Wirtschaft

Firmenjubiläum in der Coronakrise - Wäscherei Mayr wird 25

Inge Schmidt-Mayr feiert mit ihrer Wäscherei und Heißmangel am 1. Juli das 25-jährige Bestehen.

Inge Schmidt-Mayr feiert mit ihrer Wäscherei und Heißmangel am 1. Juli das 25-jährige Bestehen.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Betrieb aus Bottrop-Mitte ist sogar auf Wachstumskurs: Chefin Inge Schmidt-Mayr übernimmt zusätzlich eine Postfiliale auf dem Eigen.

Eigentlich hat sie eine abgeschlossene Ausbildung als Bäckereiverkäuferin. Ihr berufliches Glück gemacht hat Inge Schmidt-Mayr aber in der Reinigungsbranche: Seit 25 Jahren führt sie die Wäscherei Mayr an der Gildestraße. Und wenn die Corona-Krise auch eine wirtschaftliche Herausforderung für die Chefin war und ist - zu den 25 werden bestimmt noch ein paar Jahre hinzu kommen. Noch dazu ist das kleine Unternehmen auf Wachstumskurs.

Beginn als Auslieferungsfahrerin

Als junge Mutter hat die heute 52-Jährige zunächst als Auslieferungsfahrerin in der damaligen Wäscherei Reis angefangen zu arbeiten. „Die Arbeitszeiten passten damals perfekt für mich“, erzählt Inge Schmidt-Mayr. Nach und nach lernte sie auch die anderen Bereiche kennen, „im Grunde habe ich das Geschäft von der Pike auf gelernt, mit allen Kniffen“. Als die Wäscherei dann drei Jahre später zum Verkauf stand, wurde sie zum Mayr-Familienbetrieb. Gründungsdatum: 1. Juli. Und der soll zum Silberjubiläum mit Kunden und Gästen gefeiert werden. Ab 10 Uhr draußen vor der Tür, mit Stehtischen und Sektempfang - immerhin das lässt Corona zu. Die Feier zu verschieben kam für die Bottroperin nicht in Frage. „Diesen Tag kann mir keiner wieder geben.“

Inge Schmidt-Mayr ist eine Frau der Tat, die von sich sagt: „Ich bin nie stehen geblieben. Für mich war immer das Wichtigste, mir zu sagen: Geh weiter.“ Was ohne Zweifel nicht immer leicht sei - „man hat ja nicht zwölf gute Monate im Jahr“. In den vergangenen 25 Jahren sei sie an ihren Aufgaben gewachsen. Früher zum Beispiel waren die weißen Tafeltücher aus der Gastronomie eine sichere Geschäfts-Bank für die Wäscherei - „heute hat man überall geschliffene Tische und kaum noch Tischdecken“, sagt sie.

Mitarbeiter sind coronabedingt noch teils in Kurzarbeit

Doch sie ließ sich stets Neues einfallen. Auch jetzt, in der Corona-Krise. Die Gastronomie war lange geschlossen, hat es teils jetzt noch schwer - dieser Zweig fiel deshalb auch für Inge Schmidt-Mayr weg. „Dafür machen wir jetzt die Wäsche für Altenheime; Nachfrage gibt’s auch von Arztpraxen und Apotheken.“

Zunächst hatte sie sogar selbst schließen müssen. „Drei Tage nach dem Lockdown war noch nicht klar, ob wir systemrelevant sind.“ Doch schnell stand sie wieder im Laden, zunächst zwei Monate ganz alleine, und auch jetzt sind Mitarbeiter teils in Kurzarbeit.

Künftig trägt die Geschäftsfrau die Verantwortung für zwei Läden

Und dann ist aus der Corona-Phase, in der sie durch die schleppender laufenden Geschäfte den Kopf frei für Inspirationen hatte, tatsächlich noch etwas ganz Neues erwachsen: die Übernahme der Postagentur auf der Kirchhellener Straße im Eigen, mit Wäscherei und Heißmangel im Hintergrund. Nun trägt die Bottroperin eine doppelte Verantwortung. Wobei sie sich nicht als Alleinkämpferin sieht: „Ohne mein Team wäre ich nichts!“ Und ohne die Unterstützung ihrer Eltern, die im Laden mit anpacken, und ihres Partners möglicherweise weniger stark.

Zum Mitarbeiterteam zählen in der Wäscherei Mayr an der Gildestraße acht Leute, am neuen Standort Kirchhellener Straße sind es nochmal sieben. Dort will Inge Schmidt-Mayr samstags selbst hinter der Theke stehen, um sich von den erfahrenen Mitarbeiterinnen dort in das Post-Geschäft einweisen zu lassen.

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