Pandemie

Einzelhandel blickt aufs Weihnachtsgeschäft

Die Hochstraße ist nicht nur an Markttagen, sondern auch zur Weihnachtszeit eine beliebte Einkaufsstraße.

Die Hochstraße ist nicht nur an Markttagen, sondern auch zur Weihnachtszeit eine beliebte Einkaufsstraße.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Dezember ist für viele Bottroper Händler der stärkste Monat. In Corona-Zeiten ist alles anders. Digitale Angebote und Lieferservice helfen

Die Einzelhändler blicken auf das kommende Weihnachtsgeschäft. Wenn Ralf Becker, Inhaber der Buchhandlung Erlenkämper, an sein Geschäft denkt und auf die nächsten Wochen blickt, sagt er: „Ich mache mir Sorgen.“

Täglich verfolgt er die Nachrichten und die Entscheidungen der Politiker. „Für uns Buchhändler ist das Wintergeschäft das Hauptgeschäft“, sagt Becker. Wegen der Pandemie wurde beim ersten Lockdown ein Bringservice ins Leben gerufen. Diese Maßnahme trägt nach wie vor Früchte. „Wir haben Kunden, die ihre bestellten Bücher nicht abholen können, weil sie zurzeit in Quarantäne sind“, sagt Becker. Auch der Online-Shop ist eine Option für die Kunden. Eine Beobachtung hat der Buchhändler gemacht. „Die Leute lesen mehr. Wir können uns über die letzten Monaten nicht beschweren. Wir haben keine starken Einbrüche wie andere Branchen.“ Der Umsatz bewege sich im Bereich des Vorjahres.

Beobachtung: Kunden kaufen, weil oft der Urlaub ausgefallen ist

Einbauherde, Fernseher und Spülmaschinen sind nicht nur zur Weihnachtszeit die Verkaufsschlager bei Gündüz Tubay, Geschäftsführer von Olschewski an der Horster Straße. Weil die Leute wegen Corona vermehrt im Homeoffice arbeiten, sind diese Geräte nun auch häufiger im Gebrauch. Sind sie defekt, muss schnellstmöglich Ersatz her.

Seine Erfahrung der letzten Wochen und Monate: Weil bei vielen Kunden der Urlaub ins Wasser gefallen ist, kaufen sie lieber hochwertige Elektrogeräte. Mit Blick auf die Weihnachtszeit sieht Tubay vorerst wenig Probleme auf sein Geschäft zukommen. Im Fall einer Zwangsschließung bleibt den Kunden, wie im Frühjahr, zum Beispiel der Online-Shop und der Lieferservice erhalten. Der Geschäftsführer verspricht: „Wir lassen unsere Kunden nicht alleine.“

Corona hinterlässt seine Spuren in der Jahresbilanz

Schmuck für Hals, Ohr, Handgelenk oder Finger ist an Weihnachten ein beliebtes Geschenk für Mann oder Frau. Das weiß keiner besser als Willi Triffterer. „November und Dezember sind unsere stärksten Monate“, sagt der Goldschmiedemeister. Ob es in diesem Jahr auch so sein wird, kann er nur schwer abschätzen. Auf der einen Seite kann er sich vorstellen, dass sich die Kunden in diesem Jahr etwas gönnen wie einen edlen Füllfederhalter, eine Uhr oder Kette. Entweder als Wertanlage oder aus Frust, weil man nicht in den Urlaub fahren konnte.

Andererseits sei es möglich, dass die Kunden diesmal andere Dinge beschäftigt wie die Sorge um den Arbeitsplatz oder die Gesundheit der Familie und sie gerade deswegen auf Schmuck und Luxus verzichten. Sein Traditionsgeschäft hat die Corona-Krise bisher „gut überstanden“, sagt Triffterer. Er blickt optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft, geht aber davon aus, dass die Jahresbilanz 2020 schlechter als im Vergleich zum Vorjahr ausfallen wird.

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