Covid-19

Der Corona-Alltag nach den Ferien in den Bottroper Schulen

Regelmäßiges und ausreichendes Lüften – darauf muss auch in der kälteren Jahreszeit geachtet werden.

Regelmäßiges und ausreichendes Lüften – darauf muss auch in der kälteren Jahreszeit geachtet werden.

Foto: OBprod / Shutterstock/OBprod

Bottrop.  Mit „Respekt“ blickt der Bottroper Schulleiter Ingo Scherbaum auf den Wiederbeginn des Unterrichts. So haben sich Schulen und Stadt vorbereitet.

Wenn am Montag der Unterricht nach den Herbstferien beginnt, dann haben sich die Vorzeichen seither ein wenig geändert. Die Zahl der Corona-Infektionen steigt, auch Bottrop ist mittlerweile Risikogebiet – wie so viele Städte und Regionen im Ruhrgebiet und in NRW. Entsprechend gilt für Schüler ab der fünften Klasse dann auch wieder die Maskenpflicht im Unterricht, das hat das Land angeordnet.

Außerdem kommt aus dem Schulministerium eine Anweisung, wie die Unterrichtsräume zu lüften sind. Alle 20 Minuten für mindestens fünf Minuten ist Stoßlüften angesagt, womöglich sogar Querlüften, heißt Durchzug produzieren.

Stadt Bottrop hat die Sporthallen mit CO2-Ampeln ausgestattet

Doch lassen sich in den Bottroper Schulen die Fenster tatsächlich auch öffnen? In Nachbarstädten ist die Rede von Fenstern, die sich teils aus Sicherheitsgründen, teils auch weil sie marode sind, nicht öffnen lassen. Das treffe auf Bottroper Schulen nicht zu, sagt Schuldezernent und Krisenstabsleiter Paul Ketzer. „In allen Räumen, in denen Unterricht stattfindet, ist das Lüften möglich“, so Ketzer mit Blick auf die rund 50 Schulgebäude in der Stadt.

Zusätzlich hat die Stadt Bottrop nun die Sporthallen mit CO2-Ampeln ausgerüstet. Diese Geräte zeigen an, wenn die Luft in einem Raum zu schlecht wird. Die Geräte zeigen zwar keine Viruslast an, „sie geben aber einen Anhaltspunkt, wann es Zeit ist, zu lüften“, so Ketzer. Sämtliche Klassen- und Fachräume der Bottroper Schulen mit diesem technischen Hilfsmittel auszurüsten, sei jedoch nicht möglich.

Krisenstabsleiter setzt auf den gesunden Menschenverstand von Schülern und Lehrern

Skeptisch zeigt er sich auch, wenn es um den Einsatz möglicher Lüfter geht. Das Schulministerium hat angekündigt, 50 Millionen Euro bereit zu stellen, um solche Anlagen für Räume, die nicht gelüftet werden können, anzuschaffen. Kurzfristig hilft das vor Ort jedoch nicht weiter und Ketzer fürchtet auch, dass es zu Lieferengpässen kommen wird, wenn nun alle Städte diese Geräte haben wollen.

Ketzer geht auch nicht davon aus, dass die Schüler nun in der kälteren Jahreszeit in dicken Winterjacken dem Unterricht folgen müssen, weil es durch das Lüften zu kalt wird. In allen Schulen gebe es funktionierende Heizungen, so dass die sich die Raumluft in zumutbarer Zeit wieder aufheizen werde. Er wolle nichts bagatellisieren, so der Krisenstabsleiter, doch letztlich sollte man den Dingen einfach entgegen sehen „und mit etwas gesundem Menschenverstand und Gelassenheit“ daran gehen.

Bottrop Schulleiter lobt Schüler für den Umgang mit Corona und den Regeln

Ähnlich sieht es Ingo Scherbaum, Schulleiter am JAG. Sorge oder gar Angst vor dem Wiederbeginn des Unterrichts hat er nicht. Klar sehe er dem mit „ein bisschen Respekt“ entgegen, gleichzeitig sei die Schule aber vorbereitet. Er erinnert daran, dass die Schülerinnen und Schüler nun schon länger mit Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen umgehen. „Und das haben sie wirklich hervorragend verinnerlicht“, berichtet Scherbaum.

Die Wiedereinführung der Maskenpflicht sei ein richtiger Schritt, doch schon vorher habe die ganz große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler den Schutz freiwillig getragen. Was Lüfter angeht ist der JAG-Leiter skeptisch, sieht sie allenfalls als Zusatz. „Ich würde keinen Raum öffnen, der allein über so eine Anlage belüftet wird“, sagt er mit Blick auf das Umweltbundesamt, das in mobilen Luftreinigungsgeräten allenfalls eine Ergänzung zum Lüften sieht.

Am JAG hat man die Heizleistung erhöht

Die Vorgaben zum Lüften aus Düsseldorf, für Scherbaum sind die das Minimum, möglich also, dass am JAG die Fenster häufiger aufgehen werden. Das sei auch situationsabhängig, wirbt Scherbaum dafür, Schülern und Lehrern zu vertrauen. Frieren müsse voraussichtlich auch niemand, man habe nämlich die Heizleistung erhöht, so dass die Raumluft nicht zu stark auskühlen kann. Und im Zweifel müsse man den Unterricht für die Lüftungsphase für fünf Minuten unterbrechen.

Außerdem verweist Scherbaum darauf, dass die regelmäßige Frischluftzufuhr nur einen Teil der Vorsichtsmaßnahmen darstellt. So gelte nach wie vor im Gebäude das Einbahnstraßensystem. Außerdem habe man die Pausenzeiten entzerrt und tue auch sonst vieles, damit es im Gebäude und vor der Schule nicht zu großen Ansammlungen komme. So seien die Lehrer beispielsweise schon 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn im Raum, damit die Schüler nicht draußen warten müssen.

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