Rechte Gewalt

Fall Lübcke: Stadt denkt nach über Sicherheit im Rathaus

Im Rathaus hat die Stadt zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet.

Im Rathaus hat die Stadt zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Was macht der Mordfall Walter Lübcke in Kassel mit dem Sicherheitsgefühl von Amtsträgern? Fragen an Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Der Mord am Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke hat im Bottroper Rathaus ein erneutes Nachdenken über die Sicherheit von hohen Amtsträgern und Mitarbeitern ausgelöst.

„In der Ausländerbehörde haben wir schon 2018 Sicherheit nachgerüstet nach der dortigen Bedrohungslage“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Auch im Rathaus selbst haben wir jetzt Maßnahmen ergriffen. Das war unter anderem zu sehen bei der Demonstration der Bürgerinitiative „Saubere Luft im Bottroper Süden“. Beamte des Kommunalen Ordnungsdienst standen bereit, um den Haupteingang ins Rathaus zu sichern. Tischler: „Es hat auch Abstimmungsgespräche mit der Polizei gegeben. Sie hat jetzt auch ein waches Auge auf den Oberbürgermeister und kann das Rathaus schnell schützen, wenn es notwendig würde.“

„Macht einen vorsichtiger“

Wie geht Tischler persönlich mit der Bedrohungslage um? „Ich habe mich in zehn Jahren als Oberbürgermeister in Bottrop nie bedroht gefühlt“, sagt er. Mit einer Ausnahme: Als er 2018 in der Innenstadt mit anderen Gegendemonstranten Front gegen eine Versammlung der „Mütter gegen Gewalt“ Position bezog, erhielt er danach Drohungen, die sich auch gegen seine Frau und seine Kinder richteten. „Das macht einen nachdenklicher und vorsichtiger.“ Und setzt dann hinzu: „Mich würde so schnell keiner kriegen. Ich kann lange laufen.“ Tischler ist bekennender Langläufer

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben