Bewerbungszeit

Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt

Anja Benninghofen (21) ist Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Sie fand eine Ausbildung in einem „Männerberuf“.

Foto: H. Schulz

Anja Benninghofen (21) ist Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Sie fand eine Ausbildung in einem „Männerberuf“. Foto: H. Schulz

Bottrop.   Arbeitsagentur rät allen suchenden Jugendlichen, keine Zeit zu verlieren. Flexibilität hilft weiter bei der Wahl von Beruf und Ausbildungsort.

Etliche junge Bottroper zählen schon die Wochen: In knapp vier Monaten beginnen Auszubildende ihre beruflichen Laufbahnen. Zur Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt rät das Team der Arbeitsagentur nun allen Jugendlichen auf Lehrstellensuche, keine Zeit mehr zu verlieren. Eine gewisse Offenheit beim Berufswunsch und die Bereitschaft, einen Ausbildungsplatz auch außerhalb der Region anzutreten, verbessern die Erfolgsaussichten. Denn der Bottroper Ausbildungsmarkt bleibt eng.

Mehr Bewerber als Stellen

Ende März waren noch 365 bei der Arbeitsagentur registrierte Bewerber unversorgt, freie Lehrstellen gab es 311. Seit Beginn von Bewerbungsphase und Berufsberatungsjahr im Oktober hatten Betriebe der Arbeitsagentur insgesamt 462 offene Ausbildungsplätze gemeldet, immerhin 21 mehr als im Jahr zuvor (plus 4,8 Prozent). Den stehen aber alles in allem 644 Bewerber gegenüber.

Mit Blick auf die gestiegene Zahl an Lehrstellen in Bottrop und Gelsenkirchen bemerkt der Leiter der Arbeitsagentur, Marcus Kowalczyk: „In der Tendenz ein erfreuliches Signal“. Allerdings zeigten die aktuellen Zahlen, dass es „weiterhin nicht genug Ausbildungsstellen für die jungen Menschen in Gelsenkirchen und Bottrop gibt“.

Blick auf benachbarte Regionen

Auf der Suche nach einer Lehrstelle sollten Jugendliche flexibel sein. Kowalczyk: „Wir empfehlen ihnen, sich ausgehend von ihren Stärken und Neigungen mit verschiedenen Berufen auseinanderzusetzen.“ In Bottrop wird vor allem noch Nachwuchs gesucht bei den Verkäufern, den Kaufleuten im Einzel- und im Großhandel oder den Zahnmedizinischen Fachangestellten. Aktuell meldet die Online-Jobbörse auch noch freie Lehrstellen als Elektroniker, Mediengestalter, Fachkraft Lagerlogistik, Koch, Berufskraftfahrer oder Fachinformatiker Systemintegration.

Mobilität schafft Chancen

Mobile Jugendliche können ihre Aussichten auf eine (Traum-)Lehrstelle verbessern, wenn sie über den eigenen Tellerrand schauen. Arbeitsagentur-Sprecherin Nathalie Ullrich: „Es bietet sich zum Beispiel an, den Blick in Regionen wie das Münsterland zu richten.“ Dort kämen vier Stellen auf einen Bewerber. „Das erhöht die Chance für angehende Auszubildende, ihren Berufswunsch umsetzen zu können.“ Auch im Bereich Düsseldorf gebe es einen Stellenüberhang.

Die Berufsberatung hilft weiter, wenn es um Alternativen zum Traumberuf oder Hilfen bei einem möglichen Umzug in eine andere Region geht. „Bei einem Wohnortwechsel kann die Berufsausbildungsbeihilfe beantragt werden“, sagt Nathalie Ullrich. Diese hilft finanziell, wenn beim Auszug aus dem Elternhaus das Lehrgeld nicht reicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik