Bergbau

Der einstige Bergmann bleibt dem Schwarzen Gold verbunden

Volker Seeske folgte immer der Kohle: als aktiver Bergmann und später als Zechen- und Gästeführer.

Volker Seeske folgte immer der Kohle: als aktiver Bergmann und später als Zechen- und Gästeführer.

Foto: Friedhelm Wessel

Bottrop-Kirchhellen.   Volker Seeske bleibt der Kohle treu. Der Bottroper ist u.a. als Zechenführer auf Zollverein und Gästeführer im Bochumer Bergbaumuseum tätig.

Volker Seeske lebt den Bergbau. Begonnen hatte alles auf Prosper III, danach ging es zum Schacht 9, und ab 1981 fuhr Volker Seeske am gerade in Betrieb gegangenen Schacht am Alten Postweg ein. „Ich folgte also der Nordwanderung des Bergbaus“, sagt der ehemalige Fahrsteiger.

Dem Schwarzen Gold ist der Kirchhellener immer noch verbunden, obwohl er 2009 in den Vorruhestand ging. „Einmal Bergmann, immer Bergmann“, heißt es ja auch im Volksmund. Ein Spruch, der im Fall des 59-jährigen Volker Seeske besonders zutrifft. Er ist unter anderem als Zechenführer auf Zollverein und Gästeführer im Bochumer Bergbaumuseum tätig.

Der Pütt lag sozusagen in der Familie

Seeske wuchs in der Boy auf, zog nach seiner Heirat nach Grafenwald und ist längst in Kirchhellen-Mitte heimisch geworden. „Mein Vater fuhr auf Mathias Stinnes in Gladbeck und Essen-Karnap ein, da lag es nahe, dass auch ich zum Pütt gehe.“ Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Elektriker auf Prosper. Einige Jahre später erfolgte eine Umschulung zum Bergmechaniker, anschließend drückte der junge Kumpel wieder die Schulbank und kehrte als Steiger zum Pütt zurück.

250 Kumpels gehörten zeitweilig seiner Abteilung an

„Ich musste danach natürlich in ein Kohlenrevier und wurde hier mit allerlei Problemen konfrontiert. Doch der damalige Strebmeister Franz Klein stand mir in Flöz Gudrun mit Rat und Tat zur Seite,“ erinnert sich Seeske. Danach ging es zu den Logistikern. „Hier fühlte ich mich wohl“, betonte der langjährige Prosperaner, der 1990 als verantwortlicher Steiger das Revier übernahm. „250 Kumpels gehörten zeitweise meiner Abteilung an.

Immer wieder zurück auf die Schulbank

1992 ging es für ihn wieder zurück in die Schule. In Bochum besuchte der Kirchhellener an der Hochschule einen Betriebsführerlehrgang. Auf Prosper-Haniel, an Schacht 10, ging es für Volker Seeske anschließend weiter aufwärts auf der bergmännischen Karriereleiter. Er wurde Fahrsteiger und Abteilungsleiter. 2009 begann für ihn der Vorruhestand.

„Über Umwege bin ich später zum Bergbaumuseum und zum Weltkulturerbe Zollverein gekommen. Dort bin ich mehrmals im Monat tätig und erläutere den Gästen die Welt der Kohle“, betont der langjährige Bergbauspezialist.

Der Sohn teilt das Hobby

Sohn Max, der einst auch zum Pütt wollte, aber dann eine Ausbildung in der Kfz-Branche absolvierte, teilt sich das „schwarze Hobby“ mit seinem Vater. Vor einigen Jahren zog es den heute 29-Jährigen ins Besucherbergwerk Graf Wittekind in Dortmund. Heute sind er und sein Vater dort samstags ehrenamtlich tätig, führen Besucher herum.

Nach Bergrecht ein Betriebsführer

Manchmal greifen sie zu Hammer, Säge und Schüppe, um verschüttete Stollen und Schächte mit Muskelkraft für die Nachwelt zu erhalten. „Dort bin ich laut Bergrecht sogar Betriebsführer“, lacht der Kirchhellener Berg-Ingenieur, der in der Syburg mit viel Enthusiasmus und Sachverstand die Interessen des Vereins bergbauhistorischer Stätten vertritt. „Langeweile kenne ich nicht, denn für einen Bergmann gibt es ja immer etwas zu tun.“

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