Forum junger Künstler

Einer, der am Klavier zu den Sternen fliegt

Der Pianist Vestard Shimkus sprang beim Forum  für junge Künstler im Kammerkonzertsaal für seine erkrankte Schwester ein - und

Der Pianist Vestard Shimkus sprang beim Forum für junge Künstler im Kammerkonzertsaal für seine erkrankte Schwester ein - und

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.  Der Pianist Vestard Shimkus brillierte beim Forum jünger Künstler nicht nur mit Klassikern. Er stellte auch sein Werk „Light Years away“ vor.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Gleich vorweg: Es war ein großartiger Klavierabend, den die Zuhörer im gut besuchten Kammerkonzertsaal des Kulturzentrums am Freitagabend erleben durften. Das „Forum junger Künstler“ hatte zunächst die Pianistin Aurelia Shimkus vorgesehen. Hartmut Leger, Vorsitzender vom Förderverein Konjungtur entschuldigte die notwendige Programmänderung. Vestard Shimkus sprang für seine erkrankte Schwester ein und trat außerdem zum ersten Mal in Bottrop auf.

Meisterschüler von Dmitri Bashkirov

Der 1984 in Lettland geborene Pianist erhielt mit fünf Jahren den ersten Unterricht und studierte später in Riga, Madrid, Los Angeles und München und war u.a. Meisterschüler von Dmitri Bashkirov und Vadim Suchanow. Er arbeitete bereits mit großen Orchestern zusammen und erhielt Preise bei bedeutenden Wettbewerben. Shimkus spielt klassisches Repertoire, komponiert aber auch für Film und Theater und führt eigene Kompositionen und Improvisationen auf. In seinem facettenreichen Programm verband der brillante Pianist musikalische Ausdrucksstärke mit beeindruckender Souveränität.

Der Künstler moderierte selbst. Die Joseph Haydn gewidmete C-Dur-Sonate von Ludwig van Beethoven sei ebenso Klavierkonzert wie bereits Sinfonie, deshalb sei „die linke Hand Dirigent, die rechte Pianist und der Flügel das Orchester. Shimkus folgende Eigenkomposition „Light Years away“ verkörpere „den Geist der Welt, der zu den Sternen fliegt.“ Neben sphärischen Klängen ertönte ein gewaltiges Finale, bei dem einige Besucher bereits um den Flügel bangten. Schon zur Pause waren die Zuhörer begeistert. Bombastisch, beeindruckend, brillantes Spiel - so war es zu hören.

Ein Schwerpunkt lag auf amerikanischer Musik

Der zweite Teil war amerikanischer Musik vorbehalten. „Mad Rush“ des Minimalisten Philip Glass war für den Besuch des Dalai Lama in den USA komponiert worden. Da der Zeitrahmen nicht fest stand, wurde das Werk so gestaltet, dass es jederzeit unbemerkt unterbrochen werden konnte.

Den Schluss bildete eine großartige Interpretation von Gershwins „Rhapsody in Blue“. Das Orchesterstück wurde 1927 auch als „fast unmögliche Fassung für Soloklavier“ geschrieben, so Shimkus. „Ich werde es spielen, wünschen Sie mir Glück.“

Bei seiner Virtuosität war Glück gar nicht notwendig. Das Publikum dankte mit langem Applaus - und erhielt dafür noch eine sanfte Zugabe: Johannes Brahms’ „Guten Abend, gute Nacht“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik