Emscher-Umbau

Emscher-Kanal erreicht Etappen-Ziel

Die beiden Tunnelbohrmaschinen fahren im Juni in den Zielschacht in Oberhausen ein. Foto:Ilias Abawi

Die beiden Tunnelbohrmaschinen fahren im Juni in den Zielschacht in Oberhausen ein. Foto:Ilias Abawi

Bottrop.   Das unterirdische Großbauwerk ist fast fertiggestellt. In einem Monat kommt der Vortrieb in Oberhausen an.

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Für den Abwasserkanal Emscher (AKE) beginnt langsam der Countdown: In knapp einem Monat fahren beide Tunnelbohrmaschinen in die Zielgrube in Oberhausen-Biefang ein. Die erste Maschine auf der Nordtrasse hat mittlerweile nur noch weniger als 500 Meter zu fahren, bei der führenden Südtrasse sind es sogar weniger als 400 Meter.

Für den insgesamt 51 Kilometer langen AKE, der von Dortmund bis nach Dinslaken führt, bedeutet die Zieleinfahrt Mitte Juni einen übergroßen Meilenstein. Nach knapp viereinhalb Jahren wären dann die unterirdischen Vortriebsarbeiten für den „Emscherschnellweg unter Tage“ wie geplant abgeschlossen.

Arbeitsbeginn in Bottrop

Die Trasse des AKE in Oberhausen hat derweil eine Länge von rund zehn Kilometern. Aufgrund eines großen Doppelrohres werden hier jedoch insgesamt mehr als 20 Kilometer Kanal aufgefahren. Das südliche Rohr hat bereits rund 9721 Meter erreicht. Hier wurden insgesamt 8140 Kanalringe verlegt. Das nördliche Rohr misst mittlerweile knapp 9601 Meter, bei insgesamt 8039 Ringen.

Ein Kanalring besteht aus sechs Elementen, die erst unter Tage wie ein Puzzle zu einem Kanalrohr zusammengesetzt werden. Die Emschergenossenschaft hat also bereits 16 179 Ringe mit insgesamt 97 074 einzelnen Elementen verbaut.

Der AKE ist das Herzstück des Emscher-Umbaus und damit sein Dreh- und Angelpunkt. Der gigantische Kanal wird zukünftig das gesamte Schmutzwasser der Region aufnehmen. Die Emscher wird damit als Abwasserlauf des Reviers abgelöst. Der Fluss wird somit vom Schmutz befreit und kann sich wieder naturnah entwickeln.

Spatenstich im September 2009

Der erste Spatenstich für das Gesamtprojekt AKE erfolgte im September 2009. Drei Jahre später, im September 2012, wurde in Dortmund das erste Kanalrohr für den AKE verlegt. Zwei Jahre später, im September 2017, begannen in Bottrop-Süd die Vortriebsarbeiten für die Doppelrohrtrasse. Diese zehn Kilometer lange Strecke führt überwiegend unterhalb des Oberhausener Stadtgebietes durch – und zwar in knapp 40 Metern Tiefe. Der Zielschacht in Oberhausen-Biefang, ist 46 Meter tief.

Die letzten drei Kilometer des AKE, bis zum Klärwerk Emschermündung, werden nicht mehr in unterirdischer Vortriebsbauweise erstellt, sondern offen und relativ erdnah verlegt.

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