Walking Football

Geh-Fußballer in Bottrop suchen ein paar Mitspieler

Beim Walking-Football-Workshop der Bottroper VHS: Ulrich Schulz (Mitte) spielt den Ball.

Beim Walking-Football-Workshop der Bottroper VHS: Ulrich Schulz (Mitte) spielt den Ball.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Auf Schalke lernte Ulrich Schulz Walking Football schätzen. Jetzt möchte der Bottroper in einem VHS-Kurs weiter kicken. Wer möchte da mitspielen?

Die Tore sind viel kleiner. Kopfbälle müssen die Spieler sein lassen, und der Ball darf auch nur in Hüfthöhe über den Platz fliegen. Doch sonst ist eigentlich so ziemlich alles wie bei einem ganz normalen Fußballspiel. Das sagt einer, der es wissen muss: Raimund Trepper war früher zum Beispiel für Adler Osterfeld oder RSV Klosterhardt am Ball, und Trainer beim SV Vonderort und beim VfL Grafenwald ist er auch gewesen. Nur so ein hohes Tempo wie sonst gehen die Spieler beim Walking Football nicht.

Denn dann verstießen sie ja gegen die Regeln der Trendsportart. Wenn die Fußballer rennen, wäre das Foulspiel. Sie müssen gehen. Genau das gefällt auch Raimund Trepper. „Ich habe etwas gesucht, was nicht ganz so anstrengend ist wie Altherren-Fußball“, sagt der Bottroper. Wegen der Knieprobleme, erklärt er. Geh-Fußball sei da genau das Richtige. „Das ist ein Sport, bei dem ich sagenhaft viel Spaß habe, und was mir am wichtigsten ist: Der Ball ist immer am Fuß“, betont Raimund Trepper.

Nach der A-Jugend war erst einmal Schluss mit Fußball

Der Bottroper hofft daher auch, dass sich weitere frühere Fußballer so wie er von dem Trendsport begeistern lassen. Denn die Volkshochschule (VHS) bietet erstmals im Wintersemester einen neuen Kursus für Walking Football an. Ihre ersten Workshops in Sachen Geh-Fußball waren auf einiges Interesse gestoßen. Geh-Fußball bringe nicht nur Spaß, sondern schone die Gelenke und schütze vor Verletzungen, hatten sie bei bei VHS dafür geworben.

Der Bottroper Ulrich Schulz hat in den Workshops auch mitgespielt. „Ich hatte vorher über 30 Jahre lang keinen Fußball mehr gespielt“, erzählt der frühere Mitarbeiter des städtischen Jugendressorts. Früher habe er bis zur A-Jugend beim VfB Bottrop mittrainiert. Danach war wegen des Studiums und Berufs erst einmal Schluss mit Fußball. Beim Walking Football sei er wieder mit Begeisterung am Ball. Beim Geh-Fußball gehe es zu wie in jedem Fußballspiel auch, nur eben gehend, meint auch er.

Nach jedem Trainingsspiel völlig durchgeschwitzt

Schnell gehen müssen die Fußballer, wenn sie vier gegen vier spielen, erklärt er, denn die Kicker müssen sich ja frei gehen. Die Flachpässe müssen sitzen. „Das geht richtig rund. Wir sind jedes Mal völlig durchgeschwitzt“, beteuert Ulrich Schulz, und Muskelkater hatte der eine oder andere nach dem ersten Workshop auch. Zehn Teilnehmer im Ü 45-Alter müssten für den neuen VHS-Kursus schon zusammenkommen, hofft der Bottroper. Einen Einwechselspieler brauche jedes Team mindestens, und auch diese kommen genauso oft ins Spiel wie die anderen Kicker auch.

Schalke-Fan Ulrich Schulz ist bei den Königsblauen durch die Kampagne von „Schalke hilft“ auf den Trendsport aufmerksam geworden. Die Schalker machten Walking Football im Revier populär. Euro-Fighter Martin Max gehört ebenso wie Ex-Schalke-Libero Matthias Herget zu den Walking-Football-Trainern. Auch Schalke Idol Klaus Fischer spiele schon mal mit, erzählt der glühende Schalke-Fan. Geh-Fußballer Raimund Trepper hat früher auch bei SuS Dinslaken 09 auch mal mit einem heute von Nachwuchsstars sehr geschätzten Schalker richtig Fußball gespielt: Jugendtrainer Norbert Elgert.

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