Feuerwehrbilanz

Die Rauchmelderpflicht zeigt in Bottrop schon Wirkung

Foto: dpa / Andrea Warnecke

Bottrop.   69-mal rückte die Feuerwehr aus, weil die Geräte anschlugen. In über der Hälfte der Fälle zu Recht. So konnten die Retter Schlimmeres verhindern.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Rauchmelderpflicht absolut positiv“, sagt Feuerwehrchef Kim Heimann. Dieser Schutz komme nicht nur der Feuerwehr zugute; sondern auch den Bürgern, ist sich Heimann sicher. 69-mal musste die Feuerwehr 2017 ausrücken, weil Rauchmelder ausgelöst hatten. In mehr als der Hälfte der Fälle war auch tatsächlich etwas passiert, meistens war die Wohnung verraucht, die Einsatzkräfte mussten unter Atemschutz vorgehen.

„Ein Teil dieser Einsätze hätte sicher auch zu größeren Bränden geführt, wären wir nicht so schnell alarmiert worden.“ Vor allem vergessenes Essen auf dem Herd sei Auslöser für solche Einsätze gewesen, ergänzt Feuerwehrsprecher Michael Duckheim. Das führe sonst nicht selten zu einem Küchenbrand. In zehn Fällen musste die Feuerwehr dann auch tatsächlich noch Menschen aus dem Rauch holen, zweimal hatten die Bewohner die Wohnung schon rechtzeitig verlassen.

Häufig reagieren Nachbarn auf die Melder

Dadurch, dass die Melder so früh anschlagen, weil sie so empfindlich sind, sei die Feuerwehr früher vor Ort, könne Schlimmeres verhindern. Oft seien es Nachbarn, die auf Rauchmelder reagieren. „Manchmal sind es auch Passanten, die die Rauchmelder auf der Straße hören“, sagt Duckheim.

Angesichts der Zahlen fühlt sich die Feuerwehr in ihrer Entscheidung bestätigt, auch bei solchen Alarmierungen mit dem kompletten Löschzug rauszufahren und nicht vorher zu erkunden. ob tatsächlich etwas ist. Dass es dabei auch zu Fehlalarmen kommt, nimmt die Feuerwehr hin. Manchmal wird es gar kurios, wenn etwa ein besonders lauter Wecker für einen Rauchmelder gehalten wird.

Brennende Batterien auf der Autobahn

Insgesamt ist die Zahl der Einsätze im Bereich Brandschutz im vergangenen Jahr angestiegen. Als besonders spektakulären Einsatz haben Heimann und Duckheim den Brand eines Lkw beladen mit alten Lithium-Ionen-Akkus auf der A 31 in Erinnerung. Die alten Batterien seien regelrecht explodiert und Teile seien bis auf die Gegenfahrbahn geflogen.

Aber auch der Großbrand einer Lagerhalle an der Gohrweide habe viele Einsatzkräfte gebunden, ebenso die Windhose, die im Sommer 2016 durch Teile Grafenwalds zog. Außerdem habe das vergangene Jahr bereits mit einem aufwendigen Einsatz begonnen, erinnert Duckheim an die Silvesternacht, als drei Personen mit einer Kohlenmonoxidvergiftung nach Düsseldorf zur Druckkammer transportiert werden mussten. Sie hatten im Haus gegrillt.

Einlieferung in die Druckkammer

Immer wieder aber sind die Einsatzkräfte auch mit Toten konfrontiert. 29-mal war das 2017 der Fall – bei Unfällen oder bei Türöffnungen. Wobei es sich in der Regel nicht um Fälle handelt, wo Verstorbene wochen- oder gar monatelang unentdeckt bleiben. Manchmal verstirbt jemand nachts, der Pflegedienst kommt nicht rein und alarmiert die Feuerwehr.

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