Autorenlesung

Der „Kishon des Ruhrgebiets“ liest in der Galerie 7

Die Zuhörerinnen hatten viel Spaß, als Raniero Spahn liest am Samstag in der Galerie 7 aus seinen Büchern las. Der Autor aus Duisburg ist gebürtiger Bottroper. Er hat schon sieben Bücher mit satirischen Kurzgeschichten verfasst.

Die Zuhörerinnen hatten viel Spaß, als Raniero Spahn liest am Samstag in der Galerie 7 aus seinen Büchern las. Der Autor aus Duisburg ist gebürtiger Bottroper. Er hat schon sieben Bücher mit satirischen Kurzgeschichten verfasst.

Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.   Raniero Spahn schreibt satirische Kurzgeschichten über den Alltag. Der Maler Wolfgang Gritschke stellt in der Galerie seine Bilder aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bettina Döblitz begrüßte am Samstagabend in der Galerie 7 zwei Duisburger Künstler, den Autor Raniero Spahn und den Maler Wolfgang Gritschke.

Der in Bottrop geborene Spahn stellte mit „Bitte recht freundlich“ seinen siebten Geschichtenband vor. Kleine, oft skurrile, aber immer kurzweilige Geschichten zum leichten Schmunzeln und hemmungslosem Ablachen beschreiben lebendig den Alltag.

Ironie und Aberwitz

Man nennt Raniero Spahn liebevoll den „Kishon des Ruhrgebiets“ und das nicht ohne Grund. So wie Kishon braucht er keine langatmigen Erzählungen, sondern treibt in satirischer Kurzprosa Alltagssituationen auf die Spitze mit feinem Humor, viel Ironie und manchem Aberwitz. Wenn Kishon die „beste Ehefrau von allen“ hat, so ist es bei Spahn die „bessere Hälfte“. Er nimmt die kleinen Dinge des täglichen Lebens humorvoll auf die Schippe. Seine Satire bringt Dinge ans Licht, die sonst verborgen geblieben wären.

Der gelernte Architekt hat erst im Alter von 56 Jahre „über Nacht“ sein Schreibtalent entdeckt. Wenn er in seinen ersten Büchern ein autobiografisches „Ich“ beschrieb, so ist er heute eher im Bereich der Fantasie unterwegs. Aus Überschriften oder plakativen Äußerungen entstehen Ideen: „Was wäre, wenn ...“. Aus dem Videotext eines Privatsenders „Sorgenfalten beim Orgasmus“, entstand eine absurde, skurrile Geschichte aus dem Ehealltag.

Gerne bedient der Autor nach eigenem Bekunden Klischees wie Schwiegermütter, grüne Damen oder Ehepaare, normale Menschen, die sich aber meist nicht „normal“ verhalten, eben „was wäre ,wenn …?“ Daraus entstehen Geschichten wie „Befremdet“ mit den Urlaubserlebnissen eines Ehepaares in einer Postfiliale oder „Schnurlos“ , die Geschichte über ein Geschenk zum 90. Geburtstag. Die alte Dame steht mit „der Technik auf Kriegsfuß“ und bekommt ein modernes schnurloses Telefon, was zu zahlreichen Verwirrungen führt.

Künstler stellt seine Arbeiten aus

Lustvoll überspitzt, aber auch realitätsnah ist auch der Streit um einen Frauenparkplatz im Parkhaus aus seinem Buch „Nur für Frauen“. Raniero Spahn beobachtet genau und hat dabei seinen ganz persönlichen Blick auf den Alltag.

Der 77-jährige Künstler Wolfgang Gritschke zeigt in der Galerie seine Pastellkreidebilder auf schwarzem Karton, die er den „Malern nachempfunden“ nennt. Rings herum an den Wänden hängen Bilder von van Gogh, Degas, Cézanne ,Monet oder Edward Hopper. Der bekennende Autodidakt erklärt, jedes Bild habe „einen eigenen Reiz ausgeübt, den wollte ich einfangen.“ Er „kopiert“ die Werke der großen Meister nicht, sondern interpretiert sie mit seinen eigenen künstlerischen Fähigkeiten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben