Museumserweiterung

Bürger zeigen großes Interesse an den Architektenplänen

Führung zu den Architekturentwürfen zum Erweiterungsbau des Josef-Albers-Museums Quadrat.

Foto: Thomas Gödde

Führung zu den Architekturentwürfen zum Erweiterungsbau des Josef-Albers-Museums Quadrat. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.  Die Präsentation der 25 Entwürfe für die Ausstellungshalle lockt zahlreiche Besucher ins Quadrat. Die haben viele Fragen zum Erweiterungsbau.

Das Interesse an dem geplanten Erweiterungsbau des Museums Quadrat wächst. Seit die Architektenentwürfe in der Modernen Galerie des denkmalgeschützten Küppers-Baus zu sehen sind, herrscht regeres Kommen und Gehen am Stadtgarten. Auch die öffentliche Führung zu den 25 Entwürfen, die Museumsdirektor Heinz Liesbrock angesetzt hatte, machte etwa 40 Besucher - darunter auch Künstler, die in der letzten Zeit dort ihre Arbeiten in Wechselausstellungen zeigten oder Stadtpolitiker - neugierig auf das, was neben dem beliebten transparenten Bau aus Glas und Stahl demnächst entstehen wird.

Dabei sind Vorstellungen und Erwartungen höchst unterschiedlich - wie eigentlich immer, wenn größere Veränderungen bei öffentlichen Bauten und dazu noch Eingriffe in die umgebende Natur erfolgen. So offenbar auch in der Jury, die am Ende zwei Siegerentwürfe aus den vorgestellten 25 Arbeiten kürte.

Respekt vor dem Küppers’ Altbau

Ein starke Minderheit - darunter wohl auch Liesbrock selbst, hatte sich nämlich auch für den Entwurf des bekannten Berliner Büros Kollhoff stark gemacht. Ein aus der Jahrhunderte alten europäischen Bautradition entwickelter Entwurf, der weder optisch noch in seiner Materialität an die bestehenden Küppers-Bauteile anknüpft, sondern diese allein durch die beabsichtigte Lage westlich der alten Bürgermeistervilla für sich stehen ließe.

Aber, so Heinz Liesbrock, die nach langer Sitzung letztlich einstimmig getroffene Entscheidung für die beiden Siegerentwürfe sehe vor, dass diese, der von Gigon/Guyer aus Zürich oder Fioretti Marquez aus Berlin, vielleicht auch eine Lösung dazwischen, umgesetzt werde. Es komme darauf an, wie die geforderten Nachbesserungen aussehen. Zum Beispiel sei die Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen - wie bei Fioretti Marquez noch geplant - eher nicht gewollt.

Warum so wenig Fenster?

Zu blockhaft. Warum so wenig Fenster? Wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus? Fragen der Besucher, die der Museumschef mit dem Verweis auf konservatorische Gründe (zuviel Lichteinstrahlung schade oft Kunstwerken) und die für eine Präsentation von Wechselausstellung benötigte Wandfläche beantwortete. Und natürlich werde heutzutage ein Neubau mit der höchstmöglichen Energieeffizienz gebaut.

Wie die Vielfalt der ausgestellten Entwürfe zeigt, wird der Umgang mit der bestehenden Architektur - der Denkmalschutz favorisierte dabei den zweit platzierten Entwurf - unterschiedlich beantwortet.

Die Erweiterung solle auf jeden Fall Respekt vor der Küppers-Ästhetik haben, dürfe aber durchaus ein eigenständiger Entwurf sein. Denn schließlich sei das Museumszentrums Quadrat von Bernhard Küppers, das in Abschnitten zwischen 1976 und 1983 gebaut wurde, bei der Aufnahme in die Denkmalliste 2006 das jüngste Baudenkmal in NRW gewesen.

Angst um den Baubestand und um den Park

Ob der Bau der neuen Wechselausstellungshalle nicht zu klobig daherkommt und wieviel vom Bestand des Stadtgartens geopfert wird: Auch dies interessiert Bottroper Bürgerinnen und Bürger, die am Sonntag im Quadrat die Architektenentwürfe sehen und erklärt haben wollten.

Natürlich werde in den Park eingegriffen, aber nur dort, wo es Denkmalschutz und die Anforderungen der Ausschreibung zuließen, so Museumsdirektor Heinz Liesbrock.

Die Teiche sollen nicht verschwinden, höchstens etwas verlegt werden

Von einer Missachtung der Küppers-Bauteile könne gar keine Rede sein. Und auch der Teich werde nicht verschwinden, höchstens etwas verlegt, so Liesbrock. Es gebe eine „Bannmeile“ jenseits der keine Bautätigkeit stattfinden dürfe. Auf den Einwurf, es gebe Küppers-Pläne zu Erweiterung des bestehenden Museumskomplexes, antwortete Liesbrock: „Mir ist die Existenz solcher Pläne nicht bekannt.“

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