Jubiläum

Das Marienhospital Bottrop blickt auf 150 Jahre zurück

Blick aus der Luft auf das katholische Krankenhaus, wie es sich heute darstellt. Das Hauptgebäude wurde 1933 in Betrieb genommen.

Blick aus der Luft auf das katholische Krankenhaus, wie es sich heute darstellt. Das Hauptgebäude wurde 1933 in Betrieb genommen.

Foto: Blossey

Bottrop.   Das katholische Krankenhaus nahm seinen Anfang mit 20 Betten an der Osterfelder Straße. Seither ist das Haus im Wandel.

Das Gebäude des Bottroper Marienhospitals, wie wir es heute kennen, steht in seinem Kern seit 1933. Doch das Krankenhaus selbst ist wesentlich älter: Es feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Erster Standort mit 20 Betten war 1868 im damals noch recht kleinen Bottrop die Osterfelder Straße. Pfarrer Carl Englert von der Cyriakus-Gemeinde war der Mann, der das erste Krankenhaus in der Stadt auf den Weg brachte.

Für Arme und Kranke sorgen

„Ein Markenzeichen der Ära Englert war sein sozial-karitatives Engagement. Seine besondere Sorge galt den Kranken und Armen in der Gemeinde“, schreibt Stadtdirektor a.D. Norbert Wallmann in seiner Chronik zum 150-Jährigen des Krankenhauses. Bereits 1858 kauft Pfarrer Englert die Besitzung des ehemaligen Bürgermeisters Wilhelm Tourneau in Stadtmitte für 2500 Taler. Doch es dauert zehn Jahre, bis dank großzügiger Spenden die Krankenhaus-Idee tatsächlich umgesetzt werden kann. Für die Pflege der Patienten können Schwestern des Franziskanerordens St. Mauritz aus Münster gewonnen werden; ihre Zunft wird dem Haus über viele Jahrzehnte treu bleiben. Erster Arzt im Hospital ist Dr. Wilhelm Jansen.

Rund 5000 Einwohner zählt Bottrop damals, aber das soll sich bekanntlich mit der Ankunft des Bergbaus in der Region bald ändern. Und so wird das erste Gebäude, in dem unter anderem auch Verwundete des Krieges 1870/71 aufgenommen werden, trotz Erweiterungen schnell zu klein.

Neubau am Kreuzkamp

Also wird ein Neubau errichtet, und zwar am Kreuzkamp. Kostenpunkt: 182 500 Mark. Ab 1898 stehen darin 60 Betten zu Verfügung, aber auch an diesem zweiten Standort kommt man letztlich nicht ohne Anbauten und die Erhöhung der Bettenzahl aus. Auch strukturell und in der medizinischen Versorgung gibt es im Laufe der Jahre immer wieder Veränderungen. „Erst im neuen Haus am Kreuzkamp bildeten sich mit Dr. med. Anton Zumhasch und Dr. med. Georg Bock zwei Abteilungen heraus, die Chirurgie und die innere Medizin mit selbstständigen Chefärzten“, notiert Chronist Norbert Wallmann. Beide hätten die Entwicklung des Marienhospitals wesentlich beeinflusst.

Im ersten Weltkrieg wird das Haus am Kreuzkamp Hauptreservelazarett für alle Krankenhäuser der Umgebung. Aber letzten Endes zeigt sich, dass wiederum ein neuer, noch größerer Krankhausbau her muss, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Heute ist vom Marienhospital Nummer 2 alleine die Kapelle am Kreuzkamp übrig, in der jetzt die Altkatholische Gemeinde zu Hause ist. Der Rest, damals zunächst aufgekauft von der Stadt, wurde letztlich abgerissen und ein neuer Komplex für Polizei und Finanzamt errichtet.

1933 Einweihung des Baus am Stadtgarten

Dafür aber ist ja seit 1933 der markante Marienhospital-Bau in grüner Lage am Stadtgarten in Betrieb. „1933 war das Marienhospital eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands“, notiert Norbert Wallmann, der sich lange auch im Aufsichtsrat des Hospitals engagierte. Gerade die neue Röntgenabteilung sei lange Zeit als modernste Anlage Europas angesehen worden. Die Bausubstanz leidet allerdings unter Bergschäden. Und während des Zweiten Weltkrieges trifft 1942 eine Bombe das Marienhospital. Sieben Schwestern, zwei Angestellte und der Feldwebel des eingerichteten Reservelazarettes finden den Tod. Der Krankenhausflügel mit den OP-Räumen wird zerstört und kann erst Anfang der 1950er Jahre wieder aufgebaut werden.

In Zeitungsartikeln aus den 1960er Jahren ist zwischendurch von weiteren Neubauplänen für das Marienhospital die Rede; tatsächlich wird aber im Laufe der Jahrzehnte intensiv umgestaltet, angebaut, erweitert. Zu den Großprojekten zählen hier sicherlich die Pavillons der Kinderklinik, die 1973 in Betrieb genommen werden. 2013 wird der Haupteingang verlegt und mit einer neuen Cafeteria verbunden.

Heute verfügt das Hospital über 358 Betten, davon stehen 60 in der Kinderklinik. Rund 700 Mitarbeiter versorgen pro Jahr etwa 16 000 Patienten. Es gibt zehn Kliniken verschiedener Fachrichtungen plus der Belegkliniken für Augen- sowie Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

>>>TAG DER OFFENEN TÜR ZUM JUBILÄUM

Zum 150. Geburtstag öffnet das Bottroper Marienhospital, Josef-Albers-Straße 70, am Samstag, 8. September, von 10 bis 16 Uhr seine Pforten. Die Besucher erwarten u.a. medizinische Vorträge und Demonstrationen, Führungen, Blutzucker- und Venenmessungen.

Das Sommerfest der Kinderklinik steigt am Sonntag, 9. September, von 14 bis 18 Uhr.

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