Sommermusik

Deutsch-französisches Musikfest vor Bottrops Kulturkirche

Gut besucht: Das dritte „Sommer-Musique-Fest“ vor der Kulturkirche Heilig Kreuz.

Gut besucht: Das dritte „Sommer-Musique-Fest“ vor der Kulturkirche Heilig Kreuz.

Foto: Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.  Auf der „Fete de la Musique“ trafen sich Menschen nicht nur aus den beiden Nachbarnationen zum Hören und Genießen vor Bottrops Kulturkirche.

Stellen sie sich einen romantischen Abendspaziergang am Seine-Ufer oder einen Bummel über den Montmartre an einem lauen Sommerabend vor. Die passende Musik dazu gab es bereits am Freitagabend vor der Kulturkirche Heilig-Kreuz. Bereits zum dritten Mal bot dort das „Sommer-Musique-Fest“ entspanntes französisches Flair. Die Idee, den den kalendarischen Sommeranfang in lockerer Atmosphäre musikalisch zu begrüßen, hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt.

Der aus den Vorjahren bekannte Akkordeonspieler Matthieu Pallas begann den musikalischen Reigen. Virtuos charmant servierte er unvergessliche Titel der französischen Chansoniers wie Edith Piaf, Gilbert Becaud, Yves Montand oder Charles Aznavour. Bekannte Melodien wie „La vie ein Rose“, „Pigalle“, „Nathalie“ oder „Champs Elysees“ entführten die Zuhörer in die Seine- Metropole.

In Deutschland geboren kam Pallas übrigens über die deutsch-französische Freundschaft zur Musik, bei der er „die Leichtigkeit der Franzosen bewundert“. Ihn faszinieren Chansons und „Musette“, die französische Art Akkordeon zu spielen.

Nationen treffen sich musikalisch

Als Gendarm aus der Zeit der Louis de Funes-Filme, also der späten 60er und frühen 70er Jahre, präsentierte er Lieder aus Südfrankreich „La mere“ oder den „Cancan“ von Jacques Offenbach, des deutschen Wahl-Parisers (er stammte aus Köln), dessen 200. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr begeht.

Zum ersten Mal war die Gruppe „Tico Tico“ dabei. Das junge internationale Ensemble um Trompeter Wolf Scheitza sorgte neben klassischer und moderner Klezmermusik auch für romantische Tangomelodien. Die Formation ist eine Art Familienband - Tochter Catalina spielt Geige, Sohn Leonel Klarinette - mit osteuropäischem Einschlag. Jana am Cello und Mihailo am Akkordeon kommen aus Serbien und studieren an der Folkwang -Universität Essen. Die Idee zum Ensemble entstand bei der „Musik für Patienten“ in der Essener Klinik für Orthopädie, in der Bandleader Scheitza als Chefarzt tätig ist.

Seitdem treten die Musiker regelmäßig bei Kulturveranstaltungen auf. Zu den bekanntesten Stücken ihres abendlichen Repertoires gehören der „Libertango“ von Astor Piazolla, „El choclo“ von Angel Villoldo oder die Filmmusik von „Unter dem Himmel von Paris.“

Besucher lieben dieses Musik-Event

Am 21. Juli kann man die Gruppe übrigens wieder auf der Gladbecker Straße als Vorgruppe zur „Abba Revival Band“ hören.

Den mehreren Hundert Zuhörern gefiel es: „Schöner kann man den Sommer doch nicht begrüßen“ oder „Schön, wenn Bottroper so zusammen kommen können“, lauteten Resonanzen des Publikums. „Ich könnte hier die ganze Nacht zuhören“, so der begeisterte Kommentar einer Besucherin unter dem seidigen Himmel des einbrechenden Sommerabends mitten in der Stadt.

Am 30. Juni geht es an der Kulturkirche weiter mit dem Finale Jazz-Reihe „BTTRP JZZ“ und Lennart Allkemper.

Am 12. Juli sind mit „Junge Stimmen der Zukunft“ die „Stars von morgen“ zu hören.

Mehr Infos gibt es auf: www.kulturkirche-heiligkreuz.de

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