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Gymnasiastin Elif aus Bottrop ist ein Ruhrtalent

Gruppenfoto von der Urkundenverleihung mit allen 102 Ruhrtalenten.

Gruppenfoto von der Urkundenverleihung mit allen 102 Ruhrtalenten.

Foto: Ruhrtalente

Bottrop.   Die Schülerin des Heinrich-Heine-Gymnasiums hat dank ihres Stipendiums schon einiges erlebt – von der Erstwählerkonferenz bis zur Sprachreise.

Elif Bayat ist ein Ruhrtalent. Die 18-jährige Schülerin vom Heinrich-Heine-Gymnasium hat ein Stipendium im gleichnamigen, noch jungen Programm ergattert – als bislang einzige Bottroperin. Erst kürzlich fand in Essen die Aufnahmefeier statt, bei der insgesamt 102 Stipendiaten aus dem Revier ihre Urkunden für das Schuljahr 2017/18 erhielten. „Die anderen Stipendiaten sind total freundlich. Oft sind es Leute, die sich stark für Politik interessieren“, erzählt Elif Bayat. So wie sie; die Schülerin strebt auf jeden Fall ein Studium in diesem Bereich an. Und: „Mein ganz, ganz großer Traum ist, Diplomatin zu werden.“

Traumjob Diplomatin

Mit Hilfe der Diplomatie, findet Elif Bayat, lasse sich Frieden auf der Welt schaffen. Das Engagement für ein gutes Miteinander auf unserem Planeten ist ihr wichtig. „Ich achte darauf, wie ich mit Menschen und auch mit Tieren umgehe“, sagt die junge Frau, die sich als Veganerin bezeichnet. Dass sie sich aktiv einsetzt, Flüchtlingen Nachhilfe gegeben hat, in der Schülervertretung und der Schulkonferenz mitmischte, dürfte bei der Stipendiums-Jury gut angekommen sein.

Gehört hatte Elif Bayat vom Ruhrtalente-Programm von einer Freundin aus Gladbeck. Paul Pillath, der als Talentscout der Hochschule Ruhr West Schüler am HHG berät, hat sie dann bei ihrer Bewerbung unterstützt. „Nach mehreren Wochen wurde ich zum Gespräch eingeladen“, erzählt die 18-Jährige; im Frühjahr war das. „Und schließlich gab es die Zusage – ich war natürlich stolz und glücklich.“ Neben sozialem Engagement spielen beim Auswahlverfahren auch schulische Leistungen eine Rolle.

Ihr Vorbild ist ihr großer Bruder

Danach gefragt, meint die Schülerin der Jahrgangsstufe 12 zurückhaltend: „Ich bin bestrebt, ein sehr gutes Abitur zu machen.“ Ihr Vorbild ist ihr großer Bruder, der Zahnmedizin studiere. „Ich bin nicht so gut wie mein Bruder, aber schon ganz in Ordnung“, meint Elif Bayat. Als ihre Lieblingsfächer nennt sie Sozialwissenschaften, Geschichte, „eigentlich alle gesellschaftswissenschaftlichen Fächer“. Ein Probestudium an der Uni Essen/Duisburg mit Vorlesungen zum Thema „Semantik“ im Wintersemester 2016/17 hat ihr die Erkenntnis gebracht, dass ihr der Bereich der Germanistik eher weniger liege.

Die Hochschule selbst aber lockt Elif Bayat schon jetzt, „ich habe auch den Sommercampus an der Ruhruniversität Bochum besucht.“

Kostenloses Bildungsprogramm

Das Schülerstipendium bietet der Bottroperin ein kostenloses Bildungsprogramm, über das sie neue Erfahrungen sammeln kann. „Ich habe bereits eine Grubenfahrt auf Prosper-Haniel gemacht, war drei Tage in Berlin, auf einer Erstwählerkonferenz und beim Eon-Bewerbungstraining“, erzählt sie. „Highlight bisher war eine zweiwöchige Sprachreise nach Liverpool.“

Darüber hinaus würden die Stipendiaten individuell beraten, erhielten Unterstützung etwa in Sachen Praktikum oder bei Bedarf auch Sachleistungen wie einen Laptop oder ein Schoko-Ticket. Bis zu ihrem Abitur wird Elif Bayat als Ruhrtalent weiter gefördert.

Und sonst? Braucht die Schülerin immer Bewegung in ihrem Leben: „Ich habe sechs Jahre lang Fußball gespielt, beim SV Rhenania.“ Sie mag viele Sportarten, trainiert aktuell im Fitnessstudio. Und greift auch gerne mal in die Saiten – „ich spiele E-Gitarre an der Musikschule.“

>>> FAKTEN ZUM STIPENDIUMPROGRAMM

Ruhrtalente ist ein 2016 von der Westfälischen Hochschule, der RAG-Stiftung und dem Initiativkreis Ruhr entwickeltes Schülerstipendienprogramm. Gefördert werden besonders leistungsorientierte Schüler aus weniger privilegierten Familien, die sich durch gute schulische und außerschulische Leistungen, soziales Engagement sowie ein hohes Maß an Motivation und Zielstrebigkeit auszeichnen.

Kinder und Jugendliche ab der achten Klasse erhalten praktische Bildungsangebote, Beratung und individuelle Talentförderung. Lehrer oder Talentscouts können Schüler für das Stipendienprogramm empfehlen, das Auswahlverfahren läuft über eine Jury. Gefördert werden die Stipendiaten bis zum Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums.

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