Mitgliederversammlung

Die Gründer sorgen sich um den Hermann-Hölter-Verein

Die Iduz-Gruppe um Ava Siebenborn (3.v.l.)

Die Iduz-Gruppe um Ava Siebenborn (3.v.l.)

Foto: Oliver Mengedoht

  Über 20 Jahre alt ist der Hermann-Hölter-Verein in Bottrop. Doch seine Zukunft ist ungewiss. Im November beraten die Mitglieder.

Wie geht es weiter mit dem Hermann-Hölter-Verein? Das ist die Frage, die die Verantwortlichen bewegt, die sich seit mehr als 20 Jahren um die Geschicke des Vereins kümmern.

Der Hermann-Hölter-Verein war 1996 gegründet worden, ein Jahr nach dem Tod von Hermann Hölter, der Lehrer an der Janusz-Korczak-Gesamtschule war. Seine Kollegen und Freunde wollten damit das Andenken an diesen besonderen Menschen wahren und die Ideen für die er stand. Daran erinnert sich Uwe Schipper noch gut. Er war damals auch Lehrer an der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Vor zwei Jahren hat er den Vorsitz des Vereins übernommen.

Ideen sollen fortbestehen

„Wir standen anfangs unter Schockstarre“, weiß er noch von der ersten Zeit nach dem Tod des erst 54-Jährigen, der an einer schweren Krankheit starb. Ein Jahr später war bei vielen von ihnen die Idee zu dem Verein gereift.

„Ziel des Vereins ist es“, so die Gründer damals, „weiterhin einen Beitrag dazu zu leisten, Hermann Hölters Arbeit für das Fortbestehen unserer Gesellschaft als einer zutiefst menschlichen weiterzuführen.“ Seine Hauptaufgabe sieht der Verein noch heute darin, „Aktivitäten und Initiativen im Sinne von Zivilcourage und sozialem Engagement unter jungen Menschen in Bottrop zu fördern“ und damit einen Beitrag zur Stärkung „internationaler Gesinnung und Toleranz unter jungen Menschen zu leisten“, so die Vereinssatzung.

16 Preise vergeben

In diesem Sinne hat eine Jury jährlich einen Preis an junge Menschen vergeben, 16 Preise und 19 Preisträger waren es bisher. In diesem Jahr bekam ihn die 13-jährige Ava Siebenborn mit ihrer „Initiative der Umwelt zuliebe“ (Iduz), die sich für den Umweltschutz engagiert. Im Vorjahr war es die damals zwölfjährige Majana Kabisch für ihr außergewöhnliches soziales Engagement für Senioren. Preisträger war auch schon das Musical-Ensemble „Die 2. Besetzung“ oder ein Schüler des Berufskollegs, der eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Bandanschlags von Solingen organisiert hatte.

Doch die Preisvergabe werde schwieriger, sagt Uwe Schipper. „In den letzten Jahren hatten wir immer nur einen Vorschlag, früher waren es mehrere.“ Denn heute gebe es kaum noch Mitglieder, die noch im Schuldienst sind. Dadurch fehle der Kontakt zu jungen Menschen und möglichen preiswürdigen Aktivitäten. Zudem: „Der direkte Bezug zu Hermann Hölter geht verloren“, sorgt sich der Vorsitzende. Mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Lehrers kennen ihn viele Bottroper gar nicht mehr, dadurch werde es schwer, neue Mitglieder zu gewinnen.

Ideen weiter aktuell

Dabei seien die Ideen Hermann Hölters heute aktueller denn je. So habe er an einer ersten Dokumentation über die Nazi-Zeit in Bottrop mitgearbeitet oder mit Schülern den Korczak-Club gegründet, eine Initiative, die sich um Flüchtlinge gekümmert hat, die in einem Heim an der Germaniastraße untergebracht waren. „Er war ein unglaublicher Mensch“, sagt Uwe Schipper über ihn. „Er hatte ein offenes Ohr für alle.“ Er habe seine Schüler begeistern können, habe intensiv mit den Eltern gearbeitet und sich um sozial benachteiligte Jugendliche gekümmert.

Wie es mit dem Verein weitergeht, das soll Thema der Mitgliederversammlung sein, zu der für Mittwoch, 21. November, um 19 Uhr ins Martinszentrum eingeladen wird. Er sei „ein bisschen guter Dinge“ was die Zukunft angeht, sagte Uwe Schipper nach letzten Gesprächen mit Interessierten.

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