Corona

Erstkommunion in Bottrop: Fünf Gottesdienste in 24 Stunden

Kommunionkinder feierten am vergangenen Sonntagvormittag in Liebfrauen ihre Erstkommunion. Es war einer von insgesamt fünf Gottesdiensten in der Kirche an dem Wochenende. Die Sitzordnung war vorgeschrieben.

Kommunionkinder feierten am vergangenen Sonntagvormittag in Liebfrauen ihre Erstkommunion. Es war einer von insgesamt fünf Gottesdiensten in der Kirche an dem Wochenende. Die Sitzordnung war vorgeschrieben.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Wegen Corona feiern die Pfarreien St. Cyriakus und St. Joseph mehr Messen. In die Kirchen dürfen nach Anmeldung nur wenige Familienangehörige.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Erstkommunionen in Bottrop im April und Mai verschoben werden. Im September läuft aktuell der zweite Versuch. Aber Corona stellt die Pfarreien St. Cyriakus und St. Josef vor Herausforderungen.

Innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden haben am vergangenen Wochenende in der Liebfrauen-Kirche fünf Gottesdienste stattgefunden. Samstag zwei (9 und 11 Uhr) und am Sonntag (9,11 und 15 Uhr) sogar drei. Die Vorabendmesse und der Gottesdienst am Sonntag mussten in St. Pius stattfinden. „Fünf Kommunionfeiern an einem Wochenende hatte ich noch nie in meinem Leben“, sagt Pastor Slawomir Galadzun. Fünfmal hinterereinander erlebt er das gleiche Prozedere. Auch für ihn sind diese Kommunionmessen ein ungewohntes Bild. Normalerweise begleiten viele Verwandte die Jungen und Mädchen. Die Kirche zur Erstkommunion ist voll besetzt.

In der Kirche gibt es eine klare Sitzordnung

Diesmal gibt es eine Teilnehmerbegrenzung und eine feste Sitzplatzordnung. Der Pastor von Liebfrauen bedauert, dass nicht alle Familienangehörigen mitfeiern können. „Jede Familie bekommt neun Sitzplätze“, sagt er. Bei den Kommunionfeiern ist in der Kirche maximal Platz für 120 Personen. „Diese Zahl dürfen wir nicht überschreiten“, so Galadzun. Er rechnet vor: „Bei zehn Familien haben wir 90 Plätze, dazu kommen Messdiener, Küster und ich.“ Die Orgel bleibt stumm. Dafür spielt eine Band. Wenn man alles zusammenzählt, ist schnell die erlaubte Kapazität erreicht.

Abstand ist ein wichtiges Gebot in Zeiten von Corona. Deswegen bleibt in der Kirche jede zweite Bank frei. Vor dem Eintritt ins Gotteshaus müssen die Hände desinfiziert werden. Der Mund-Nase-Schutz bleibt auf. Erst am zugewiesenen Platz darf die Maske abgenommen werden. Mitarbeiter der Gemeinde empfangen die Familien am Eingang. In einer Liste sind deren Namen notiert. Die vorderen Reihen sind für die Kommunionkinder reserviert. Auch dort muss der Mindestabstand eingehalten werden.

Dasselbe Bild in der Pfarrei St. Cyriakus. An zwei Wochenenden (siehe Infobox) werden sechs Kommunionfeiern in der St.-Cyriakus-Kirche stattfinden. 63 Kinder empfangen in diesem Jahr das Sakrament. „Alle Messen sind geschlossene Messen“, erklärt Gemeindereferentin Jennifer Brink. Will heißen: Nur die Kommunionkinder sowie deren engste Familienangehörige sind zugelassen, die sich vorher bei ihr mit Namen, Telefonnummer und Adresse zur Nachverfolgung bei einer möglichen Infektion angemeldet haben. „Ein Kind darf seine Kernfamilie mitbringen plus sechs Angehörige. Wir möchten für die Kommunionkinder so viel Normalität wie möglich“, erklärt Brink. Alle anderen Gottesdienstbesucher müssen auf andere Messen ausweichen.

Viele Veranstaltungen fallen aus

Stressige Monate liegen hinter allen Beteiligten. Die letzte Gruppenstunde des Unterrichts zum Thema Eucharistie fiel im Frühjahr wegen des Ausbruchs der Pandemie aus. Geplant war laut der Gemeindereferentin noch ein Ausflug zur Hostienbäckerei nach Kevelaer. Auch dieser Termin musste abgesagt werden. Ihre Kommunionkerzen mussten die Jungen und Mädchen daheim mit den Eltern basteln. „Die Kinder bringen ihre Kerzen zur ersten Probe mit“, sagt Jennifer Brink. Dort werden sie aufbewahrt und zur Feier am Altarraum aufgestellt.

Auch die Erstkommunion für die Jungen und Mädchen ist durchgeplant: Festlich gekleidet werden sie um den Alter herum stehen - mit Abstand zueinander. Wie die Gemeindereferentin berichtet, wird Propst Jürgen Cleve den Gottesdienst leiten. Für ihn werden strenge Hygieneregeln gelten. Bevor er die Hostie in Kinderhände legt, muss er sich seine Hände desinfizieren. Außerdem muss er einen Mund-Nase-Schutz tragen. Bei der Kommunion für die Erwachsenen wird als Schutz eine Plexiglasscheibe aufgebaut. Die Übergabe der Hostie erfolgt über ein Schälchen, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. „Es wird ungewohnt“, sagt Jennifer Brink angesichts der bevorstehenden Kommunionfeiern. „Aber ich denke, wir werden das genauso gut hinbekommen wie bei den großen Feiern vor Corona.“

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