Tag der Arbeit

Gewerkschaftsbund setzt sich mit der Maikundgebung kleiner

Laden ein zur Maikundgebung: von links Gewerkschaftssekretär Hans Hampel, DGB-Chefin Suzann Dräther sowie Josef Moll von der GEW.

Laden ein zur Maikundgebung: von links Gewerkschaftssekretär Hans Hampel, DGB-Chefin Suzann Dräther sowie Josef Moll von der GEW.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Kundgebung und Feier werden nicht mehr auf dem Berliner Platz stattfinden, sondern auf der Gastromeile. Martin Schulz spricht zum Thema Europa

Im Jahr eins nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus setzt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine traditionelle Maikundgebung eine Nummer kleiner. Statt auf dem Berliner Platz findet sie nun statt rund um die neue Bühne an der Gastromeile auf der Gladbecker Straße. Das Thema heißt: „Europa. Jetzt aber richtig!“. Es spricht Martin Schulz, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und ehemaliger SPD-Parteichef.

Bergbaugewerkschaft gibt Organisation ab

Dass die Schließung von Prosper-Haniel auch Auswirkungen auf die bisher von der Bergbaugewerkschaft IGBCE organisierte Maikundgebung sowie das anschließende Familienfest haben würde, war früh absehbar. Die IGBCE hat die Organisation abgegeben an den DGB, und der hat die Veranstaltung neu aufgestellt. Statt auf dem Gleiwitzer Platz findet am 1. Mai um 10 Uhr das Platzkonzert auf dem Berliner Platz statt.

Von dort aus setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung zur neuen Bühne auf der Gastromeile. Dort spricht zunächst Bottrops DGB-Chefin Suzann Dräther. Nach dem Grußwort von Oberbürgermeister Bernd Tischler spricht Martin Schulz. „Zum Thema Europa hätten wir keinen besseren Redner finden können“, sagt Bottrops DGB-Chefin.

Vor dem anschließenden Familienfest hält der DGB trotz des Bergbau-Abschiedes an einer Tradition fest, sagt Suzann Dräther: „Eine Maikundgebung in Bottrop ohne das Steigerlied - das geht gar nicht.“

„Wir haben faire Preise ausgehandelt“

Die Versorgung des Familienfestes mit Speisen und Getränken hat die Interessengemeinschaft Gladbecker Straße übernommen. Das ist im Wortsinn eine naheliegende Lösung. „Wir haben faire Preise ausgehandelt“, versichert Gewerkschaftssekretär Hans Hampel. Die Preise könnten allerdings nicht mehr so günstig sein wie bisher, als die IGBCE die Versorgung mit ehrenamtlichen Kräften gestemmt hatte.

Das sind die DGB-Forderungen

Bundesweit stellt der DGB die Forderungen, Europa müsse sozialer werden, Standards für gute Arbeitsbedingungen setzen, die Gleichberechtigung umsetzen, in Wachstum und Bildung investieren sowie zum Vorbild für eine faire Globalisierung werden.

Bei der Bottroper Kundgebung will der DGB zudem zwei regionale Themen ansprechen: Die Kommunen im Ruhrgebiet müssten endgültig von ihren Altschulden befreit werden, die aus der Zeit stammten, da Bund und Land sie mit den Kosten für Sozialaufgaben belastet hätten. Und beim Thema Strukturwandel brauche Bottrop ebenso Hilfe wie Städte im nördlichen Ruhrgebiet, die Standorte von Kohlekraftwerken seien. Zu diesem Thema sei bisher viel zu wenig aus Berlin in Bewegung gesetzt worden, sagt Hampel: „Wir sind maßlos enttäuscht von den Ergebnissen der Kohlekommission.“

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