Corona - und dann?

Lokal fiel Corona zum Opfer - aber „Lekka“ gibt es weiter

Küchenszenen wie diese gibt es weiter - nur ohne das Restaurant „Lekka“. Jessica Klossas und Marc Braian kochen bei Kunden - und vor allem habe sie sich auf die Herstellung eigener „Lekka“-Produkte.

Küchenszenen wie diese gibt es weiter - nur ohne das Restaurant „Lekka“. Jessica Klossas und Marc Braian kochen bei Kunden - und vor allem habe sie sich auf die Herstellung eigener „Lekka“-Produkte.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Im Juli schlossen Jessica Klossas und Marc Breian ihr Low-Carb-Restaurant. Nun gehen sie neue „Lekka“-Wege und kooperieren mit der „Ruhrmühle“.

Alternativ essen mit wenig Kohlenhydrate und trotzdem „Lekka“ - das war das Motto des gleichnamigen Restaurants von Jessica Klossas und Marc Breian im Schatten der Herz-Jesu-Kirche. Mit ihrer Low-Carb-Küche haben sie zwischen 2017 und dem vergangenen Juli Stammgäste und neues Publikum für sich gewinnen können. Dann kam Corona. „Und mit fünf von 15 Tischen konnte unser Restaurant nicht wirtschaftlich arbeiten bei allen weiterlaufenden Kosten“, sagt Jessica Klossas. Vor drei Monaten haben die Wahl-Bottroper die Reißleine gezogen und ihr Herzensprojekt aufgegeben.

Allerdings nur geografisch gesehen. Denn „Lekka“ ist ja ein ideenreiches Konzept, das, wenn man Jessica Klossas zuhört, überall funktionieren kann. Inzwischen ist die Köchin zwischen Privathäusern, Kochkursen und der Produktion von „Lekka“-Produkten unterwegs - die demnächst auch auf der von Marc Breian für Bottrop initiierten Plattform „Marktschwärmer“ angeboten werden (die WAZ berichtete).

Synergieeffekte nutzen

Backmischungen, Nudeln, Öle, vor allem aber Kuchen und Torten stehen da auf dem Programm. Low Carb - also kaum Kohlenhydrate? „Alles! Und es schmeckt, also nicht nur mir, sondern vor allem auch den Kunden“, sagt die Köchin. Zucker? Wird ersetzt. Mehl? Für Jessica Klossas sind Kokos, Leinsamen, Mandeln, Hanf der neue Weizen. Und damit auch die Mühle stimmt und sich nicht etwa Reste von Kohlenhydraten oder vor allem den für manche unverträglichen Gluten in ihren Mehlen wiederfinden, arbeitet sie mit der „Ruhrmühle“ von Christoph Gläßer zusammen.

Vorteil: Der Rohstoff, zum Beispiel vom Leinsamen für das Öl „Ruhrmühle“, wird nach dem Pressen für das Mehl für „Lekka“-Produkte verwendet. Aber auch die vorhandenen Räume und Abfüllmöglichkeiten der „Ruhrmühle“, die den Vorschriften für Lebensmittel entsprechen, können so von Jessica Klossas und Marc Breian mit genutzt werden. Aber auch die Senfsaat wird dort gemahlen - für den neuen Biosenf, den Jessica Klossas für ihr Label kreiert hat. Synergieeffekte auf lokaler Lebensmittel-Ebene - klingt sympathisch.

Damit stehen die beiden Bottroper für eine ganze Reihe von Selbstständigen, die der Coronapandemie mit Energie und Fantasie begegnen und neue Geschäftsfelder oder Möglichkeiten finden. Denn wie in der gesamten Gastronomiewelt, aber auch der Künstler- und Veranstaltungsszene, sieht es dort nicht zuletzt aufgrund der immer noch steigenden Infektionszahlen alles andere als rosig aus.

Corona als Chance für Neues

Aber auch Jessica Klossas weiß, dass nicht alle die Möglichkeit haben, sich so schnell anders oder neu aufzustellen. „Lekka“ aber auch der „Ruhrmühle“ kommt zudem das immer weiter steigende Interesse der Bevölkerung an bewusster und gesünderer Ernährung zu Gute, die darüber hinaus noch in der eigenen Region erzeugt wird. Auch die kürzlich in dieser Zeitung vorgestellte neue Online-Plattform „Marktschwärmer“ für regionale Lebensmittel (siehe Infobox) könnte von dieser Entwicklung profitieren.

Im Netz zu finden

Nicht zuletzt nach dem WAZ-Bericht über die „Marktschwärmer“ hat sich dort die Zahl der registrierten Besucher fast verdoppelt - obwohl die Lebensmittelplattform hier erst am 2. November freigeschaltet wird. Auch kämen derzeit immer neue Produzenten hinzu, sagt Organisator Marc Breian. www.marktschwaermer.de.

Auch das Label „Lekka“ baut seine Online-Präsenz aus. Was es schon gibt und was noch kommt gibt es auf www.lekka.ruhr.

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