Im Chefsessel

Familien-Trio führt den Bottroper Kunststoffhandel Rexin

Michael, Melanie und Timm Schwarz (v. li.) sind das Geschäftsführer-Trio vom Kunststoffhandel Rexin. Sie führen den Betrieb in dritter Generation.

Michael, Melanie und Timm Schwarz (v. li.) sind das Geschäftsführer-Trio vom Kunststoffhandel Rexin. Sie führen den Betrieb in dritter Generation.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Großvater Egon Rexin gründete das Unternehmen vor genau 50 Jahren im Boytal. Dort wird es nun aber für das wachsende Geschäft zu eng.

Schon als Kinder haben Timm (31) und Melanie Schwarz (35) im elterlichen Familienbetrieb zwischen Wellplastikrollen gespielt, sich gerne mal hinter das Steuer eines Radladers gesetzt. So wuchsen sie hinein in den Kunststoffhandel Rexin. Heute teilen sich die Geschwister die Geschäftsführung mit Melanies Ehemann Michael Schwarz (38). In dritter Generation führt das Trio den Betrieb so erfolgreich, dass aufgrund des Wachstums nun ein größeres Gelände benötigt wird.

Umzug nach Dorsten soll im Frühjahr stattfinden

50 Jahre nach der Gründung im Boytal fiel nach intensiver Flächensuche schweren Herzens die Entscheidung, Bottrop zu verlassen und einen neuen Firmensitz auf dem frühen Zechengelände Fürst Leopold in Dorsten zu bauen. Der Umzug ist fürs Frühjahr geplant.

Man darf vermuten: Der Großvater als Firmengründer hat diese Entwicklung nicht kommen sehen, als er 1968 mit seinem Kleinunternehmen „Gewerbe Egon Rexin“ an den Start ging. Dienstleistungen rund um Entrümpelungen gehörten in der Anfangszeit zum Beispiel zum Geschäft, berichtet Timm Schwarz. „Unser Vater hat dann mit 17 Jahren seinen Vater im Geschäft unterstützt.“ Der gelernte Maler und Lackierer habe die ersten Wellkunststoff-Rollen ins Geschäft gebracht. Wo sich jetzt das Bürogebäude von Rexin befindet, stand bis 2011 das Elternhaus von Rüdiger Schwarz. „Im Vorgarten und in der Einfahrt lagen die ersten Rollen. Der Kunststoff wurde Abschnitt für Abschnitt verkauft.“ Und war letztendlich die Ware, die die Zukunft des Betriebes bestimmen sollte. Heute machen vor allem Terrassenüberdachungen, Carports und Kunststoffplatten das Geschäft von Rexin aus.

Umsatzzahlen sind mit dem Internet gewachsen

„Als wir in die Firma eingestiegen sind, gab es hier mehr Manpower, dadurch konnten wir aus dem Vollen schöpfen“, sagt Timm Schwarz. Parallel seien die Umsatzzahlen mit dem Verkauf übers Internet gestiegen, ergänzt seine Schwester. Damit konnte ein überregionaler Kundenkreis erschlossen werden.

Melanie Schwarz ist 2003 in den Betrieb gekommen, nach einer Banklehre. Zwar sei immer klar gewesen, dass sie im Familienunternehmen mitmischen wollte. „Aber meine Eltern waren der Auffassung, dass man erst einmal woanders lernen soll.“ Ihr jüngerer Bruder Timm hat zunächst ab 2003 eine Industriekaufmann-Ausbildung bei Brockmann gemacht, stieg danach bei Rexin ein. Michael Schwarz schließlich absolvierte sein Informatik-Studium, bis er 2010 dazu stieß. „2012 haben wir den Betrieb offiziell übernommen“, erzählt Timm Schwarz. „Von unseren drei Ausbildungen her ergänzen wir uns ganz gut.“ Schwager Michael ergänzt: „Wir haben die Aufgaben gut aufgeteilt, so dass jeder seine Stärken ausspielen kann.“

Aktuell zählt die Firma rund 50 Mitarbeiter

Aktuell sind bei Rexin rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Geliefert wird deutschlandweit bis zur Haustür. 90 Prozent der Kunden sind Privatkunden, die nehmen teils längere Anfahrtswege in Kauf, um etwa eine Terrassenüberdachung vor Ort in Augenschein zu nehmen. „An unserem neuen Standort können wir die Dächer in Originalgröße zeigen – auch dafür fehlt hier in Bottrop der Platz“, bemerkt Melanie Schwarz. Dennoch habe sich die Bottroper Familie mit dem Gedanken an einen Umzug sehr schwer getan, „wir wollten Bottrop eigentlich nicht verlassen.“

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