemeinsame Projekte sind willkommen

Wie genau sich das angedachte Repair-Café entwickelt, soll aber komplett von den Vorstellungen derjenigen abhängen, die dabei mitmachen wollen. Und wer unter dem Motto „Tue (Dir) was Gutes“ ganz andere Ideen einbringen möchte, ist auch mehr als willkommen in der Gemeinde.

Ergebnisoffen solle jeder für sich schauen können, was er gerne mit anderen zusammen auf die Beine stellen möchte. Das könnte zum Beispiel auch ein regelmäßiger Literaturkreis sein. Oder, oder, oder.

„Alle Sachen werden wir projekthaft angehen“, erklärt Koschinski weiter. So sollen Aktivitäten wie ein Repair-Café zunächst zeitlich befristet angesetzt werden, um sie erstmal auszutesten. Salopp formuliert Koschinski den Gedanken hinter der Projektidee so: „Man kauft nicht die Katze im Sack und kommt dann nie wieder raus.“

Das Engagement soll natürlich verbindlich sein, aber Spaß machen und nicht irgendwann zur lästigen Pflicht werden. So ist etwa auch die Mitgliedschaft in der Caritas kein Muss. „Die ehrenamtliche Caritas ist die Plattform“, so Koschinski. Über sie läuft die Organisation – und zum Beispiel auch der Versicherungsschutz.

Für viele könnte es ein echter Neubeginn sein. Koschinski: „Mein Eindruck ist, dass vieles in der Corona-Pandemie auseinandergedriftet ist. Bestehende Kreise versuchen nun, alte Kontakte wieder aufzunehmen. Aber was ist mit denen, die keinem Kreis angehören? Wir haben auch eine Verantwortung füreinander.“

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