Tierisch

Randale-Eichhörnchen geht aus Bottroper Gartenhaus stiften

| Lesedauer: 6 Minuten
In einer Gartenlaube in Bottrop trieb ein randalierendes Eichhörnchen sein Unwesen. Jetzt ging es stiften.

In einer Gartenlaube in Bottrop trieb ein randalierendes Eichhörnchen sein Unwesen. Jetzt ging es stiften.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Bottrop.  In Roland Peukerts Laube in Bottrop randalierte ein Eichhörnchen. Jetzt ist es fort. So schaffte der Bottroper es, das Tierchen loszuwerden.

Es ist fort. Das Eichhörnchen, das in der Laube von Roland Peukert immer wieder ein ziemliches Durcheinander angerichtet hatte, ist aus seinem Gartenhaus stiften gegangen. „Ich nehme an, dass es sich verabschiedet hat, als ich neulich große Wäsche hatte“, sagt der 72-Jährige. Der Bottroper hatte schon vor, seine Hütte komplett leer zu räumen, um den kleinen Eindringling zu finden. Doch das hat sich seit dem Waschtag inzwischen ja erledigt.

Als er die Wäsche im Garten auf die Leine hängte, stand auch die Laubentür weit offen. Gesehen habe er das türmende Hörnchen da zwar nicht, doch Peukert schwört Stein und Bein, dass das Tierchen in seiner Laube war. „Ich habe auch Zeugen dafür“, sagt er. Nachbarn auf dem Eigen hatten dem Bottroper sogar vorgeschlagen, in seinem Garten eine Eichhörnchen-Station einzurichten. Dazu hätte er das Eichhörnchen aber ja erst einmal einfangen müssen. Das aber sei ihm nicht möglich. „Die rennen ja und springen ja, so schnell kannst du gar nicht gucken“, meint Roland Peukert.

Fotos waren wild verstreut und Spielkarten lagen am Boden

Der Bottroper hatte in den Wochen zuvor nicht nur einmal ein ziemliches Durcheinander erblickt, als er sein Gartenhaus an der Scharfstraße betrat. Fotos waren wild auf dem Boden verstreut, auch Spielkarten lagen herum. Seine CDs, die sonst so akkurat im Regal eng aneinander aufgereiht sind, standen auf der Kippe. Die Fernbedienung des Fernsehers lag am Boden, die Würfel aus dem umgestürzten Knobelbecher ebenso.

Waren da etwa Einbrecher am Werk, und warum haben sie dann so seltsam randaliert?, fragte sich der Mann ungläubig. Die Tür zu der Hütte war schließlich verschlossen, auch das Türschloss blieb unbeschädigt. Feuerwehr, Polizei, den Naturschutzbund, auch die Bottroper Tierfreunde alarmierte Roland Peukert bei seiner Jagd nach dem ungebetenen Laubengast.

Laubenbesitzer sucht mit Taschenlampe nach Eichhörnchen

Promille Weg – das steht in weißer Schrift auf dem blauen Schild, das der Bottroper an seine Holzhütte geklebt hat. Einen Frühjahrsputz könnte das Stückchen Garten samt Hütte schon gebrauchen. Auch in der Laube steht in den Ecken noch das eine oder andere Utensil, das der Gartennutzer dort im letzten Winter eilig verstaut hatte. Doch um sich vor der Laube auf die Holzbänke oder Stühle zum Plaudern in die Sonne zu setzen, ist es aufgeräumt genug. Mit einer Taschenlampe leuchtete der Laubenbesitzer bei der Suche nach dem ungebetenen Gast in dunklere Nischen unter der Eckbank und hinter der Theke. Doch da war nichts zu sehen.

„Nicht, dass es mir als Nächstes auch noch die Gläser aus dem Regal wirft, wenn es da oben herumturnt“, befürchtete der Anwohner. Das kleine Durcheinander jedes Mal wieder aufzuräumen, sei schon nervig genug. Zuletzt seien auch noch die Nüsse und Kerne, die Peukert in seine Laube gelegt hatte, verstreut worden. Es? Der Mann sieht nicht etwa weiße Mäuse. Es sei ein Eichhörnchen, das seine Laube heimsuchte. „Das muss noch ein Jungtier sein. Doch das ist ja so flink, fangen kann ich das Tier einfach nicht“, stellt der Bottroper fest.

Bottroper bat Naturschutzbund um Hilfe bei der Eichhörnchenjagd

Polizei und Feuerwehr hätten ihm nicht zu helfen gewusst. Sie hätten bestimmt auch Wichtigeres zu tun, ist dem Anwohner klar. An den Naturschutzbund hatte sich Peukert ebenfalls schon gewandt. Schließlich wissen sie auch beim Nabu aus dem Volksmund: Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Auch der 72-Jährige ist hin und her gerissen. „Das ist ein Teufelstier“, schimpfte er, um dann wieder zu versichern: „Ich bin doch Tierfreund, ich will ihm bestimmt nichts tun“. Erwin, nennt Peukert das Tierchen immer noch. Selbst übers artgerechte Füttern dachte der Bottroper schon nach. Nur – loswerden wollte er das Eichhörnchen ja schon.

„Was wollen die hier drin schon fressen?“, fragte sich Peukert. Für möglich hielt er es allerdings, dass sich ein Eichhörnchen im Winter versteckt in seiner Laube einen Futtervorrat angelegt haben könnte. Auch bei den Bottroper Tierfreunden fragte der Mann aus dem Eigen daher schon an. Gründerin Hildegard Tüllmann murmelte etwas wie: „Nicht ganz dicht.“ Irgendwie muss das Eichhörnchen ja auch in die Gartenlaube an der Scharfstraße gelangt sein. „Zunächst glaubte er, es sei vielleicht auch ein Hamster da drin“, erzählte die engagierte Tierschützerin. Da habe sich Peukert aber wohl getäuscht.

Dass es sich bei dem Störenfried um einen Hamster handeln könnte, vermutete Roland Peukert wegen der Farbe des kleinen Tieres, das er durch die Laube huschend gesehen hatte. Das Fell sei eher grau gewesen, erinnerte sich der Bottroper. Inzwischen habe sich aber auch ein Vertreter des Naturschutzbundes bei ihm gemeldet. Danach könne es durchaus ein Eichhörnchen sein. Vermutlich flitzte ein Grauhörnchen durch sein Gartenhaus, berichtet der 72-Jährige. Der Nabu-Vertreter habe ihm versichert, dass diese zwar aus Amerika stammten, sich allerdings hier neben den Hörnchen mit rotbräunlichem Fell eingebürgert hätten.

„Ein Eichhörnchen ist ja ein Waldtier. Irgendwo verstecken wird es sich eigentlich nur, wenn es in Gefahr ist“, erklärte Hildegard Tüllmann. Sie hat auch einen Tipp für den sporadischen Eichhörnchenjäger parat. „Etwas Futter auslegen“, rät sie; und zwar nicht in der Gartenlaube, sondern draußen im Garten. „Und dann einfach eine Zeit lang die Laubentür offenstehen lassen“, meint die Tierfreundin, ruhig tagsüber. Eichhörnchen sind ja überwiegend tagaktiv. Das hat jetzt auch funktioniert. Roland Peukert wurde den kleinen Störenfried in seiner Laube fast wie von selbst wieder los.

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