Tierisch

Der blaue Pfau wird zum Maskottchen für Bottrop-Kirchhellen

Der Alt-Hahn schlägt ein prächtiges Rad. Er bleibt seinem Revier auf dem Hof Sagel stets treu.

Der Alt-Hahn schlägt ein prächtiges Rad. Er bleibt seinem Revier auf dem Hof Sagel stets treu.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop-Kirchhellen.   Die prächtigen Pfauen-Vögel von Bauer Sagel mit Kalle an der Spitze sind in Kirchhellen unterwegs. Jetzt haben sie eine eigene Facebookgruppe.

Der Pfau hat die besten Chancen, das neue Maskottchen von Kirchhellen zu werden. Gleich mehrere dieser auffälligen Vögel lassen sich derzeit immer mal wieder im Dorf sehen, werden an Straßen, in Gärten, auf Terrassen gesichtet. Allen voran Pfau Kalle, der wie seine Kumpanen vom Hof Sagel stammt. So bekannt sind die Tiere schon im Dorf und in den sozialen Netzwerken, dass sie jetzt eine eigene Facebook-Gruppe haben.

Pfau auf Wanderschaft

Doch eins nach dem anderen. Seit Jahren schon hält Bauer Burkhard Sagel „aus Spaß“ frei laufende Pfauen. Aktuell sind es elf Stück, darunter fünf Weibchen. Dass sie mal auf Wanderschaft gehen, etwa zum benachbarten Hof Schmücker oder Richtung Gewerbegebiet, sei normal. Um diese Jahreszeit suchten die Junghähne nach einem neuen Revier, gehen dabei richtig ins Dorf rein. „Dieses Jahr ist es extrem“, so der Bauer.

Das führte gehäuft zu Sichtungen und Meldungen in der Facebook-Gruppe „Wir sind Kirchhellen“. So dass sich Stina Schulzke nach Rücksprache mit dem Landwirt Sagel entschloss, für alle Pfauen-Freunde eine eigene Gruppe zu gründen.

Vögel schon so berühmt wie die Brezelbrüder

„Wer sich über die Meldungen freut, kann in diese Gruppe gehen. Wen das nervt, der braucht es nicht zu sehen“, sagt die Hundefriseurin, die glaubt: „Die Pfauen sind mittlerweile so berühmt wie die Brezelbrüder.“ Erst vergangenen Dienstag hat sie die Gruppe „Kirchhellens Pfau Kalle“ erstellt – Freitag hatte diese schon mehr als 200 Mitglieder. Stina Schulzke erzählt, dass die Vögel im Industriegebiet und an der Schule öfter gesehen werden, „aber eigentlich sind sie in ganz Kirchhellen unterwegs“. In ihrem recht dorfzentral gelegenen Garten hatte sie auch schon gefiederten Besuch.

Weibchen im Schlepptau

Während Kalle allein auf Tour ist, hat sein Bruder – laut Sagel heißen eigentlich alle Kalle – meist drei Weibchen im Schlepptau. Diese Grüppchenbildung sei auch typisch. Freitagvormittag aber zum Beispiel war diese Pfauen-Gruppe, die manchmal rauswandere, auf dem Hof anzutreffen, nahe ihrer Futterstelle. Immer in seinem Revier auf dem Hof bleibt der Althahn, wo er den Traktor „Franz Meersdonk“ als seinen Lieblingsplatz erkoren hat. „Bleibt noch eine Gruppe mit fünf Pfauen, die irgendwo unterwegs sind.“

Schlafplatz auf dem Baum

Sagel lässt seine Pfauen bewusst frei laufen, sie schlafen in Bäumen auf dem Hof. „Normalerweise sind die blauen Pfauen relativ Standort treu. Sie kommen wieder zurück. Im Hühnerstall haben sie Futter und Wasser, das kennen sie.“ Natürlich mache er sich Sorgen, dass den Vögeln auf ihren Touren etwas passiert. „Die Alternative wäre sie einzusperren.“ Frei und in Gefahr würde er auch für sich persönlich dem Gefängnis vorziehen.

Es gebe auch die Diskussion, wie gefährlich frei laufende Pfauen seien, weiß Sagel. Seine Antwort: „Wie Fasane.“ Sollten die Pfauen unangenehm auffallen, gebe es nur diese Lösung: „Fangen oder abschießen.“ Doch aktuell freuten sich die allermeisten Leute über die schönen Tiere. „Es ist eine Frage des Maßes“, glaubt Sagel: So lange wenige Pfauen durch Kirchhellen streifen, sei das kein Problem.

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