Gesundheit

Der Demenz aktiv begegnen

Dr. Astrid Danneberg (Gesundheitsamt) und Kathrina Becker (Demenz-Servicezentrum) haben schon einige Programmpunkte für die Aktivwoche „Demenz, was nun?“ in Bottrop zusammengetragen.

Dr. Astrid Danneberg (Gesundheitsamt) und Kathrina Becker (Demenz-Servicezentrum) haben schon einige Programmpunkte für die Aktivwoche „Demenz, was nun?“ in Bottrop zusammengetragen.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Bottroper Akteure wollen vom 13. bis zum 17. November ihre Angebote vorstellen. Für diese Themenwoche kann jeder seine Ideen einbringen.

Die Diagnose Demenz macht zunächst einmal Angst. Den Betroffenen selbst, aber auch ihren Angehörigen. Wie sich das Leben mit dieser Erkrankung mit Mut gestalten lässt, das soll die Aktivwoche „Demenz, was nun?“ vom 13. bis zum 17. November zeigen. Bottroper, die Ideen fürs Programm haben oder die Woche mitgestalten wollen, können sich jetzt bei den Organisatoren melden.

Hinter der Aktivwoche steht das Demenz-Servicezentrum Westliches Ruhrgebiet in Kooperation mit dem hiesigen Gesundheitsamt. Im Arbeitskreis Gerontopsychiatrie, in dem Vertreter aus stationären und ambulanten Einrichtungen zusammenarbeiten, sind jetzt schon etliche Veranstaltungen für die Aktivwoche im November gesammelt worden. Denn die Bottroper Akteure, die im Bereich der Demenz arbeiten, wollen ihre Angebote vorstellen und zur offenen Begegnung einladen.

Programm für die Auftaktveranstaltung steht schon

„Zielgruppe sind vor allem Menschen ab 60, 65 Jahren und deren Begleiter“, sagt Dr. Astrid Danneberg, Leiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes im Gesundheitsamt. Sie möchte schon ab Sommer eine Testung anbieten, um zu sehen: Wie sieht es prozentual mit den Gedächtnisstörungen aus. Willkommen zu den Veranstaltungen sind aber auch Fachleute und interessierte Bürger jeden Alters.

Bereits festgezurrt ist das Programm für die Auftaktveranstaltung am Montag, 13. November, 15 Uhr. „Sie findet im Kulturzentrum statt“, kündigt Kathrina Becker vom Demenz-Servicezentrum an. Neben Begrüßungsworten u.a. von Oberbürgermeister Bernd Tischler und Vorträgen zum mobilen Demenz-Service sowie zur Diagnose soll es eine Lesung von Fünf-Minuten-Geschichten geben.

Tanzen, Spinning und Kneippen für Erkrankte und Angehörige

Das Kulturelle, Kreative, auch Sportliche spielt neben der sachlichen Information über die Erkrankung eine wichtige Rolle bei den bereits geplanten Angeboten der Aktionswoche. Gesellschaftliche Teilhabe, Lebensfreude sowie das Erkennen und Stärken eigener Potenziale sei bedeutsam für die Betroffenen. So wird es unter anderem Improvisationstheater und Filmvorführungen (auch auf türkisch) geben.

Das Tanzen für Menschen mit Demenz – und Begleiter – wird vorgestellt, auf Spinning-Rädern können sie sich verausgaben, beim Kneippen ihre Sinne anregen lassen. Therapien, bei denen Tiere zum Einsatz kommen, werden ebenso Thema sein wie etwa die Unterstützung, die eine Selbsthilfegruppe Angehörigen bietet. „Alle einzelnen Aktionen werden von den Bottroper Akteuren eigenständig geplant“, erläutert Kathrina Becker.

Wie bei der Demenz-Aktionswoche vor fünf Jahren „Gedanken wie Seifenblasen“ ist auch diesmal mit Hilfe der Schäfers-Ludwig-Stiftung eine Schulung von 20 Berufskollegschülern vorgesehen. „Sie werden für die Begleitung Demenzkranker ausgebildet“, erklärt Dr. Astrid Danneberg. Und können Betroffene dann zu den Aktionen der Aktivwoche begleiten.

Insgesamt leben in Bottrop nach Angaben der Organisatoren rund 1700 Menschen mit Demenz. Demnach wohnen die meisten daheim und werden von ihren Angehörigen begleitet.

>> INFO UND KONTAKT

Wer Fragen oder Ideen hat, wendet sich an Kathrina Becker, Demenz-Servicezentrum, 0203 298 20 16 oder Martina Luszowski, Gesundheitsamt, 02041 70-35 42. Ab 19. Juni können Vorschläge online eingebracht werden: www.demenz-service-westliches-ruhrgebiet.de

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