Stadtentwicklung

Gruppe befasst sich nur mit Bergbauflächen

Der Standort Prosper-Haniel an der Fernewaldstraße.

Foto: Heinrich Jung

Der Standort Prosper-Haniel an der Fernewaldstraße. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Politiker im Wirtschaftsförderungsausschuss fordern Verwaltung auf, zumindest eine Arbeitsgruppe zu gründen die sich um die Flächen kümmert.

Die Stadtverwaltung soll sich intensiver darum bemühen, dass auf frei werdenden Bergbauflächen schneller wieder neue Firmen ansässig werden und neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Das fordern alle Fraktionen und Ratsgruppen. Die Parteivertreter im Ratsausschuss für Wirtschaftsförderung übten einmal mehr teils scharfe Kritik daran, dass auch ein Jahr vor der Schließung des letzten Steinkohlenbergwerks Prosper-Haniel noch immer keine Fortschritte und Perspektiven zu erkennen seien.

Grüne schlagen gemeinsame Projektgesellschaft vor

Zumindest eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe soll die Verwaltung nun bilden, um bei der Wiederaufbereitung der Bergbauflächen in Bottrop voranzukommen. Vor allem CDU und Grüne hatten zuletzt ähnliche Forderungen erhoben. So schlug Grünen-Ratsfrau Andrea Swoboda eine gemeinsame Projektgesellschaft vor, an die Grundstücke für Firmenansiedlungen übertragen werden sollen. „Das ist eine ausgesprochen gute Idee“, stimmte ihr CDU-Ratsherr Volker Jungmann zu. „Wir wollen auch den Verlust an Arbeitsplätzen ausgleichen“, betonte der stellvertretende CDU-Fraktionschef. Wie die Grünen fordere die Union, da viel intensivere Anstrengungen zu unternehmen. Auch die CDU hatte eine Entwicklungsgesellschaft ins Gespräch gebracht.

Skeptisch beurteilte Jungmann jedoch, ob die RAG als Inhaberin der Bergbauflächen Interesse an einer solchen Projektgesellschaft habe. Zumindest soll sich aber die Stadt mit einer Task Force stärker um ihre Ziele für die Nach-Bergbau-Zeit kümmern. „Wir haben ja kein Projekt“, gibt auch SPD-Wirtschaftssprecher Frank Beicht zu bedenken. Das liege auch daran, dass die Bergbauflächen nicht schnell wieder frei werden. „Da blockt der Bergbau massiv“, sagte Beicht. Auch die SPD könne der von der CDU ins Gespräch gebrachten Task Force in der Verwaltung aber etwas abgewinnen, stimmte er zu.

ÖDP findet es „beschämend“

Zu den schärfsten Bergbau-Kritikern in der Stadt gehört die ÖDP. „Wir müssen zusehen, dass wir an die Bergbauflächen kommen und sie nutzen können“, forderte ÖDP-Ratsherr Stefan Krix. Das Ende des Bergbaus sei lange bekannt, doch es geschehe einfach nichts, um den nötigen wirtschaftlichen Wandel zu beschleunigen. „Das ist beschämend“, urteilte Krix. Für die Stadtverwaltung ließ Oberbürgermeister Bernd Tischler diese Kritik jedoch nicht gelten. „Immer dann, wenn Bergbauflächen frei wurden, haben wir sofort, sehr schnell und sehr professionell gehandelt“, betonte er. Als Beispiel führte er das Hüls-Gelände an, auf dem sich bereits mehrere Firmen angesiedelt haben.

Allerdings wird es nach Einschätzung der CDU noch Jahre dauern, bis größere Bergbauflächen genutzt werden können. Frühestens 2022 sei damit zu rechnen, hatte die Union schon vor zwei Jahren gemahnt und bei den Etatberatungen ebenso wie die FDP die Ausweisung neuer Gewerbegebiete in der Stadt gefordert.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik