Kokerei Prosper

Entwarnung in Bottrop: Salat und Böden nicht stark belastet

Im Kleingartenverein Johannestal ließ die Stadt Bottrop Böden untersuchen. Hier hockte Gärtner Tim Kaprol in seinem Salatbeet.

Im Kleingartenverein Johannestal ließ die Stadt Bottrop Böden untersuchen. Hier hockte Gärtner Tim Kaprol in seinem Salatbeet.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Salat und Böden sind im Bottroper Süden weniger mit Schadstoffen belastet. Das ergaben jetzt neue Untersuchungen im Umkreis der Kokerei Prosper.

Wegen der Schadstoffbelastung im Umkreis der Kokerei Prosper gibt die Stadt vorsichtig Entwarnung: Anders als die im Freien ausgesetzten Grünkohlpflanzen im vergangenen Jahr zeigen die Böden in Gärten und Parks im Bottroper Süden keine auffällig erhöhten Werte von Benzo(a)pyren und anderen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf. Auch Salat sei nicht so stark mit den Schadstoffen belastet wie der Grünkohl, stellte das Landesumweltamt fest. Die Stadt hält allerdings an ihrer Warnung fest, bestimmte Gemüsesorten aus Gärten im Bottroper Süden nicht zu verspeisen.

„An unserer Verzehrempfehlung ändert das nichts. Es wird nur ausgeschlossen, dass die Schadstoffe auch im Boden sind und durch die Wurzeln ins Gemüse aufgenommen werden könnten“, betonte Bottrops Stadtsprecher Andreas Pläsken. Gar nicht oder selten essen sollen vor allem Grünkohl, aber auch Mangold Spinat, Staudensellerie oder Rübstiel. „Salat können die Leute essen, wenn er gründlich gewaschen wurde, aber besser nicht jeden Tag“, erklärte Pläsken.

Gutachter nahmen an 17 Stellen Bodenproben

Die Untersuchung der Böden im Bottroper Süden hatte das Bochumer Institut für Stadtökologie und Bodenschutz vorgenommen. Es sollte an den besonders belasteten Standorten im Umkreis der Kokerei klären, ob etwa auch die Böden stark mit Benzo(a)pyren belastet sind. Die Gutachter ließen dazu an 17 Stellen Bodenproben nehmen. Untersucht wurden vier Böden im Kleingarten Johannestal sowie eine Kompostprobe, außerdem Böden in sechs Hausgärten und auf einer Brachfläche. Hinzu kamen Proben an weiteren sechs Stellen, etwa auf einem Spielplatz oder südlich der Hauptschule Welheim.

Die Untersuchungen zeigen, dass die untersuchten Böden im Bottroper Süden keine höheren Schadstoffwerte zeigen als in anderen Ballungsgebieten des Landes auch. Es gebe im Bottroper Süden keine messbare Erhöhung der absoluten Bodengehalte an Benzo(a)pyren in den vergangenen 15 Jahren. „Das Szenario, das in sozialen Netzwerken aufgetaucht ist, wonach jetzt womöglich keine Kinder mehr in Gärten oder auf Spielplätzen spielen können, gibt es nicht“, betonte Stadtsprecher Andreas Pläsken ausdrücklich.

Die Böden sind nicht so stark belastet wie Bürger befürchteten

Da die Böden nicht so stark belastet seien, wie manche Bürger es befürchtet hatten, könne auch ausgeschlossen werden, dass die Giftstoffe durch Wurzeln in das Gemüse und somit durch den Verzehr in der menschlichen Körper gelangen könnten. „Diesen Weg gibt es nicht“, bekräftigte Andreas Pläsken. Allerdings gebe es Ausnahmen, etwa wenn die Pflanzenwurzeln wie bei Karotten Fette oder Wachse enthielten.. Dies sei aber nur dann problematisch, wenn der Boden außerordentlich hoch belastet sei. Die untersuchten Böden im Bottroper Süden seien aber ja nur so durchschnittlich belastet wie in anderen Ballungsräumen auch.

Wegen der hohen Schadstoffbelastung der Grünkohlpflanzen hatte die Stadt auch Blattsalat noch einmal gesondert untersuchen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass Salat im Umkreis der Kokerei Prosper weniger belastet ist als Grünkohl. So hätten die Wissenschaftler in den Salatproben Werte von Benz(a)pyren zwischen 0,068 und 0,39 μg/kg ermittelt. In den Grünkohlpflanzen waren die Werte mit 0,26 – 3,5 μg/kg wesentlich höher. Auch die Blei- und Cadmiumgehalte der untersuchten Salatpflanzen liegen deutlich unterhalb der in der EU zulässigen Höchstgehalte, teilte die Stadtverwaltung mit. „Die Salate können die Bürger also verzehren, wenn sie sie vorher gründlich waschen“, beruft sich der Bottroper Stadtsprecher auf Empfehlungen des Landesumweltamtes. Er wies darauf hin, dass die Stadt ähnliche Untersuchungen auch in anderen Gebieten der Bottrops vornehmen lasse. Pläsken: „Auch wenn wir jetzt weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen haben, das ist noch nicht das Ende“.

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