Kriminalität

Doppel-Kontrolle auf der Prosperstraße

Dieser  Wagen fährt ganz bestimmt nicht weiter: Die Polizeibeamten haben ihn im doppelten Wortsinn bei der Kontrolle an der Prosperstraße aus dem Verkehr gezogen.

Dieser Wagen fährt ganz bestimmt nicht weiter: Die Polizeibeamten haben ihn im doppelten Wortsinn bei der Kontrolle an der Prosperstraße aus dem Verkehr gezogen.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Bei der Fahndung nach Einbrecherbanden hat die Polizei auch Temposünder gestoppt. Macht Sinn, wenn wir schon mal da sind, sagt der Einsatzleiter

Mit Schwerpunktkontrollen an Verkehrsknotenpunkten hat sich die Polizei an der landesweiten Fahndungs- und Kontrollwoche beteiligt, die Innenminister Herbert Reul am Dienstag ausgerufen hatte. An der Prosperstraße überprüften Beamte der Direktion Verkehr Fahrzeuge, die in das Fahndungsraster für mobile Wohnungseinbrecher passten. Nebenbei ahndeten sie, da sie schon mal vor Ort waren, auch Verkehrsverstöße.

„Solche Kontrollen sind schon ein großer personeller Aufwand“, sagt Polizeisprecher Michael Franz mit Blick auf die Kontrollstelle an der Prosperstraße unterhalb des Alpincenters. Doch dieser Aufwand ist politisch gewollt, weil der Innenminister gemeinsam mit den Kollegen in Niedersachsen, Hessen und den Nachbarländern Holland und Belgien Fahndungsdruck auf reisende Straftäter aufbauen will.

458 Fahrzeuge kontrolliert

Im Bereich des Präsidiums Recklinghausen kontrollierten Beamte gestern 458 Fahrzeuge. Dabei ahndeten die Beamten 324 Ordnungswidrigkeiten mit Verwarngeldern oder Anzeigen. Insgesamt wurden 514 Personen überprüft. Weiterhin kontrollierten Kriminalbeamte An- und Verkaufsläden. Dabei wurden zwei Handys festgestellt, die aus Eigentumsdelikten stammten.

Doppelstrategie

Einsatzleiter Polizeidirektor Karl-Heinz Henn: „Die Bekämpfung des Einbruchsdiebstahls ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der Polizei. Mit den Kontrollen wollen wir verdeutlichen, dass jeder Täter an jedem Ort mit Kontrollen rechnen muss.“ Außerdem haben die Beamten an der Prosperstraße auch Temposünder gestellt. Macht Sinn, sagt Henn: „So gelingt es uns, mit nur einer Kontrollmaßnahme unterschiedliche Phänomene zu bedienen. Wir wollen Einfluss nehmen auf Täterverhalten, aber auch auf hohes Geschwindigkeitsniveau.“

Durchgangsstraßen mit guter Anbindung an Bundesstraßen und Autobahnen sind bei reisenden Straftätern belebte Ausgangspunkte für ihre Beutezüge: „So kommen sie schnell an die Tatorte und sind schnell wieder weg“, sagt Franz. Ermittlungsergebnisse haben den Polizisten ein Raster gegeben, welche Fahrzeuge sie gezielt aus dem Verkehr ziehen. Dabei haben sich die Favoriten der Straftäter geändert: Weil sie mitbekommen haben, dass die Fahnder Kleintransporter älteren Baujahrs besonders in den Blick nehmen, sind sie immer öfter auch mit gemieteten Mittelklasse-Limousinen unterwegs.

Mit mehreren Personen besetzte Kleintransporter bleiben aber im Visier der Fahnder. Deshalb hebt Oberkommissar André Tytko die Kelle, um einen nahenden Bully herauszuwinken. Doch dann erkennt er die Aufschrift und winkt den Wagen durch: Der Grubenwehr von Prosper-Haniel will die Polizei nicht den Weg verlegen.

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