Nach Entlassung

Experten klären über Pflege auf

Marianne Theis und Udo Mitze informieren sich bei dem Leiter des Case-Managements, Frank Krüger, über die Beratungsangebote.

Marianne Theis und Udo Mitze informieren sich bei dem Leiter des Case-Managements, Frank Krüger, über die Beratungsangebote.

Foto: Thomas Gödde

Am Tag des Patienten informiert das Case-Management des Marienhospitals über Beratungsmöglichkeiten.

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Bottrop. Die Pflegeexperten vom Case-Management des Marienhospitals klärten am gestrigen „Tag des Patienten“ über die sichere Entlassung aus dem Krankenhaus auf. Sie informieren in der Eingangshalle über die Beratungs- und Hilfestellungsmöglichkeiten, die das Haus zu bieten hat. Dazu gehört die Versorgung im häuslichen Bereich, die Pflege- und Sozialberatung, Kurse für pflegende Angehörige wie Rehabilitationsmaßnahmen. Die Vermittlung in die Heim- und Kurzzeitpflege spielt zudem eine wichtige Rolle.

Wichtig: Vorher informieren

„Aufklärungsarbeit ist weiterhin extrem wichtig. Die Patienten waren früher häufig auf sich allein gestellt. Aktuell besucht unser Team die Gäste schon 24 Stunden nach der ersten Aufnahme, um abzuklären, wo Hilfe nötig ist – auch nach dem Krankenhausaufenthalt“, erläutert Frank Krüger, Leiter des Case-Managements. Es ginge bei der Arbeit darum, den Patienten und Familienmitgliedern die wichtigsten Informationen an die Hand zu geben, „damit sie später gut aufgestellt sind.“

Bei einem demenzkranken Patienten ist zum Beispiel das zeitnahe erste Beratungsgespräch notwendig, bei dem unter anderem über die aktuelle Wohnsituation, Schwierigkeiten im Alltag oder Mobilitätstechniken gesprochen wird. Dann sei ein Qualitätscheck möglich, bei dem das Team auf eine demenzfreundliche Umgebung achtet. „Im Bad muss die Dusche zum Beispiel immer nach außen und nicht nach innen aufgehen.“ Zum Abschluss könne dann ein großes Netzwerk aufgebaut werden, das Angehörige und Pflegedienste einschließt.

Ein wenig zögerlich gehen die Interessierten auf die Experten des MHB-Teams zu. Sie erkundigen sich, wie sie sich an die Krankenkassen wenden können, wie sie einzelne Hilfsmittel bekommen und wie sie Kontakt zu den Pflegediensten aufnehmen. Insgesamt sind es jedoch nur wenige Besucher, die sich den Rat der Fachleute einholen.

Patienten ohne Angehörige

Krüger stellt fest: „Das Interesse der Menschen ist erst groß, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Häufig kümmern sich die Angehörigen im Vorfeld gar nicht darum, was ist, wenn schließlich etwas passiert.“ Einige Leute wüssten zudem nichts von den zunehmenden Problemen ihrer Liebsten, andere würden es bewusst verdrängen. „Manche haben auch kein Familienmitglied mehr, das sich kümmern kann“, ergänzt der Pflegetrainer, der seit 1986 am MHB ist. Das hänge mit dem Bevölkerungswandeln zusammen. „Wahrscheinlich nehmen diese Fälle in den nächsten Jahren noch zu.“

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