Jubiläum

Frauenhaus Bottrop feiert das 25-Jährige Bestehen

Das Team des Frauenhauses auf der Bühne; (v.l.) Anikó Balogh, Sandra Behrendt, Neriman Ören-Murat und Sylvia Rüdel.

Foto: Thomas Gödde

Das Team des Frauenhauses auf der Bühne; (v.l.) Anikó Balogh, Sandra Behrendt, Neriman Ören-Murat und Sylvia Rüdel. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Großer Bahnhof mit geladenen Gästen in der Alten Börse. Schutzraum für Opfer von häuslicher Gewalt ist heute so wichtig wie bei der Eröffnung.

Großer Bahnhof in der Alten Börse. Hier feierte das Frauenhaus Bottrop, Trägerin ist die Awo, am Dienstag sein 25-jährige Bestehen mit vielen Gästen und Wegbegleitern.

„Eigentlich ist es ja kein Grund zum Feiern, dass wir in dieser Welt immer noch Schutzräume für Frauen brauchen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind“, stellte Awo-Geschäftsführerin Gudrun Wischnewski in ihrer Begrüßungsansprache gleich klar. Tatsache aber ist: Frauenhäuser werden gebraucht.

Und zwar ganz dringend. In den letzten Jahren gab es kaum einen Tag, an dem das Frauenhaus nicht voll belegt war. Häufig mussten hilfesuchende Frauen abgewiesen werden, oft weil das Haus belegt war, manchmal auch, weil sie nicht anspruchsberechtigt waren.

Erster Standort war in Welheim

Viele Beteiligte gab es, die sich Anfang der 90-er Jahre für die Gründung eines Frauenhauses in Bottrop stark gemacht haben. Das waren engagierte Frauen aus der Frauenbewegung, aus Vereinen und der Politik, das waren Vertreter von Polizei und Verwaltung. Viele von ihnen sind heute noch Teil des Netzwerks des Frauenhauses, das schließlich 1992 in Welheim eröffnet wurde.

Oberbürgermeister Bernd Tischler, auch Awo-Kreisvorsitzender, rief die Geschichte des Frauenhauses in Erinnerung, das seinen ersten Standort in einem ehemaligen Supermarkt hatte. Das ist längst Geschichte. Vor 15 Jahren zog die Einrichtung an einen anderen (anonymen) Standort um.

Die Problemlagen, mit denen es die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses bei den hilfesuchenden Frauen zu tun haben, sind im Laufe der Jahre immer vielschichtiger geworden, die Hilfe zugleich immer schwieriger. Es gibt viele Sprachprobleme und neue rechtliche Hürden. Die Finanzierung der Frauenhäuser ist seit ihrer Gründung ein Problem. „Da sind mutige Entscheidungen der Politik nötig“, mahnte der OB an.

Eine Spirale aus 4420 Steinen

Am Dienstag aber war allen mehr nach Feiern zumute. Auf der Bühne stellte sich das Team des Frauenhauses mit Sandra Behrendt, Neriman Ören-Murat, Sylvia Rüdel und Anikó Balogh vor und präsentierte ihr Projekt „Ein Stein, der Wellen schlägt“. Eine Spirale aus Steinen und echte Fleißarbeit, sorgsam gelegt im Festsaal. Sie symbolisierte die 25 Jahre des Frauenhauses und die Frauen und Kinder, die hier Zuflucht gefunden haben: 4420 Steine insgesamt.

Musikalisch wurde das Fest mit Balladen der Sängerin und Gitarristin Corinna eröffnet, beendet mit Frauen-Kabarett und Lisa Feller. Die hat gerade erst in Bottrop des FrechDAX bekommen.

Frauenhaus ist rund um die Uhr zu erreichen

  • Im vergangenen Jahr haben 98 Frauen und 53 Kinder Zuflucht im Frauenhaus Bottrop gefunden. Es gab insgesamt 5757 Übernachtungen in der Einrichtung der Awo.
  • Im Frauenhaus erhalten die Frauen und ihre Kinder Schutz, Unterstützung und Beratung durch ausgebildete Fachkräfte, die sie auch zu Behördengängen begleiten und können in Ruhe ihre Lage überdenken. Die Adresse des Frauenhauses ist anonym.
  • Das Frauenhaus Bottrop ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 409203 zu erreichen.

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