Schulanfang und Datenschutz

Datenschutz macht auch vor der Einschulung nicht halt

Erstklässler mit ihren Ranzen und Zuckertüten am ersten Schultag. Wenn die Beteiligten nicht zu erkennen sind, braucht man auch keine Genehmigung von Eltern oder gesetzlichen Vertretern.

Erstklässler mit ihren Ranzen und Zuckertüten am ersten Schultag. Wenn die Beteiligten nicht zu erkennen sind, braucht man auch keine Genehmigung von Eltern oder gesetzlichen Vertretern.

Foto: Peter Steffen

Bottrop.  Datenschutz: Was Eltern und Angehörige zum Thema Fotos am ersten Schultag wissen sollten. Experten geben Tipps zum entspannten Schuleinstieg.

In der kommenden Woche beginnt für viele Kinder in Bottrop mit der Schule auch ein neuer Lebensabschnitt. Was früher streng als „Ernst des Lebens“ bezeichnet wurde, kann auch heute manche Fallstricke bergen. Auf jeden Fall ist der Eintritt ins Schulleben immer auch mit Veränderungen und Einschnitten in den Alltag und die Zeitabläufe der Familien verbunden.

Gerade am ersten Schultag steht immer wieder auch die Datenschutzfrage im Mittelpunkt. Wer darf was, wen oder wo fotografieren und vor allem: Wo dürfen Bilder, auf denen auch andere Kinder als die eigenen zu sehen sind, veröffentlicht werden. Dazu hat die Landesregierung kurz vor Ferienende noch einmal Richtlinien veröffentlicht. Aber wie so häufig liegt auch dort die Entscheidung bei der jeweiligen Schulleitung, wann oder ob überhaupt fotografiert werden darf.

Schulen setzten meist auf Information, weniger auf Fotoverbote

Detlef Baier, Schulleiter der Schillerschule mit Grundschulstandorten in der Südstadt und Ebel, setzt weniger auf Foto-Verbote als auf Information. „Generell gilt das Recht am eigenen Bild, wer fotografiert wird, sollte sein Einverständnis gegeben haben, vor allem wenn die Bilder möglicherweise hinterher im Internet geteilt werden.“ Von Verboten hält er nichts. Denn die könne man ohnehin kaum kontrollieren, schon gar nicht, wenn auf größeren Veranstaltungen, wie etwa dem Einschulungstag, viele Teilnehmer viele Fotos machen würden.

Für alle Teilnehmer lautet die wichtigste Regel: Vorher fragen. Auch das eigene Kind, ob es selbst eigentlich fotografiert werden möchte. Die Schule, ob das Fotografieren zu privaten, nicht-kommerziellen Zwecken erlaubt ist. Andere Kinder und deren Eltern, die mit aufs Bild geraten können, ob sie damit einverstanden sind. Umgekehrt wird auch die Schule immer fragen, ob die Eltern einverstanden sind, dass ihr Kind in schulischen Zusammenhängen fotografiert werden und das Foto veröffentlicht werden darf. Das gilt nicht nur für den ersten Schultag, sondern für alle schulischen Ereignisse vom ersten Klassenfoto bis zur Abschlussfeier.

Die Stadt hat schulische Datenschutzbeauftragte

Für weitergehende Fragen zum Thema Datenschutz hat die Stadt sogar schulische Datenschutzbeauftragte. Britta Lengert und Volker Heek koordinieren und überwachen dabei die ‘Einhaltung des Datenschutzes in Bezug auf Schüler, Eltern und Lehrer und beraten auch die Schulleitung zu diesem Thema.

Im Vorfeld des Schulstarts können Eltern einiges tun, um der Unsicherheit der Kinder entgegenzuwirken. Darüber machen sich jedes Jahr auch Fachleute von land und Kommunen Gedanken und geben Tipps. Zu einem entspannten Umgehen mit der neuen Situation gehöre immer auch eine Vorbereitung, vor allem wenn es sich um das erste Schulkind, so Dr. Sascha Borchers, Fachbeauftragter für Schulpsychologie bei der Bezirksregierung Münster. „Erklären sie die anstehenden Veränderungen und zeigen sie für die Unsicherheit und Aufregung der Kinder Verständnis. Gehen Sie dabei behutsam vor und machen den Schuleintritt nicht zum alles bestimmenden Thema“, so ein Tipp von Sascha Borchers. So viel Ruhe und Sicherheit wie möglich auszustrahlen, sei immer ein gutes Rezept. Das gehe, in dem positive Geschichten erzählt werden, zum Beispiel, wie Eltern selbst die Schule erlebt haben und vielleicht sogar noch noch alte Fotos aus dieser Zeit hervorholen.

Organisation ist immer wichtig

Zwei organisatorische Dinge sollten Eltern aber im Auge behalten: Die Vollständigkeit der Lernmaterialien und den Schlaf-Wach-Rhythmus. Je älter die Kinder oder Jugendlichen sind, desto gravierender kann die Umstellung auf das wieder frühe morgendliche Aufstehen sein. Eltern sollten der inneren Uhr des Kindes schrittweise ungefähr eine Woche Zeit geben, sich umzustellen. Darüber hinaus gibt es noch die schulischen Dinge: Sascha Borchers rät, gemeinsam zu besprechen, was im neuen Schuljahr ansteht. Dazu gehören bei älteren Kindern neue Fächer, andere Lehrer oder neue Herausforderungen. Wichtig sei es auch begleitend zu beobachten, welche Ziele sich das Kind vorgenommen hat. Da hilft zum Beispiel auch ein gemeinsamer Blick ins Zeugnis, der zeigt, wo es möglicherweise zu Schwierigkeiten kommen kann.

Datenschutzbeauftragte und Schulberatung

Die beiden Datenschutzbeauftragten für die Bottroper Schulen sind Britta Lengert und Volker Heek. Sie sind per E-Mail erreichbar: DSB-Schulen@bottrop.de. Sie haben im Wesentlichen die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften in Bezug auf die Daten der Schülerinnen und Schüler, der Eltern wie auch der Lehrkräfte zu koordinieren und zu überwachen sowie die Schulleitung zu beraten.

Die regionale Schulberatungsstelle befindet sich an der Scharnhölzstraße 23 in der Innenstadt. Geöffnet Mo bis Do, 8.30 - 12 Uhr und 14 -16 Uhr. 02041/222 20. E-Mail: schulberatung@bottrop.de

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