Gott und der Fidget Spinner

W  er ein Kind ist oder selbst Kinder oder Enkelkinder hat, der kennt den Fidget Spinner. Ein Spielzeug, groß wie eine Kinderhand, manche sagen auch Handkreisel dazu. Drei schwere Gewichte sind in einem Dreieck aus Plastik untergebracht, das in der Mitte mit einem Kugellager versehen ist. Zwischen Zeigefinger und Daumen eingeklemmt, kann man es so sehr schnell drehen – und Kinder und Jugendliche können eine ganze Menge Tricks damit einüben.

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er ein Kind ist oder selbst Kinder oder Enkelkinder hat, der kennt den Fidget Spinner. Ein Spielzeug, groß wie eine Kinderhand, manche sagen auch Handkreisel dazu. Drei schwere Gewichte sind in einem Dreieck aus Plastik untergebracht, das in der Mitte mit einem Kugellager versehen ist. Zwischen Zeigefinger und Daumen eingeklemmt, kann man es so sehr schnell drehen – und Kinder und Jugendliche können eine ganze Menge Tricks damit einüben.

Kürzlich haben die Kirchen der Welt Trinitatis gefeiert – ein Fest im Kirchenjahr, an dem es um Gottes Dreieinigkeit geht. Der Fidget Spinner ist ein gutes Bild, um dieses Geheimnis zu erklären. Er braucht drei Gewichte, damit er zwischen den Fingern rund läuft. Wenn man ihn schnell genug dreht, kann man die einzelnen Teile nicht mehr erkennen: Die Dynamik ist schneller, als es unser Auge erfassen kann. Die Farben verlaufen, und ein einziger großer Kreis entsteht.

So stelle ich mir Gott vor: Vater, Sohn und Heiliger Geist, eine runde Sache und in so großer Dynamik, dass ich es überhaupt nicht erfassen könnte. Drei sind eins. Gott ist nicht fest, nicht aus Stein, Gott an sich ist schon auf Gemeinschaft und Bewegung angelegt.

Es heißt, dass Menschen mit großer Nervosität oder Hyperaktivität mit Hilfe eines Fidget Spinners abgelenkt werden und Ruhe finden können. Eine schwerkranke Mutter soll das erste Exemplar gebaut haben, damit ihre Tochter sich selbst beschäftigen kann. In der schnellen Bewegung finden Menschen Ruhe. Wie mit Handschmeichlern oder Knetbällen kann man sich kurz aus dem alltäglichen Stress in der Schule oder bei der Arbeit zurückziehen.

Gläubige Menschen finden solche Ruhe auch bei Gott: Für einen kurzen oder langen Moment, mehrmals täglich oder einmal in der Woche oder vielleicht auch nur ein paar Mal im Jahr. Was für den Fidget Spinner gilt, gilt dabei auch in Moscheen, Synagogen und Kirchen: Es will eingeübt sein. Je mehr wir üben, desto besser funktioniert das. Ausatmen, Runterkommen, Ruhe finden.

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