Vor Gericht

Hallenbadleiter steht jetzt unter Beobachtung

Das Arbeitsgericht in Gelsenkirchen verhandelte am Freitag einen Fall aus dem Hallenbad in Kirchhellen.

Foto: Heinrich Jung

Das Arbeitsgericht in Gelsenkirchen verhandelte am Freitag einen Fall aus dem Hallenbad in Kirchhellen.

Bottrop.   Mitarbeiter klagte wegen vulgärer und sexistischer Sprüche. Heraus kam ein Vergleich: Man geht sich aus dem Weg.

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Erhebliche Kopfschmerzen bereitet der Stadt der Leiter des Hallenbades in Kirchhellen. Zahlreiche Mitarbeiter hatten sich über dessen rüde und teils beleidigende Worte beschwert. Ein erster Versuch der Stadt, ihn zu versetzen, waren Anfang des Jahres vor dem Gelsenkirchener Arbeitsgericht gescheitert. Jetzt kam es bei einem zweiten Versuch, den Mann zumindest in Kirchhellen abzusetzen, zu einem Vergleich.

Mehr Engagement gewünscht

Hintergrund war diesmal die ungewöhnliche Klage eines Mitarbeiters gegen die Stadt. Ziel von Schwimmmeister D. sei es, so erklärte sein Anwalt, dem Vorgesetzten nie mehr begegnen zu müssen. Mit vulgären sexistischen Sprüchen und Beleidigungen habe der Badleiter ihn traktiert. Einige Beschäftigte, die der Badleiter ebenfalls beleidigt habe, hätten sich in psychiatrische Behandlung begeben. Anwalt Martin Löbbecke merkte an, dass er sich durchaus mehr Engagement von der Stadt bei der Aufklärung des Sachverhaltes gewünscht hätte.

Badleiter jetzt gewarnt

Doch auch die Stadt betrachte die Vorwürfe, wenn sie denn zuträfen, als ungeheuerlich, so der städtische Leiter des Fachbereichs Recht, Emilio Pintea. Der Badleiter stehe unter Beobachtung, versicherte er. Rechtsanwalt Löbbecke wies auf die Schutzpflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern hin.

So schlossen Stadt und Kläger schließlich einen Vergleich. Gemeinsame Dienstzeiten des Badleiters und des Klägers werden ausgeschlossen. Die Stadt hatte den Dienstplan zum 1. Juni umgestellt, die Übergabe erfolgt nur noch in schriftlicher Form.

Pintea geht davon aus, dass sich die Situation im Bad beruhigen wird. „Der Badleiter ist jetzt gewarnt. Wir werden ihn weiter beobachten.“ Im Hallenbad in Kirchhellen sind neben dem Leiter noch eine Schwimmmeisterin und zwei Reinigungskräfte im Einsatz.

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