Brauchtum

Diesmal lodern weniger Osterfeuer in Bottrop

Die Plattdütschen richten traditionell zu Ostern ein Feuer auf der Halde Haniel aus, das in der Regel unzählige Besucher anzieht. Es findet auch in diesem Jahr statt.

Die Plattdütschen richten traditionell zu Ostern ein Feuer auf der Halde Haniel aus, das in der Regel unzählige Besucher anzieht. Es findet auch in diesem Jahr statt.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Nur 92 Veranstalter haben ihr Feuer diesmal bei der Stadt angezeigt, acht weniger als im Vorjahr. Denn es gibt so manche Hürde.

In der Stadt brennen Jahr für Jahr immer weniger Osterfeuer. 2016 loderten noch 317, 2017 waren es nur noch 126. Im Jahr 2018 sank die Zahl der Anmeldungen sogar auf 100. Nun haben insgesamt 92 Organisationen, Vereine, Verbände, Glaubensgemeinschaften, Pubs sowie Nachbarschaftsgruppen ihr Feuer für die kommenden Ostertage beim städtischen Fachbereich „Umwelt und Grün“ angezeigt – ein eindeutiger Rekord-Tiefstand.

Private Feuer sind verboten

Das sinkende Interesse, ein Osterfeuer auszurichten, hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es Privatpersonen seit März 2017 nicht mehr gestattet, ein Feuer zu Ostern anzuzünden. Das schreibt eine Verordnung vor, die in erster Linie dazu beitragen soll, die erhebliche Feinstaubbelastung zu senken, die jährlich durch das Brauchtum in den Stadtteilen entsteht.

Zum anderen müssen einige Vorschriften bei der Ausrichtung eines Osterfeuers beachtet werden, was einige der Organisatoren zuweilen auch abschreckt. So müssen zum Beispiel Schutzabstände zu Wald- wie auch Wohngebieten eingehalten werden. 100 Meter Entfernung zum nächstgelegenen Grün sind Pflicht. Bei Häusern kommt es auf die Größe und Höhe des Feuers an. Für Feuerstellen von drei Metern bis 4,50 Meter und der Maximalhöhe des Brennmaterials von 2,50 Meter gilt somit ein vorgeschriebener Abstand von 50 Metern zu den nächsten Gebäuden.

Vorbeugung von Gefahren

Zudem müssen ausnahmslos alle Zusammenkünfte, bei denen ein Osterfeuer entzündet wird, öffentlich sein. Der Veranstalter hat mehrere Vorkehrungen zur Gefahrenbekämpfung zu treffen. Dazu zählen unter anderem ein griffbereites Handy, Löschwasser und Feuerlöscher.

Zum Abbrennen dürfen nur unbehandeltes Holz, Baumschnitt, Strauchschnitt und sonstige Pflanzenreste verwendet werden. Die Feuerzeiten gelten von Karsamstag bis Ostermontag, immer zwischen 17 und 23 Uhr.

Stichprobenartige Kontrollen

Das Stadt hebt hervor, dass einzelne kurze Kontrollen stichprobenartig durchgeführt werden. Sollten Regeln nicht eingehalten werden, kann ein Strafgeld von bis zu 5000 Euro fällig sein.

Weitere Infos zum Thema finden Interessierte auf der Internetseite www.bottrop.de. Feuer-Anmeldungen waren bis Anfang der Woche möglich.

Fragen können Bürger weiterhin an die städtische Mitarbeiterin Doris Dembski vom Fachbereich Umwelt und Grün richten. Sie ist über die Telefonnummer 70 3662 erreichbar.

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