Aktion am Tetraeder

Fred Fischer ist ohne Aliens zurück auf der Halde in Bottrop

Fred Fischer stellt auf der Halde an der Beckstraße, Tetraeder, am Mittwoch, 13. September 2017, seine Skulpturen aus Schrott auf. Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Foto: Thomas Gödde

Fred Fischer stellt auf der Halde an der Beckstraße, Tetraeder, am Mittwoch, 13. September 2017, seine Skulpturen aus Schrott auf. Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Fred Fischer wurde durch steinerne Außerirdische im Schatten des Tetraeders bekannt. Nun sucht er über Draht-Figuren den Austausch mit Besuchern.

Der Wind wütet an diesem Morgen übers Plateau unterhalb des Tetraeders, als wolle er alles und jeden die Hänge hinunterfegen. Doch Fred Fischer bleibt standhaft.

Der Mann, der mit seinen Alien-Gestalten in der Vergangenheit schon mehr als einmal für Aufsehen gesorgt hat, ist auf die Halde zurückgekehrt. Über sperrige Drahtfiguren, hergestellt aus Recycling-Material, will er mit den Halden-Besuchern ins Gespräch kommen. Sein zentrales Thema ist – gewissermaßen im Gegensatz zu den hageren Silhouetten – das innere Ich, die Seele, das Unterbewusste, die Menschlichkeit. „Es gibt viele Begriffe dafür“, sagt der 61-Jährige.

Die Aliens will der Bottroper eigentlich hinter sich lassen

Die Aliens will der Bottroper eigentlich hinter sich lassen, einen Abschluss dafür finden. Auch wenn er Spaß an dem Thema hatte, wie er betont.

Drahtfiguren schmücken Halde in Bottrop

Bottrop, 13.09.2017: Die Figuren von Fred Fischer erinnern an Aliens, sollen aber keine sein. Sein Thema ist das innere Ich, das Unterbewusste. Bis zum 29. September bringt Fischer die Figuren täglich auf die Halde und baut sie abends wieder ab.
Drahtfiguren schmücken Halde in Bottrop

Mehrere Generationen von Außerirdischen hat Fischer auf die Halde gebracht. Alles nahm seinen Anfang mit den viel beachteten steinernen Aliens, die er in der Mulde unterhalb des Tetraeders legte – und die 2009 laut Regionalverband Ruhr verschwinden mussten, um die Landmarkenkunst wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Seitdem gestattet der RVR als Eigentümer der Halde es dem Bottroper regelmäßig, temporäre Aktionen auf dem Hügel an der Beckstraße zu starten. „Der RVR steht zu seinem Wort“, bekräftigte nun Sprecher Jens Hapke. „Wenn Fred Fischer eine neue Idee hat, darf er sie auf der Halde umsetzen.“

Für die Aktion am Tetraeder nutzt Fischer seinen Urlaub

Für drei Wochen hat der 61-Jährige diesmal die Erlaubnis erhalten, um seine Aktion auf der Tetraeder-Halde durchzuführen. Seinen Urlaub nutzt der künstlerische Autodidakt dafür, will bis zum 29. September möglichst täglich zwischen 12 und 18 Uhr mit seinen Draht-Werken auf dem Plateau stehen. Mit einem Karren zieht er sie Tag für Tag mühsam die Hänge hoch, baut sie oben auf und abends wieder ab. Vor zwei Jahren hatte er eine ähnliche Aktion nach wenigen Tagen abgebrochen; das Interesse schien ihm zu gering.

Doch es wurmte den Mann, keinen richtigen Abschluss gefunden zu haben. Also ist er wieder da. Und mit ihm die Figur aus umwickeltem Drahtgeflecht, die ihm besonders am Herzen liegt: Fred. Ein Abbild seiner selbst, direkt dahinter ein Wesen mit schwarzem Kopf, das ihm den Spiegel vorhält.

„Vielleicht habe ich eine Macke“

Die Umsetzung einer Vision, die den 61-Jährigem seit langem beschäftigt. Zu „Fred“ gesellen sich weitere skurrile Gestalten, die Beobachter durchaus an die alten Aliens erinnern könnten, sowie gemalte Tableaus über die Sinne des Menschen. „Vielleicht habe ich eine Macke“, sagt der 61-Jährige schlicht. „Dann ist es aber eine religiöse.“

Fred Fischer freut sich über Halden-Besucher, mit denen er über seine Sicht der Dinge reden kann. Und die im besten Fall so mutig sind, im Austausch über die Werke auch etwas von sich zu geben.

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