Im Chefsessel

Bottroper Friseurmeister betreibt 20 Salons

Im gleichen Haus wie die Verwaltungszentrale befindet sich einer der Salons von Dirk Gresch.

Foto: Michael Korte

Im gleichen Haus wie die Verwaltungszentrale befindet sich einer der Salons von Dirk Gresch. Foto: Michael Korte

Bottrop.   Dirk Gresch trat in die Fußstapfen seines Vaters. Dabei machte er zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Noch heute schraubt er manchmal.

Dieser Mann ist genauso gut am Schraubenzieher wie an der Schere: Einst machte Dirk Gresch eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Dann trat er doch noch in die Fußstapfen seines Vaters Manfred Gresch, und heute betreibt der Friseurmeister 20 eigene Salons mit aktuell 140 Mitarbeitern. Mit der Verwaltungszentrale zog der 54-Jährige vor fünf Jahren von Hünxe nach Bottrop an die Osterfelder Straße; im gleichen Haus eröffnete er eine seiner Perfect-Hair-Filialen.

Damit kehrte Dirk Gresch zurück zu seinen Wurzeln. „Ich wollte immer wieder nach Bottrop zurück.“ Schließlich habe er bis 1999 im damaligen Familienbetrieb am Trapez Haare geschnitten. „Ich war in Bottrop bekannt wie ein bunter Hund“.

Im Jahr 2000 machte er sich selbstständig, kaufte seinem Vater einen Teil seiner Geschäfte ab, damals sechs an der Zahl. Ab 2007 kam eine neue Salon-Marke hinzu, die in einem günstigeren Preissegment liege und eine jüngere Zielgruppe anspreche. Der „Head Factor“-Laden in Bottrop zieht aktuell vom Kirchplatz an die Poststraße. Zuletzt erweiterte Gresch sein Unternehmen um die Marke Top Ten, „da gibt es zum Beispiel Satelliten in Süd- und Ostdeutschland“.

Parallel hat der 54-Jährige immer für die Industrie gearbeitet, lange Jahre für Wella, heute für L’Oréal, wie er erzählt: „Als ich jünger und noch mehr selbst an der Schere war, habe ich viele Shows und Modenschauen gemacht, bin durch die Welt getingelt. Früher war ich manchmal 30 Wochenenden im Jahr unterwegs.“

Das sei zwar mit steigender Anzahl der eigenen Salons weniger geworden. Aber rum kommt der Wahl-Essener immer noch: „Gerade habe ich in Athen einen Vortrag gehalten.“ Er berät die Industrie und Friseure zu Mode- und Farbtrends, hält Vorträge über den Markt, macht Frisuren für Fotoshootings „und ab und zu noch Shows“.

Bottroper Filiale wächst stetig

Jeder Arbeitstag sei anders, sagt Dirk Gresch, „und das liebe ich auch“. Seine Haupttätigkeit finde vor Ort in den Geschäften statt. „Ich kümmere mich um Mitarbeiter, Umbauten, Renovierungen, Marketing und Schulungen.“ Manchmal besucht er an einem Tag fünf seiner Geschäfte. Gern packt er neue Projekte an. „Wir wollen jetzt in Essen einen bestehenden Salon zu einem Salon plus Schule umbauen.“ Um dort den eigenen Nachwuchs und neue Mitarbeiter zu qualifizieren.

Gutes Personal zu finden gehört zu seinem Tagesgeschäft. Nicht zu letzt für Bottrop, denn die Perfect-Hair-Filiale hier wachse stetig seit ihrer Eröffnung vor fünf Jahren. Aktuell überlegt Dirk Gresch, Fläche aus der Verwaltungsetage für den Friseur-Betrieb dazu zu nehmen.

Alles in allem ein Arbeitsalltag, der eine gewisse Fitness voraussetzt, könnte man meinen. Tatsächlich ist Dirk Gresch in seiner Freizeit sportlich unterwegs. Er joggt und boxt, letzteres seit seinem 14. Lebensjahr.

Und den Schraubenzieher, den kann er tatsächlich hier und da noch gebrauchen: „Ich restauriere ab und zu noch Autos.“

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