Innenstadt

Drei Monate nach Öffnung meldet Kaufhaus Moses Insolvenz an

Ende September hat das Kaufhaus Moses als größter Mieter im ehemaligen Karstadt-Haus auf 7000 Quadratmetern eröffnet.

Ende September hat das Kaufhaus Moses als größter Mieter im ehemaligen Karstadt-Haus auf 7000 Quadratmetern eröffnet.

Foto: Fabian Strauch

Bottrop.   Kurz nach der Öffnung hat das Kaufhaus Moses in der Bottroper City Insolvenz angemeldet. Probleme wegen Dauerbaustelle sollen ein Grund sein.

Nur drei Monate nach der Eröffnung Ende September hat das Kaufhaus Moses in der Bottroper Innenstadt Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Bottroper Geschäftsführer Henry Bühler auf Nachfrage der Lokalredaktion.

Das Verfahren läuft beim Amtsgericht Essen. Das hat Rechtsanwalt Dirk Andres zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Der Betrieb wird aber ganz normal weiter laufen, so Bühler. Das habe man so auch den Mitarbeitern mitgeteilt.

Angesichts der Probleme mit der Baustelle im und am Haus habe man sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen. Der äußere Anblick des Hauses mit den zahlreichen eingerüsteten Schaufenstern sei ein Problem, aber auch im Haus gebe es Schäden, hervorgerufen durch die Baustelle für das geplante Hotel. So seien im Weihnachtsgeschäft nur zwei Schaufenster von außen sichtbar gewesen. Außerdem habe es nun schon mehrere Wasserschäden im zweiten Obergeschoss des Hauses gegeben.

Verzögerungen auf Hotelbaustelle

Da sich der Bau des Hotels nun wohl bis in den Herbst hinziehen werde, habe man keine andere Chance gesehen. Bühler: „Wir haben uns Hilfe geholt und uns beraten lassen und das mündete nun in der vorläufigen Insolvenz.“ Die biete nun die Chance mit allen Gespräche zu führen. Es sei nun Sache des Insolvenzverwalters mit Lieferanten, Partnern und auch dem Vermieter Verhandlungen zu führen – wohl auch um Miete und Unterhaltskosten zu drücken.

„Wir sind guten Mutes, dass es weiter gehen wird“, vermittelt Bühler dennoch Optimismus. Sein Eindruck sei, dass Moses in Bottrop angenommen werden und eine Zukunft habe.http://funke-cms.abendblatt.de:8080/webservice/thumbnail/article/216293211

Oberbürgermeister Bernd Tischler hat am Donnerstagabend von der vorläufigen Insolvenz erfahren. er sei zunächst einmal sprachlos gewesen, gibt er im Gespräch mit der WAZ zu und klingt durchaus ein wenig angefasst. Doch auch er weist darauf hin, dass eine Insolvenz ja nicht zwangsläufig das Ende bedeute. „Wir waren mit der Innenstadt gerade auf einem guten Kurs. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass auch das Haus auf einem guten Weg ist.“

Tischler will sich nun erst einmal über die genauen Hintergründe der Insolvenz informieren. „Ich muss erst einmal schauen, was steckt dahinter.“ Dann könne auch überlegt werden, inwieweit die Stadt helfen kann.

OB bietet Hilfe der Stadt an

Aber: „Wir haben als Stadt ja kein direktes Vertragsverhältnis mit Moses“, gibt der OB zu Bedenken. Insofern sei die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, begrenzt. Denkbar sei, sich eventuell in Gespräche einzuschalten, sofern es gewünscht und möglich ist. „Ich hoffe, dass es einen Ausweg gibt.“

Ende September war das Kaufhaus nach langer Bauphase in den Althoff-Arkaden – so heißt das ehemalige Karstadt-Haus inzwischen, eröffnet worden. Moses ist der Ankermieter in dem Gebäude, das Kaufhaus erstreckt sich über 7000 Quadratmeter. Schon im Vorfeld der Eröffnung war es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Ursprünglich sollte das Kaufhaus wesentlich früher eröffnen.

Im September sprach Bernd Tischler angesichts der Eröffnung von Moses noch von einem „sehr guten Tag“ für Bottrop. Drei Monate später wird es nun darum gehen, wie es weiter geht mit dem großen Gebäude im Herzen der Innenstadt.

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