Im Chefsessel

Denise Barz macht im "Fanladen" ihr Lebensgefühl zum Beruf

In ihrem „Fanladen“ kommt ihr Lebensgefühl zum Ausdruck: Aufgewachsen in einer „fußballverrückten“ Familie verkauft Denise Barz hier Fanartikel von mindestens sieben Fußballvereinen sowie Souvenirs aus dem Ruhrgebiet.

In ihrem „Fanladen“ kommt ihr Lebensgefühl zum Ausdruck: Aufgewachsen in einer „fußballverrückten“ Familie verkauft Denise Barz hier Fanartikel von mindestens sieben Fußballvereinen sowie Souvenirs aus dem Ruhrgebiet.

Foto: Olaf Ziegler

Bottrop.   Seit fast drei Jahren führt die 30-Jährige ihren „Fanladen“ an der Gladbecker Straße. Hier verkauft sie allerlei Fanartikel und Souvenirs.

Sie ist eine Ruhrpottgöre durch und durch. „Mit datt und watt bin ich groß geworden und das Herz liegt mir auf der Zunge“, stellt Denise Barz lachend, aber auch ein bisschen stolz fest.

Aus dem Görenalter ist sie zwar raus, aber ihr „Fanladen Bottrop“ bringt ihr Lebensgefühl letztlich auf den Punkt. Seit August 2015 ist die 30-Jährige Chefin des kleinen, bunten Ladens an der Gladbecker Straße 29.

Heimatliebe ist nicht nur ein Slogan

T-Shirt’s, Taschen, Biergläser, Pottnudeln, Bottroper Korn und Anis-Fenchel-Briketts liegen in den Regalen, dazu Mützen, Schals, Tassen und vieles mehr von mindestens sieben Fußballvereinen. Allerlei Ruhrpott-Gedöns und Fanartikel halt, die zum Stöbern, Verweilen und natürlich Mitnehmen einladen.

Man spürt: „Heimatliebe“ und „I love Bottrop“ sind nicht nur Slogans, hier steckt viel Herzblut drin. „So ist das auch“, meint Denise Barz. „Der Laden zeigt meine Liebe zu Ruhrpott, Fußball und Stadt.“ Aus der Idee all das zu vereinen, sei das Konzept des Ladens vor einigen Jahren entstanden.

Auch heute ist Denise Barz noch Fußballfan

Dabei zeichnete sich schon in ihrer Kindheit ab, was mal ihr Ding sein würde. „Ich komme aus einer absolut fußballverrückten Familie", erzählt die gebürtige Essenerin lachend. „Mein Vater war Fußballjugendtrainer und mein Bruder und ich spielten begeistert Fußball.“ Mit ihrer Mannschaft, den „Kupferdreher Feldjägern“ sei sie sogar sehr erfolgreich gewesen und in die Niederrhein-Liga aufgestiegen.

Mit leuchtenden Augen erinnert sich Denise Barz an diese Zeit und auch an Besuche im Stadion: „Mit Eltern und Großeltern waren wir bei so manchem Spiel.“ Klar, dass sie auch heute noch Fußballfan ist: „Borussia Dortmund ist mein Verein.“ Und egal, wo Denise Barz im Urlaub war und ist, „Souvenirs, am liebsten diese Magneten, müssen immer sein.“ Und die gibt’s heute in ihrem Laden natürlich auch.

Auf eigene Faust zur Abschlussprüfung

Dennoch dachte Denise Barz in ihrer Jugend nicht daran, ihre Leidenschaften zum Beruf zu machen. „Ich komme zwar aus einer Verkäuferfamilie, wollte aber eigentlich mehr und dachte, Architektur sei mein Ding“, erzählt Barz.

So begann sie nach dem Fachabitur zunächst eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. „Aber diese stupide Arbeit im Büro ohne Kundenkontakt war überhaupt nichts für mich“, so Barz.

Die Ausbildung zur Bäckerei-Fachverkäuferin, die sie dann stattdessen wählte, dagegen sehr. Plötzlich aber war das zweite Kind unterwegs und die Ausbildung nach der Zwischenprüfung erstmal zu Ende. „Doch ein paar Jahre später nahm ich alles selbst in die Hand, lernte den notwendigen Stoff und meldete mich bei der IHK zur Abschlussprüfung an“, erklärt Denise Barz. „Ich will meinen Kindern später mal sagen können, dass ich all das auch mit ihnen schaffen konnte.“

Sortiment wird umfangreicher

Schließlich eröffnete sie im August 2015 - wenige Monate nach bestandener Abschlussprüfung als Verkäuferin – bereits ihren Laden. „Im Urlaub stößt man überall auf Souvenirläden. Bottrop hat so viel zu bieten und ist es wert, auch einen solchen Laden zu haben.“

Ihr Sortiment aus Bottrop-, Ruhrgebiets- und Fanartikeln werde immer umfangreicher. „Und so manches Design für Gläser, Tassen und Taschen hab ich selbst entworfen“, meint die Bottroperin.

Positiver Blick in die Zukunft

Als Chefin ihres eigenen Fanladens schätzt Denise Barz, dass „ich schalten und walten kann, wie ich mag. Ich kann eine Kreativität ausleben, umdekorieren, wenn ich mag, und vor allem immer wieder Pläuschchen mit den Kunden halten.“

Die Zukunft ihres kleinen Ladens sieht Denise Barz positiv: „Der Bedarf ist da. Bottrop ist durchaus ein Reiseziel, meine Kunden kommen mitunter von weit her und aus dem Ausland.“ Zudem sei ihr Laden seit April 2017 auch Infopoint der Stadt. So finden die Kunden neben allerlei Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen im Stadtgebiet auch gleich die Souvenirs.

Und das Konzept stimmt: Vor einem halben Jahr eröffnete Denise Barz bereits ihren zweiten Fanladen in Essen, den ihr Bruder Marvin Baumeister führt. „Es musste Essen sein, denn auch hier habe ich meine Wurzeln.“ Auch das Online-Geschäft läuft gut. Aber, so Denise Barz weiter, „die endlose Baustelle vor unserer Tür hat uns zugesetzt. Der Umsatz ist arg eingebrochen. Hoffentlich geht es bald aufwärts.“

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