Suppenküche

Das Restaurant der Herzen hat wieder geöffnet

Zur Eröffnung von Kolüsch wurden Schüsseln und Teller am Dienstag mit Grünkohl und Mettwürstchen gefüllt.

Foto: Thomas Gödde

Zur Eröffnung von Kolüsch wurden Schüsseln und Teller am Dienstag mit Grünkohl und Mettwürstchen gefüllt. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Kolüsch serviert im Barbaraheim bis März täglich warme Mahlzeiten an bedürftige Menschen. Das Essen wird aus Spenden finanziert.

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Die Gäste haben sich schon hungrig an den Tischen versammelt. Doch bis das Essen serviert wird, dauert es noch ein wenig, schließlich ist es der Eröffnungstag der Saison bei Kolüsch, da herrscht im Barbaraheim am Unterberg immer besonderer Trubel und erst einmal werden Reden gehalten.

Die erste von Pfarrerin Anne Hanhörster, der Vorsitzenden des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Bottrop, die die Gäste der Suppenküche der Evangelischen Sozialberatung (ESB) mit einem Zitat aus der Bibel begrüßte. Die zweite hielt Renate Palberg, die Vorsitzende des Sozialausschusses, die die Arbeit seit Jahren begleitet. „Ist eine Suppenküche in einem so reichen Land notwendig“, fragte sie, um dann festzustellen: „Wir sind froh, dass es Kolüsch gibt. Kolüsch ist nicht nur Essen und Trinken, es ist mehr.“

Für viele der Gäste ist es nämlich nicht nur die Möglichkeit mit einer kostenlosen warmen Mahlzeit täglich über den Winter zu kommen, sondern auch einer der wenigen sozialen Kontakte, die sie haben und genießen bis zum Ende der Saison am 17. März. Sie sitzen im Barbara-heim an gedeckten Tischen zusammen und reden mit ihrem Gegenüber. Viele kennen sich schon seit Jahren.

Kolüsch feiert bald Silberjubiläum

Denn bereits seit 24 Jahren gibt es in jedem Winter bei der ESB das „Restaurant der Herzen“, völlig kostenlos für die Gäste, finanziert aus Spenden. Wie mit der jüngsten des Vereins amBOTioniert, der erst kürzlich einen Scheck über 5000 Euro überreichte, der Erlös des letzten Charity-Diners. Das Silberjubiläum von Kolüsch soll im nächsten Jahr groß gefeiert werden.

„Wir geben täglich 70 bis 80 Essen aus“, erzählt Claudia Kretschmer von der ESB. „Vier Klienten bekommen das Essen auch gebracht.“ Gekocht wird wieder – wie erstmals im vergangenen Jahr – in der Küche des DRK-Seniorenzentrums Rottmannsmühle. Traditionell kam am ersten Tag Grünkohl mit Mettwurst auf den Tisch. „Eintopf geht am besten“, verrät Felix Brill, zweiter Sozialarbeiter im ESB-Team die Vorlieben der Klienten. Die Bäckerei Kessels spendiert wie immer den Kuchen zum Nachtisch.

Zehn Helfer stehen täglich bereit, um die Tische zu decken, das Essen auszuteilen und hinterher wieder klar Schiff zu machen. Es sind neben Bundesfreiwilligen im Dienste der ESB auch Klienten der Sozialberatung. Drei haben hier eine Arbeitsgelegenheit, die anderen helfen ehrenamtlich mit.

Die meisten Gäste bei Kolüsch sind schon älter, die vielen jungen Klienten der Wohnungslosenhilfe fehlen fast völlig. Für Claudia Kretschmer liegen die Gründe dafür auf der Hand: „Für junge Leute hat die warme Mahlzeit nicht mehr den Stellenwert wie für ältere und das gemeinsame Essen nicht mehr diese kulturelle Bedeutung.“ Dabei ist der Anteil der jungen Klienten der ESB in den letzten Jahren stark gestiegen.

Deshalb wird das Team 2017 um eine Sozialarbeiterstelle erweitert. Die/der Neue soll möglichst ab April vor allem um die unter 25-Jährigen kümmern.

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