Erstes Ghostbike

Erstes Ghostbike erinnert nun in Bottrop an tote Radlerin

Christian Geise (l.) und Andreas Brand vom Bottroper Radstammtisch befestigen  das erste Bottroper Ghostbike an dem Stahlbügel.

Christian Geise (l.) und Andreas Brand vom Bottroper Radstammtisch befestigen das erste Bottroper Ghostbike an dem Stahlbügel.

Foto: Andreas Hofmann

Bottrop.  Das erste weiße Fahrrad steht nun an der Kreuzung Bahnhof-/Friedrich-Ebert-Straße. 2017 erfasste dort ein Lkw eine Radfahrerin, die danach starb.

Das erste Ghostbike musste jetzt auch in Bottrop aufgestellt werden. An der Kreuzung Bahnhof-/Friedrich-Ebert-Straße erinnert das weiße Rad an die Radlerin, die an dieser - vor allem für Radfahrer - gefährlichen Kreuzung im August 2017 von einem Lkw erfasst wurde und starb.

52 Radlerinnen und Radler zumeist in weißer Kleidung hatten sich an dem Korso vom Rathausplatz durch die Stadt beteiligt. An der Grünlage der Kreuzung im Bottroper Süden versammelten sich alle noch einmal und beobachteten, wie Andreas Brand und Christian Geise vom Radlerstammtisch das weiße Fahrrad an dem Metallbügel befestigt, den städtische Mitarbeiter dort eingelassen hatten.

Radlerstammtisch regte die Aktion an

Weiße Rosen am Lenker schwanken leicht im Wind, der am heißen Sonntagnachmittag für etwas Erfrischung sorgt. Mit dem kleinen roten ewigen Licht halten sie auch nach zwei Jahren die Erinnerung wach an eine Frau, die mitten aus dem Leben gerissen wurde.

Erst nach zwei Jahren - mag mancher denken. Auch die Organisatoren vom Radlerstammtisch, die die Aktion angeregt haben, finden das etwas spät. Dabei sei die Idee sofort nach dem Unfall aufgekommen. „Aber wir wollten die Stadt nicht vor vollendete Tatsachen stellen und eine Genehmigung einholen und auf der anderen Seite nichts gegen den Willen der Angehörigen tun“, sagt Christian Geise vom Radlerstammtisch.

Die Erinnerung ist immer noch frisch

Mit seinem Stammtischkollegen Andreas Brand befestigte er nun das Ghostbike, gewissermaßen als Rad der Erinnerung, an dem Stahlbügel. Einige Angehörige der verstorbenen Radlerin haben ebenfalls an der Mahnwache teilgenommen. Namen sollen nicht genannt werden. Die Erinnerung ist immer noch zu frisch.

Ratsfrau Andrea Swoboda (Grüne) hatte das Ghostbike auf ihrem Lastenrad vom Rathaus zur Bahnhofstraße transportiert. Aber auch Mitglieder anderer Parteien haben an der Mahnwache teilgenommen. „Aber wir sind als Radler gekommen, nicht als Parteimitglieder oder Politiker“, sagen Sebastian Stöber (ÖDP) und Christian Geise (CDU) nahezu zeitgleich. Ganz egal ob es Leute vom Stammtisch, dem ADFC oder der Bewegung „Critical Mass“ sind: Ihnen allen liegen an diesem heißen Nachmittag die Verkehrssicherheit und vor allem sichere Radwege am Herzen.

Falls das Ghostbike gestohlen wird, gibt es Ersatz

Dafür wollen sie sich wie stellvertretend für viele andere in der Stadt einsetzen. Dass 52 Teilnehmer an so einem schönen Tag und dazu noch an einem Kurzurlaubwochenende gekommen sind, hat die Organisatoren doch überrascht. Sie alle hoffen, das dieses Ghostbike das erste und einzige in Bottrop bleiben wird - und dass es möglichst nicht zerstört oder gestohlen wird. „Falls doch, sorgen wir für Ersatz“, sagt Andreas Brand.

Der Bottroper Radlerstammtisch wurde im vergangenen Winter gegründet und trifft sich immer am letzten Mittwoch eines Monats. Das nächste Treffen ist am kommenden Mittwoch, 26. Juni, um 19 Uhr in der Rathausschänke, Kirchhellener Straße/Rathausplatz, 46236 Bottrop. Neue Interessenten sind immer willkommen.

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